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Rostock Hansa-Skandal: Aufsichtsratschef schießt gegen Investor
Mecklenburg Rostock Hansa-Skandal: Aufsichtsratschef schießt gegen Investor
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07:25 05.10.2015
Meldet sich im Hansa-Skandal erstmals ausführlich zu Wort. Quelle: Fc Hansa Rostock
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Rostock

Im Skandal beim Fußball-Drittligisten Hansa Rostock hat sich Aufsichtsratschef Harald Ahrens zu Wort gemeldet. In einer persönlichen Erklärung auf der Facebook-Seite des Vereins beschuldigte er den zurückgetretenen Klubchef Michael Dahlmann und Geldgeber Rolf Elgeti, die Mitglieder hinters Licht geführt zu haben.

Im aktuellen Ausgliederungsprozess sei die Kontrollpflicht des Aufsichtsrates ausgehebelt worden: „Statt über 7,5 Millionen Euro zu verhandeln, wurde dem Verein ohne Not ein Kredit von 20,39 Millionen Euro aufgedrückt, plus ein Kredit in Höhe von 4,0 Millionen Euro mit 10 Prozent Verzinsung plus ein Kredit über 700.000 Euro mit 2,5 Prozent Verzinsung“, schreibt Ahrens.

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Alle Verträge wären genehmigungspflichtig gewesen, so der Aufsichtsratschef weiter. Der Verein stehe heute bei rund 22 Millionen Euro Schulden und weise schon wieder ein Defizit in Höhe von 2,7 Millionen Euro auf. „Dafür ist Herr Dahlmann als Vorstandsvorsitzender verantwortlich“, sagt Ahrens.

Auch das Versprechen, den Prozess für die Mitglieder transparent zu machen, sei nicht eingehalten worden. „Wir wurden alle hinters Licht geführt.“ Elgeti spiele in dem „Schmierentheater“, so Ahrens wörtlich, die treibende Rolle und instrumentalisiere dabei sehr geschickt die Fanszene. Durch den systematischen Aufbau des Feindbildes „Harald Ahrens“ als Grund allen Übels würden die Anhänger massiv durch führende Vertreter der aktiven Fanszene mobilisiert.

Zum Ende seiner Erklärung schreibt Ahrens in Richtung Investor: “Vielleicht besinnt sich Herr Elgeti ja auch darauf, dass unser Verein nicht seine persönliche Spielwiese ist und die Fanszene nicht seine willfährigen Erfüllungsgehilfen sind, um weitere Millionen zu scheffeln."


Die Erklärung des Aufsichtsratschefs im vollen Wortlaut



Wornowski, André