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Rostock Happy End für diabeteskranke Johanna (5)
Mecklenburg Rostock Happy End für diabeteskranke Johanna (5)
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10:32 08.03.2019
Anja Fischer von der Agentur für Pflegeberatung hat Sebastian Dreßler eine Pflegerin für seine diabeteskranke Tochter Johanna vermittelt. Quelle: Claudia Labude-Gericke
Rostock

Aufatmen bei Familie Dreßler: Nachdem die Ostsee-Zeitung über das Schicksal ihrer diabeteskranken Tochter Johanna berichtet hatte, für die sich kein Pflegedienst fand, hat sich die Lage jetzt zum Positiven gewendet. „Wir haben ganz viele Reaktionen zum Artikel erhalten: von Pflegedienst-Mitarbeitern, die bei ihren Chefs nachfragen wollten, bis zu anderen Familien mit Kindern, die an Diabetes Typ 1 leiden“, erzählt Vater Sebastian. Mittlerweile sind er und Frau Nicole mit anderen Eltern in Kontakt, erhalten durch diesen Erfahrungsaustausch auch wichtige Tipps für alle notwendigen Behördengänge. Außerdem hat sich ein Pflegedienst gefunden, der das Spritzen von Johanna übernimmt, so dass die Fünfjährige am normalen Alltag im Kindergarten teilnehmen kann.

Fachliche Unterstützung beim Kontakt mit den Ämtern

Immer zum Frühstück und Mittagessen kommt Schwester Nancy Miks in die Kita, misst den Blutzucker des Mädchens und spritzt die notwendige Insulinmenge. „Das hilft uns sehr“, sagt Vater Sebastian. Vor allem, weil nicht nur er, sondern auch Mama Nicole nach der Elternzeit mit den jüngeren Zwillingssöhnen wieder berufstätig sind und ihre Tochter gut versorgt wissen. Die Vermittlung lief über die Agentur für Pflegeberatung aus Rostock. Anja Fischer stellte den Kontakt her und unterstützt die Familie beim Kontakt mit den Ämtern.

Antrag auf Integrationshelfer noch immer in der Prüfung

Denn noch immer, fast neun Monate nach Johannas Diagnose, warten die Dreßlers auf die Entscheidung über einen Integrationshelfer. Bereits Ende Januar hatte Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) erklärt, dass der Antrag der Familie intensiv geprüft würde. Das dauere auch aktuell noch an. Die regelmäßigen und verlässlichen Leistungen des Pflegedienstes beruhigen die Eltern zwar – „aber ein Integrationshelfer wäre die ganze Zeit an Johannas Seite, zum Beispiel auch bei Ausflügen“, so Sebastian Dreßler. „Und ich kann nicht wirklich ruhig arbeiten, wenn ich nicht weiß, dass im Kindergarten alles läuft“, ergänzt seine Frau Nicole, die als Arzthelferin tätig ist.

Schulkrankenschwester könnte vielen Kindern helfen

Auch wenn die mehrmalige Insulingabe im Kindergarten aktuell reibungslos funktioniert – Johannas Eltern hoffen auch mit Blick auf die Einschulung des Mädchens 2020 auf einen Integrationshelfer. Prof. Jan Däbritz, Direktor der Kinder- und Jugendklinik der Rostocker Universitätsmedizin, kann diese Sorgen verstehen. „Leider ist es so, dass die Eltern sehr oft Schwierigkeiten haben, einen entsprechenden Pflegedienst für die Insulingaben während der Schulzeit zu finden“, so der Experte. Ideal wäre es deshalb, wenn Schulen über jeweils eine eigene Schulkrankenschwester oder einen Pfleger verfügen würden. Das könnte allen chronisch kranken Kindern helfen. „Integrationshelfer sind nämlich primär auf Kinder und Jugendliche mit neuropädiatrischen Krankheitsbildern beziehungsweise Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen spezialisiert und nicht auf Diabetes mellitus“, so Däbritz.

Claudia Labude-Gericke

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