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Rostock Großer Klimastreik am Freitag in MV – diese Orte machen mit
Mecklenburg Rostock Großer Klimastreik am Freitag in MV – diese Orte machen mit
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16:17 27.11.2019
Tausende Menschen hatten sich bereits beim Klimastreik im September beteiligt – die größte Demonstration gab es in Rostock (Foto).
Tausende Menschen hatten sich bereits beim Klimastreik im September beteiligt – die größte Demonstration gab es in Rostock (Foto). Quelle: Frank Hormann
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Rostock

Es wird voll und es wird laut: Tausende wollen am Freitag in Mecklenburg-Vorpommern wieder auf die Straße gehen und beim nächsten globalen Klimastreik demonstrieren. Kurz vor der großen Klimakonferenz, die am 2. Dezember in Madrid startet, fordern die Aktivisten von Fridays for Future den „Neustart Klima“.

Ziel sei eine Neuauflage des Klimapaketes der Großen Koalition, welche die Einhaltung der Festlegungen des Pariser Klimaabkommens sicherstellt.

„Das Klimapaket ist nutzlos, teuer und sozial ungerecht. Die Große Koalition steht zur Kohlesubvention und will jetzt aktiv die Windkraft sabotieren. Indem unsere Regierung mit dem Klimapaket wissenschaftlichen Konsens und Massenproteste missachtet, akzeptiert sie den bitteren Überlebenskampf im globalen Süden“, erklärt Jesko Hennig von Fridays for Future. Konkrete Forderungen des Bündnisses sind unter anderem der Kohleausstieg bis 2030 und die hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien bis 2035.

Tausende Menschen demonstrieren für mehr Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie.

Internationales Gebet für Klimagerechtigkeit

Allein in Rostock haben die Veranstalter für Freitag 800 Demonstrationsteilnehmer angemeldet. Ab 12.30 Uhr ist in der Petrikirche ein internationales Gebet für Klimagerechtigkeit geplant. Zu dem zweisprachigen Gebet werden auch 15 Gäste aus England erwartet. Danach können sich die Teilnehmer der Demonstration anschließen, die um 13 Uhr auf dem Alten Markt startet.

Von dort geht es über die Slüterstraße zur meistbefahrenen Straße in MV: Am Strande führt die Demonstrationsstrecke auch an der Firmenzentrale der Kreuzfahrtreederei Aida vorbei. Weiter geht es dann durch die Gruben- sowie Mühlenstraße zum Wendländer Schilde und über die Altschmiedestraße zurück zum Alten Markt. Bis 17 Uhr müssen Verkehrsteilnehmer auf der genannten Strecke mit Beeinträchtigungen rechnen.

Demonstrationen von Schwerin bis Stralsund

Neben Rostock sind auch in weiteren Städten des Landes Protestaktionen geplant: In Anklam beginnt die Demonstration am Freitag um 14 Uhr auf dem Marktplatz. Die Greifswalder Demonstration startet um 12 Uhr Am Mühlentor mit Musik und Redebeiträgen. Auf dem Olof-Palme-Platz treffen sich am Freitag um 13 Uhr die Stralsunder Streikteilnehmer. Auch in Schwerin wird gestreikt: Los geht es 13.30 Uhr auf dem Berta-Klingberg-Platz.

Am Ludwigsluster Bahnhof soll sich um 14 Uhr ein Demonstrationszug in Bewegung setzen. Für die Warener ist um 14 Uhr auf dem Neuen Markt Treffpunkt; in Neustrelitz geht es um 13 Uhr am Carolinum los. Bereits um 10 Uhr treffen sie sich auf dem Luisenplatz Demmin.

In Bad Doberan ruft die Gruppe „Kirche für Klima“ auf, am Freitag um 13.30 Uhr ins Münster Bad Doberan zu kommen und sich so am Klimaaktionstag zu beteiligen. Mit einer Andacht soll die Fridays-for-Future-Bewegung unterstützt werden. Die Gruppe hat sich nach dem letzten Klimaaktionstag gegründet und seitdem jeden Freitag getroffen.

Neben Schülern und Eltern auch Studenten dabei

Neben Schülern und deren Eltern schließen sich am Freitag auch wieder Studenten den Demonstrationen an. „Das Klimapaket muss erneuert werden, weil die Bundesregierung damit auf lokaler Ebene konsequenten Klimaschutz blockiert“, sagt Jacqueline Maslack aus Rostock, die zu Students for Future gehört.

Zuletzt waren beim Klimastreik am 20. September bundesweit rund 1,4 Millionen Menschen auf die Straße gegangen. Auch in MV gab es zahlreiche Protestaktionen, die größte davon in Rostock. Während die Polizei dort von 3000 Teilnehmern ausging, meldeten die Veranstalter am Ende 8000 Beteiligte.

Die Demonstration im September war die bisher größte Aktion, die es in Deutschland im Namen des Klimaschutzes je gegeben hat. „Wir dürfen nicht mehr die Augen davor verschließen, was unser Verhalten im globalen Zusammenhang bedeutet: Wir leben im Wohlstand durch Ausbeutung des Planeten, Ausbeutung von Frauen, indigenen Völkern und auf Kosten aller zukünftigen Generationen,“ ergänzt die Schülerin Pia Hornung, Sprecherin der Fridays-for-Future-Bewegung in Rostock.

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Von Claudia Labude-Gericke