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Rostock Hafenkran in Rostock versetzt: Ist jetzt die Hanse Sail in Gefahr?
Mecklenburg Rostock Hafenkran in Rostock versetzt: Ist jetzt die Hanse Sail in Gefahr?
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19:58 27.11.2019
Am frühen Mittwochmorgen wurde der Petersdorfer Kran auf einen vorübergehenden Stellplatz gehoben. Quelle: Stefan Tretropp
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Rostock

Die beiden Kolosse aus Stahl gehören zur Rostocker Silhouette wie die Türme der Kirchen. Doch seit Mittwoch sieht eben jene Silhouette ein wenig anders aus: Weil er im Untergrund einzusacken und umzustürzen drohte, hat das Rostocker Hafenamt am Vormittag einen der markanten Petersdorfer Kräne versetzen lassen –am Haken eines riesigen Schwerlastkranes.

Bis zum Sommer soll der Untergrund nun saniert werden, damit der Kran an seinen angestammten Platz an der Kaikante Stadthafen zurückkehren kann. Gelingt das aber nicht, drohen vor allem für die Hanse Sail echte Probleme.

Stadt musste schnell handeln

Erst im September waren die Probleme mit dem einen der beiden sogenannten Petersdorfer Kräne bekannt geworden. „Die Kräne stehen auf drei Füßen. Mit den beiden auf der Seeseite war alles in Ordnung, aber der dritte auf der Landseite bereitete uns akute Sorgen“, sagt Rostocks Hafen-Kapitän Falk Zachau. Denn während zwei der drei Standbeine auf einem festen, mit Pfählen tief im Erdreich abgestützten Untergrund ruhen, stand der dritte auf einer Schotterschicht. „Und die war auch noch unterspült“, so Zachau.

Denn im Bereich des Kranes ist die Spundwand „löchrig“. „Womöglich schon seit Jahren wird der Bereich von der Warnow unterspült“, sagt Zachau. Unterhalb des Kranes hätten sich große Hohlräume gebildet; ein Absacken sei nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich gewesen. Dann hätte der gesamte Kran – immerhin 70 Tonnen schwer – umstürzen können. Weil der Stadthafen zu den beliebtesten Freizeit-Zielen der Rostocker zählt, wurde der Bereich zunächst weiträumig gesperrt.

Am Mittwoch morgen musste der Kran nun um 30 Meter versetzt werden. Auf einen neuen, sicheren Standplatz – mit provisorischem Fundament aus Sand und Stahlplatten. Ein 500-Tonnen-Schwerlastkran der Rostocker Firma NH Krane hob den Hafen in Sicherheit. Gesteuert wurde das ganze Manöver vom erfahrenen Kranführer Uwe Harpke. „Wir haben nur 30 Minuten gebraucht, alles lief nach Plan“, so Hafen-Kapitän Zachau.

Am Mittwochvormittag musste ein Hafenkran im Rostocker Stadthafen umgesetzt werden. Das Rostocker Wahrzeichen drohte wegen Bodenabsenkungen umzustürzen.

Problem für die Sail?

Insgesamt eine halbe Million Euro hat die Bürgerschaft in einer Eil-Entscheidung für die Rettung des Hafenkrans aus DDR-Zeiten bereitgestellt. Ob die ausreichen – unsicher. Ebenso offen ist, ob der Zeitplan eingehalten werden kann, den das Hafenamt sich selbst gesetzt hat: Bis Ende Juli soll der alte Stellplatz saniert und der Kran an seinen angestammten Ort zurückgehoben werden. Wenn nicht, trifft das die Hanse Sail hart: Dann geht ein großer Teil jener Flächen, auf denen bisher Fahrgeschäfte, Bühnen und Buden stehen, verloren.

„Wir bemühen uns natürlich, vorher fertig zu sein und der Hanse Sail nicht im Wege zu stehen“, sagt Zachau. Versprechen könne und wolle er aber nichts. „Das wird sportlich.“ Die Stadt arbeite an einem Sanierungskonzept, hole derzeit Angebote von Planern ein. 20 Meter Spundwand müssen erneuert und die Hohlräume in der Halbinsel gefüllt werden. Ob dafür eine halbe Million Euro reicht? „Eine Aussage zu den Kosten wäre derzeit unseriös“, sagt Zachau.

Bellgardt plant „normal“ weiter

Ungeachtet der drohenden Probleme auf dem wichtigsten Veranstaltungsgelände gehen die Planungen für die Hanse Sail 2020 weiter. „Wir haben mit dem Hafenamt verabredet, dass wir uns ständig austauschen werden“, sagt Sail-Chef Holger Bellgardt. „Wir haben noch mehr als ein halbes Jahr Zeit. Ich gehe davon aus, dass die Arbeiten vorher fertig sind.“

Einen Plan B – also für den Fall, dass am Kai noch gebaut wird und der Kran der Sail im Wege steht – hat Bellgardt noch nicht. „Wir planen bisher für den Normalfall“, sagt er – und bleibt optimistisch. Im kommenden Jahr findet die Hanse Sail vom 6. bis 9. August statt. Die Haedgehalbinsel ist nicht nur die wichtigste Partymeile: Dort liegen auch die meisten Traditionssegler an den Kai-Kanten.

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