Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Schwesig: „Ihr seid die Helden unseres Landes“
Mecklenburg Rostock Schwesig: „Ihr seid die Helden unseres Landes“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:09 14.10.2018
Feuerwehr-Patchwork-Familie aus Elmenhorst: Doreen und Angelina Bull mit Leon und Daniel Herzog. Quelle: André Wornowski
Anzeige
Schmarl Dorf

 Die Atmosphäre ist wie bei einem Pop-Konzert: Nur dass Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) auf der Bühne nicht singt, sondern die mehr als 2500 Besucher im Iga-Park mit einer Rede in Ekstase versetzt.

Viel zu oft stünden die im Scheinwerfer-Licht, die nur laut sind und meckern, sagt Schwesig zu den freiwilligen Feuerwehrleuten. Dabei hätten es ganz andere verdient, im Mittelpunkt zu stehen. „Ich will euch daher stellvertretend für die vielen Menschen sagen, die sich auch engagieren in unserem Land: Die Leute, die jeden Tag was leisten, die ihre Zeit einsetzen, die ihre Leben opfern - ihr seid die Helden unseres Landes." Tosender Applaus, Jubel.

Vier Brände allein bei Abfallbetrieben

Mit einem großen Familienfest hat sich die Landesregierung am Sonnabend im Iga-Park bei den Feuerwehrleuten bedankt, die im trockenen Sommer bei den zahlreichen Bränden im Land im Löscheinsatz waren. Allein in der Region Rostock brannte es innerhalb von acht Wochen viermal bei Abfallbetrieben.

„Ihr seid die Helden des Sommers“, sagt auch Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) auf der Bühne. „Ihr wart immer da, wenn es gebrannt hat, Unfälle waren oder andere Naturkatastrophen eintraten.“ Deswegen könne er als oberster Dienstherr sagen: „Ich bin stolz Chef von so einer Truppe von Frauen und Männern zu sein, die immer da sind, wenn Not am Mann oder der Frau ist.“

Die Landesregierung organisierte ein buntes Programm.

Gespräche über Ausrüstung und Personal

Schwesig und Caffier mischten sich auch unters Volk, bedankten sich in Gesprächen persönlich bei den Ehrenamtlern und erkundigten sich nach deren Situation. „Wir haben bei den Einsätzen auch gesehen, dass natürlich noch Bedarfe sind, auch was die Technik angeht“, so die Ministerpräsidentin. Sie sei sicher, dass die Landesregierung hier Möglichkeiten finde, das in Zukunft weiter und noch besser zu unterstützen.

„Uns fehlt ein großes Löschfahrzeug“, sagt Daniel Herzog aus Elmenhorst im Gespräch mit Caffier. Im Grunde komme seine freiwillige Feuerwehr aber gut mit der derzeitigen Ausrüstung zurecht. „Man kann damit arbeiten.“ Dringend gebraucht werde hingegen Personal: 32 Aktive und zwölf Jugendmitglieder reichten nicht ganz aus, sagt Herzog. „Weil viele auswärts arbeiten, sind wir tagsüber sehr dünn besetzt.“ Neben ihm sind auch sein Sohn Leon, seine Lebensgefährtin Doreen Bull und deren Tochter Angelina in der freiwilligen Feuerwehr Mitglied. Das Fest sei eine gute Sache: „Es ist schön, dass so mal an uns gedacht wird“, so Herzog.

Viel Lob für Fest

Auch Sabrina Ludwinski aus Passow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) lobt die Party im Iga-Park: „Es ist schön, dass die ganze Familie einbezogen wurde, weil die auch viel aushalten muss durch die Einsätze.“ Kritisch sehen sie und ihr Mann jedoch die Preise. Zwar gebe es Verzehrmarken in Höhe von 15 Euro. Eine Bratwurst koste jedoch 3,50 Euro. „Das ist schon ganz schön hart“, sagt Jan Ludwinski.

Marcel Tramm aus Klein Strömkendorf am Salzhaff gefällt das Programm mit Livekünstler, Comedy, Spielrunden und Kinderunterhaltung. „Es ist schön, dass auch was für die Kleinen da ist“, sagt der 34-Jährige, während Clown Bandi dem ein Jahre alten Falko einen besonderen Luftballon formt.

Der kleine Klaas (10 Monate) von Maria und Robert Bollhagen spielt indes im Bällepool. Die Familie ist aus Pruchten (Vorpommern-Rügen) angereist. „Wenn so ein Fest ist, kann man ja auch mal hinfahren“, sagt Robert Bollhagen. Ob sein Sohn später auch zur Feuerwehr geht? „Mal sehen“, sagt der Vater mit einem Lächeln.

Kreisbrandmeister: Anerkennung war überfällig

Aus Sicht von Mayk Tessin, Kreisbrandmeister im Landkreis Rostock, hätte es so eine Form von Anerkennung durch die Landesregierung schon früher geben müssen. Schließlich seien die freiwilligen Retter nicht nur in diesem Sommer viel im Einsatz gewesen, sondern bereits über Jahre. „Die Ehrenamtler brauchen Wertschätzung und das Gefühl, dass sie auch etwas zurückbekommen, wenn sie sich einsetzen“, sagt Tessin.

André Wornowski

Kontaktlos und mit Kreditkarte: Die Rostocker Straßenbahn AG bietet an stationären Automaten neue Möglichkeiten an, wie Kunden Tickets kaufen können. In Fahrzeugen muss weiter bar gezahlt werden.

14.10.2018

Zwei Maskierte überfielen in den frühen Morgenstunden einen örtlichen Supermarkt. Die Täter konnten mit ihrer Beute, ein hoher fünfstelliger Betrag, fliehen. Die Polizei bittet um Hilfe.

13.10.2018

Der Drittligist löst die Pflichtaufgabe im Landespokal beim SV Sturmvogel Lubmin souverän und erreicht das Achtelfinale. Hansa vor allem in der zweiten Hälfte in Torlaune.

13.10.2018