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Rostock Gut ausgeleuchtet an dunklen Tagen
Mecklenburg Rostock Gut ausgeleuchtet an dunklen Tagen
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00:01 27.09.2017
Sebastian Briesemeister (v. l.) zeigt Andrea Leirich, Mike Specht, Renée Werner, Verkehrsminister Christian Pegel und Hans-Joachim Hacker, wie ein moderner Lichttest abläuft. Quelle: Foto: Ove Arscholl
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Lütten Klein

Sebastian Briesemeister richtet einen Laserstrahl auf den geöffneten Motorraum eines Pkws. Der Fixpunkt hilft ihm, die LED-Scheinwerfer für eine ideale Ausleuchtung der Fahrbahn einzustellen. „Der Lichtkegel ist zu niedrig“, erklärt der Kfz-Mechatroniker im Volkswagen Zentrum Lütten Klein und zeigt auf die digitale Anzeige des Messgerätes. Der Profi justiert mit ein paar Umdrehungen der Einstellschrauben nach, bevor er sich den Leuchten auf der anderen Seite des Fahrzeugs widmet.

Das Autohaus beteiligt sich wie alle Meisterbetriebe der Kfz-Innungen am „Licht-Test 2017 – Freie Fahrt für gutes Licht“. Bei der Aktion des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes und der Deutschen Verkehrswacht können im Oktober alle Auto-Lampen kostenlos kontrolliert werden. Geprüft werden Fern- und Abblendlicht, Nebel- und Suchscheinwerfer, Begrenzungs- und Parkleuchten, Bremslichter, Schlusslichter, Warnblinkanlage, Fahrtrichtungsanzeiger sowie die Nebelschlussleuchte.

„Es wird immer früher dunkel, deshalb ist eine Überprüfung der Lichtanlage enorm wichtig“, sagt Mike Specht, Obermeister der Kfz-Innung Rostock. Und fügt hinzu: „Es geht dabei nicht nur darum, selbst besser zu sehen, sondern auch andere nicht zu blenden.“

Etwa ein Viertel aller kontrollierter Wagen in Rostock haben nach Angaben des Deutschen Kraftfahrzeug- Überwachungs-Vereins (Dekra) Mängel beim Licht. „Das entspricht etwa 21000 Pkws“, sagt Rolf Hamann, Fachabteilungsleiter Überwachungsorganisation der Dekra-Niederlassung der Hansestadt. Damit liege Rostock immer noch unter dem Landesschnitt. Laut Auswertung des Licht-Tests 2016 hatten 38,8 Prozent der kontrollierten Fahrzeuge in Mecklenburg-Vorpommern Mängel an der Fahrzeugbeleuchtung aufgewiesen. Hauptsächlich handelte es sich dabei um defekte oder falsch eingestellte Hauptscheinwerfer.

Denn gerade die Xenon- oder LED-Scheinwerfer, die dank moderner Technik selbst bestimmte Bereiche abblenden, können ohne regelmäßige Kontrolle gefährlich werden. „Diese Anlagen haben eine besondere Leuchtkraft und grenzen die Bereiche hell und dunkel stark ab“, erklärt Hamann. „Diese Lichtkegel können bei falschen Einstellungen entgegenkommende Fahrer stark blenden und so zu einem Verkehrsrisiko führen“, sagt der 57-Jährige weiter.

Ein Grund, wie sich die Lichtanlagen verstellen können, ist, wenn man über Bordsteinkanten fährt. „Die Nebelscheinwerfer sind beispielsweise im Stoßfänger verbaut. Da kann eine Erschütterung schon zu Veränderungen führen“, erklärt der Fachmann von der Dekra.

„Diese Chance auf eine kostenlose Kontrolle sollte jeder Autofahrer nutzen“, appelliert auch Verkehrsminister Christian Pegel (SPD), der in der Werkstatt Briesemeister über die Schulter geschaut hat.

„Der Test dauert gerade einmal 15 Minuten und dient dazu, das Risiko auf unseren Straßen zu minimieren. Auch sollte jedem Autofahrer bewusst sein, dass, wenn man mit defekter Beleuchtung fährt, dies eine Ordnungswidrigkeit ist“, ergänzt der Minister.

Was Autofahrer in der dunklen Jahreszeit beachten sollten

Ob alle Lampen am Auto funktionieren, kann jeder Autofahrer selbst überprüfen. „Dafür reicht ein Gang um das Fahrzeug, wenn die Lichtanlage eingeschaltet ist“, sagt Renée Werner, Geschäftsführerin des Landesverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. Defekte Leuchten werden so problemlos erkannt. „Die Einstellung der Höhe und Ausrichtung des Lichtkegels können jedoch nur Experten in einer Werkstatt kontrollieren.“ Ein Hinweis auf eine fehlerhafte Einstellung kann jedoch sein, wenn Autos im Gegenverkehr aufleuchten. Dies sei laut Renée Werner ein Zeichen, dass sie sich geblendet fühlen.

Winterreifen nicht vergessen: Gemäß der Eselsbrücke „Von O bis O“ – also von Ostern bis Oktober – sollte jetzt auch an den Reifenwechsel gedacht werden. Das ist zwar keine grundsätzliche Pflicht, aber in der Regel bei kälteren Temperaturen sinnvoll und bei Schnee und Eis dann auch vorgeschrieben.

Ann-Christin Schneider

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