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Rostock Grenzwert für Stickoxid in Rostock eingehalten
Mecklenburg Rostock Grenzwert für Stickoxid in Rostock eingehalten
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15:02 31.01.2019
Feierabendverkehr in Rostock - Am Strande ist der Verkehr zähflüssig. Quelle: OVE ARSCHOLL
Rostock

Die Luft in Mecklenburg-Vorpommern ist laut Umweltministerium auch 2018 sauber gewesen. Alle Grenzwerte seien eingehalten worden, teilte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag in Schwerin mit. Die letzten Überschreitungen für Stickstoffdioxid habe es 2014 an der Station Rostock-Am Strande gegeben, die letzte Grenzwertüberschreitung für Feinstaub an derselben Station im Jahr 2011. Durch ein herabgesetztes Tempolimit von 60 auf 50 Kilometer pro Stunde auf der viel befahrenen Straße und eine neue Ampelschaltung für einen flüssigeren Verkehr sei die Belastung verringert worden. Auch der technische Fortschritt an den Fahrzeugen habe zu der positiven Entwicklung beigetragen.

Die Stickstoffdioxid-Belastung an der Station Am Strande lag 2018 den Angaben zufolge bei einem Mittelwert von 36 Mikrogramm und damit 4 Mikrogramm unter dem europäischen Grenzwert von 40. In den vergangenen vier Jahren habe die Belastung zwischen 34 und 38 Mikrogramm gelegen. „Die etwas höhere Belastung im Vergleich zum Wert des Jahres 2017 von 34 Mikrogramm ist auf die für einen Luftaustausch ungünstigen meteorologischen Bedingungen des vergangenen Jahres zurückzuführen“, erklärte Backhaus.

Backhaus kündigt Jahresbericht zur Luftqualität an

Der Minister kündigte den Jahresbericht seines Hauses zur Luftqualität für das zweite Quartal an. Derzeit würden die Messwerte im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) ausgewertet. „Aber schon jetzt lässt sich feststellen, dass alle Grenzwerte eingehalten wurden“, betonte Backhaus. Fahrverbote seien nicht zu befürchten.

Neben Stickoxiden und Feinstaub werden an den 15 Messstationen und zwei mobilen Messstellen im Land unter anderem auch die Werte für Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Ammoniak, Ozon, Benzol sowie an Inhaltsstoffen des Feinstaubs erhoben. Alle gemessenen Werte lägen zum Teil weit unter den europaweit geltenden Grenzwerten.

Minister fordert sachliche Debatte zu Grenzwerten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich unterdessen für eine Versachlichung der Debatte über Stickoxid-Grenzwerte ausgesprochen. Er halte es für richtig, dass die Nationale Akademie Leopoldina gebeten worden sei, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesem Thema zusammenzustellen. „Das sollten wir abwarten“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Donnerstag).

Klar sei aber: „Egal, wo wir die Stickoxid-Grenze definieren – das ist immer eine politische Entscheidung.“ Dies gelte auch dafür, wo Messstellen stehen. „Es wird jedenfalls nie so sein, dass man sagen kann: Unterhalb dieser Grenze ist das völlig gesund, und erst oberhalb schädlich. Die Frage ist nur, was wir auf Grundlage wissenschaftlicher Expertise für tolerabel halten.“

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dringt auf eine Überprüfung der Grenzwerte. In einem Brief an EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc verwies er darauf, dass sich in der Ärzteschaft „Stimmen mehren“, die die wissenschaftliche Herleitung des Werts von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft in Frage stellten. Eine Gruppe von gut 100 Lungenärzten hatte den EU-Grenzwert in Zweifel gezogen. Dagegen gibt es erheblichen Widerspruch deutscher und internationaler Experten.

Iris Leithold/dpa