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Rostock HC Empor stellt Halle für Flüchtlinge bereit
Mecklenburg Rostock HC Empor stellt Halle für Flüchtlinge bereit
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07:09 21.09.2015
In der Fiete-Reder-Halle sollen vorläufig Flüchtlinge unterkommen. Quelle: Steffen Grafe
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Rostock

Der Rostocker Handball-Zweiligist will seinen Beitrag leisten, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen: Ab Sonnabend stellt der Verein seine Trainingshalle in Marienehe als Notunterkunft zur Verfügung. „Wir haben eine außergewöhnliche Situation. Da müssen alle anpacken“, sagte Empor-Chef Jens Gienapp.

Am Sonnabendnachmittag empfing die A-Jugend des Handballclubs in der Fiete-Reder-Halle in Marienehe noch den TSV Anderten zum Heimspiel. „Gleich nach Abpfiff haben dann Stadt und freiwillige Helfer Betten für die Flüchtlinge aufgebaut“, so Gienapp. Zusammen mit dem Rathaus will der Club nun klären, wann und wo die Empor-Mannschaften alternativ trainieren können. „Natürlich ist das eine Einschränkung für uns. Aber in dieser Zeit müssen alle enger zusammenrücken. Wir wollen unseren Beitrag leisten, dass die Menschen, die in Rostock angekommen, auch menschenwürdig untergebracht werden können“, sagt Gienapp. In Marienehe sollen ausschließlich Flüchtlinge übernachten, die nach Skandinavien weiterreisen wollen.

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Die Rostocker Stadtverwaltung nahm das Angebot des HC Empor dankbar an: „Wir freuen uns sehr - über die Halle und vor allem auch über die Geste. Letzlich zählt die Hilfe die Flüchtlinge“, so Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die Pläne, die Sporthalle an der Kopenhagener Straße (Lütten Klein) als Notlager zu nutzen, hat das Rathaus indes aufgegeben. Grund dafür soll nach OZ-Informationen einen Vorfall in der Nacht zum Sonnabend gewesen sein: Die Polizei griff einen alkoholisierten Mann auf, der mit einem Rucksack voller Pyro-Technik versucht haben soll, in die noch leere Halle zu gelangen. „Über die Motive des Mannes können wir nur spekulieren“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Rostock.

Am Wochenende nahm die Stadt noch eine weitere neue Unterkunft in Betrieb: „Gemeinsam mit den Aktiven der Initiative ,Rostock hilft‘ und unseren Partner richten wir das bisherige Gebäude des Physikalischen Instituts der Universität Rostock provisorisch als Notunterkunft her“, sagt Ordnungssenator Chris Müller (SPD), Leiter des Krisenstabes in der Stadtverwaltung. In dem Uni-Gebäude sollen Menschen untergebracht werden, die in Rostock Asyl beantragt haben. Die Suche nach weiteren geeigneten Gebäuden gehe indes weiter.

Die Stadt halte aber an der Absprache fest, dass die Hansemesse in Schmarl ab Montag wieder frei sein soll - unter anderem, um die für kommendes Wochenende geplante Messe „RoBau“ nicht zu gefährden. Stadt und Messegesellschaft fürchten anderenfalls Schadenersatzklagen von Standbetreibern - in bis zu zweistelliger Millionenhöhe. Allein in der Nacht zum Sonnabend waren 465 Flüchtlinge in der Messehalle untergebracht. Am Sonntag begann der Umzug in die anderen Unterkünfte.


Internet-Auftritt des HC Empor



Andreas Meyer

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