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Rostock Grüne wollen Kraftwerk im Hafen abschalten
Mecklenburg Rostock Grüne wollen Kraftwerk im Hafen abschalten
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15:06 29.01.2016
Das Steinkohle-Kraftwerk im Rostocker Seehafen liefert bisher Strom für rund drei Viertel aller Haushalte in MV.
Das Steinkohle-Kraftwerk im Rostocker Seehafen liefert bisher Strom für rund drei Viertel aller Haushalte in MV. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Die Rostocker Grünen wollen schärfere Grenzwerte für den Schadstoffausstoß des Steinkohle-Kraftwerks im Seehafen – und: der Betreiber soll festlegen, wann er den Strom-Riesen endgültig vom Netz nimmt. Auch die Landesregierung würde „lieber früher als später“ aus der Kohlekraft aussteigen.

„Kohlekraftwerke sind Auslaufmodelle“, sagt Steffen Wehner, Sprecher des Energieministeriums in Schwerin. Rund drei Milliarden Kilowattstunden elektrischer Energie hat das Kraftwerk, das den Konzernen EnBW und Rheinenergie gehört, im vergangenen Jahr in das Netz eingespeist. „Wir decken rund drei Viertel des Strombedarfs des gesamten Landes“, sagt Kraftwerksleiter Axel Becker. Problem aus Sicht von Umweltschützern: Laut Messungen des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt in Rostock wurden dabei mehr als 2,5 Millionen Tonnen des Klimagases Kohlendioxid  freigesetzt. Zum Vergleich: Um diese Abgas-Belastung zu erzeugen, müsste ein Durchschnittsauto 500 000 Mal die Welt umrunden. Was den Grünen noch mehr Sorge bereitet: Das Kraftwerk hat 2014, so das Wirtschaftsministerium, auch fast 25 Kilo Quecksilber und knapp 40 Kilo Arsen in die Luft geblasen.

Noch aber bräuchte das Land den Strom aus der Kohle: „Auch wenn sich MV rein rechnerisch seit zwei Jahren zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgen könnte, so weht der Wind nicht konsequent und die Sonne scheint auch nicht immer“, sagt Ministeriumssprecher Wehner.

 



Andreas Meyer