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Rostock Hansaviertel: Anwohnerparken kommt im Herbst
Mecklenburg Rostock Hansaviertel: Anwohnerparken kommt im Herbst
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00:00 25.04.2018
Wir gehen einen großen Schritt bei der Bürgerfreundlichkeit voran.Holger Matthäus (Grüne) Bausenator
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Hansaviertel

Das Hansaviertel bekommt das lang ersehnte Anwohnerparken: Ab Herbst sollen die Bewohner entsprechende Ausweise beantragen können, so das Ziel von Rostocks Bausenator Holger Matthäus (Grüne). Er spricht von einem großen Schritt nach vorne bei der Bürgerfreundlichkeit: „Wir erwerben die zur Zeit modernste Software für das Management von Parkausweisen.“ Die Beantragung und der Ausdruck der Papiere sei online von zuhause möglich. „Das Original wird kurze Zeit später per Post zugesendet“, so Matthäus. Ortsbeiratschef Karsten Cornelius (SPD) begrüßt die Entscheidung: „Das ist eine positive Nachricht.“ Auch wenn zuletzt gesagt worden sei, dass das Anwohnerparken schon zur Jahresmitte eingeführt werden solle, so Cornelius.

Stadt kauft für Einführung modernste Software / Weiteres Parkhaus gefordert

Seit Jahren kämpft der Ortsbeirat um die Einführung. Bereits im Jahr 2012 wurde das Anwohnerparken für das Hansaviertel beschlossen (die OZ berichtete). Doch lange passierte nichts. Grund: Der Stadt fehlt es an Personal und technischer Ausstattung. Dies sorgte im Ortsbeirat für Unverständnis und Unmut.

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Senator bittet um Entschuldigung

Bausenator Matthäus bittet nun um Entschludigung: „Wichtige Entscheidungen zur Softwarebeschaffung, personelle und finanzielle Engpässe trugen zur Verzögerung und zur berechtigten Verärgerung im Ortsbeirat bei. Das tut mir leid“, so Matthäus.

Der Senator will den Ortsbeirat an allen Entscheidungen zu dem Thema beteiligen. „Mir ist die Einbeziehung des Ortsbeirates um Herrn Cornelius wichtig, der von mir persönlich alle Termine zur eventuellen Teilnahme erhält und immer über den Arbeitsstand informiert ist.“ Sollten Verzögerungen eintreten, werden die Gründe für alle nachvollziehbar sein, so Matthäus. Er wisse um die Bedeutung des Anwohnerparkens für das Hansaviertel. „Die Parkplatzsituation ist hier, speziell im Thünenviertel, extrem strapaziert.“ Besonders Pendler, Angestellte der Unimedizin, aber auch Patienten im Klinikum würden ihr Auto dort oft tagelang abstellen und es den Anwohnern erschweren, einen Parkplatz zu finden. Das gehe auch zu Lasten der Natur: Weil der Parkdruck so groß ist, stellen Autofahrer ihre Fahrzeuge in der Hans-Sachs-Allee auf Baumscheiben der alten Alleebäume ab – und schädigen die 80 Jahre alten Linden.

Für Anwohner sollen nun Parkplätze reserviert werden. Mit einem entsprechenden Ausweis können sie ihre Autos dann auf den vorgesehenen Flächen abstellen. „Die Bewohner bekommen dadurch einen Vorsprung“, sagt Ortsbeiratschef Cornelius. Am Ende sei es jedoch nicht vielmehr als die Verwaltung des Mangels. Denn während der Autoverkehr durch den Klinikbetrieb an der Schillingallee stetig zunehme, seien im Hansaviertel in den vergangenen Jahren mehr als 150 Parkplätze abgebaut worden. Cornelius betont: „Das Problem kann nur durch ein weiteres Parkhaus gelöst werden.“

Weiter Ärger um Neubau

des Biomedicums

Im Ortsbeirat sorgte es nun erneut für Diskussionen, dass beim Neubau des Biomedicums an der Schillingallee zu wenig Stellflächen geschaffen werden. Ursprünglich wollte der landeseigene Berieb für Bau und Liegenschaften (BBL) hier 18 Parkplätze bauen. Der Ortsbeirat forderte jedoch 58, so wie es die alte Stellplatzsatzung der Hansestadt vorsah (die OZ berichtete). Inzwischen ist eine neue Satzung in Kraft getreten. Jetzt braucht der BBL nur noch zehn Parkplätze bauen – einen davon für Menschen mit Handicap. Auch muss der Betrieb keine Ablöse mehr an die Stadt zahlen. Diese wäre nach der alten Satzung fällig gewesen, weil nur 18 von 58 vorgeschriebenen Parkplätzen entstehen sollten. „Ich bin sprachlos“, sagt Cornelius. „Wie kann die Bürgerschaft so eine neue Stellplatzsatzung verabschieden, wenn das zum Nachteil der Bewohner führt.“Ortsamtsleiter Thomas Wiesner erklärte dazu, dass die neue Satzung vor allem eine Lückenbebauung mit Wohnhäusern im Stadtgebiet ermöglichen soll. Schließlich sei Wohnraum in der Stadt knapp. Davon profitiere nun eben auch der BBL.

André Wornowski

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