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Rostock Hansemesse wird Notunterkunft – Schule als Zwischenstation
Mecklenburg Rostock Hansemesse wird Notunterkunft – Schule als Zwischenstation
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08:33 14.09.2015
Die   Hansemesse in Rostock wurde zu einem Auffanglager für Flüchtlinge umgewandelt.
Die Hansemesse in Rostock wurde zu einem Auffanglager für Flüchtlinge umgewandelt. Quelle: Benjamin Vormeyer
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Rostock

Hunderte Flüchtlinge sind in Rostock angekommen, die meisten von ihnen wollen nach Schweden weiter. Für diese Menschen haben freiwillige Helfer Notunterkünfte in Sporthallen und Freizeiteinrichtungen hergerichtet.

In der Jenaplanschule stehen derzeit 70 Plätze bereit, um die Zeit bis zur Weiterreise zu überbrücken. Etliche Flüchtlinge kamen in der Nacht zu Sonntag dort an, weitere reisten Sonntagmittag an. Von den Flüchtlingen werden viele in den nächsten Tagen mit den Fähren Richtung Schweden fahren. Wer in Rostock bleiben möchte, wird in den Stadtteil Marienehe gebracht.

Die Stadt Rostock plant, die Hansemesse zu zentralen Anlaufstelle zu machen. Schon am Sonntagnachmittag sollte damit begonnen, bis zu 600 Notbetten aufzustellen, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die Messehalle habe den Vorteil, dass sie verkehrsgünstig in Hafennähe liege. Sie sei damit besser geeignet als mehrere kleinere Aufnahmestellen. Nach Lösungen für die dort geplanten Veranstaltungen und Messen werde gesucht.

Zu den Flüchtlingen, die per Bahn nach Rostock reisen, käme noch eine ebenso ungewisse Zahl von Menschen, die vom Land zugewiesen werden. Alle vorhandenen bisherigen Kapazitäten in der Hansestadt etwa im Asylbewerberheim in der Satower Straße oder in einem früheren Schulungszentrum würden schon jetzt gebraucht, sagte Kunze.

Zudem müsse sich die Stadt mit Plänen des Innenministeriums beschäftigen, in der Hansestadt eine Außenstelle der zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes in Horst aufzubauen. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) habe dafür auch das Kreuzfahrtterminal in Warnemünde vorgeschlagen. Die Planungen der Stadt liefen auf Hochtouren, Details könnten noch nicht berichtet werden, sagte der Sprecher.

Das bereits am Dienstagabend notdürftig als Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 80 Personen hergerichtete Gebäude der ehemaligen Hanseatischen Weiterbildungsgesellschaft in Rostock-Marienehe wurde mittlerweile auf 267 Plätze aufgestockt. Dort kommen jene Flüchtlinge unter, die in Rostock bleiben wollen.

Darüber hinaus wurden Zelte am Fährterminal im Überseehafen aufgestellt und Transfers abgesichert.

Vom Rostocker Hafen sind am Wochenende wieder Hunderte Flüchtlinge mit Fähren nach Schweden gereist. Bis Samstagabend seien 545 Menschen gezählt worden, sagte ein Polizeisprecher. Die letzte Fähre sei um 23.45 Uhr nach Trelleborg abgefahren.

Auch am Sonntagvormittag kamen nach Angaben der Polizei bereits wieder 70 Flüchtlinge am Rostocker Hauptbahnhof an. Sie seien von Helfern zum Hafen gebracht worden. Gegen Mittag wurde ein weiterer Zug am Bahnhof erwartet.



Thomas Niebuhr und Dpa