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Rostock Haus der Justiz nach acht Jahren fertig
Mecklenburg Rostock Haus der Justiz nach acht Jahren fertig
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00:08 23.05.2018
Projektleiter Holger Richter vom BBL steht im Innenhof des „Hauses der Justiz“ in Rostock. Quelle: Foto: Ove Arscholl
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Stadtmitte

Lange acht Jahre hat es gedauert: Seit 2010 sanierte das Land das Haus der Justiz, die ehemalige Bezirkszentrale der Staatssicherheit an der August-Bebel-Straße. Rund 18,1 Millionen Euro investierte der Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) in das denkmalgeschützte Gebäude. In den kommenden Wochen werden die letzten Büros bezogen.

Nur noch Restarbeiten sind zu erledigen und die Gestaltung der Außenanlagen fehlt noch, teilt BBL-Sprecher Christian Hoffmann beim Rundgang durchs Haus mit. Allerdings muss an einigen Stellen nachgebessert werden.

Die IT-Abteilung der Justiz wird als letzte Abteilung in die noch freien Räume ziehen. Land-, Sozial- und Arbeitsgericht haben hier ihren Sitz. Bis Juni sollen alle Büros endgültig belegt sein. Alles ist barrierefrei erschlossen, betont BBL-Projektleiter Holger Richter. So wurden spezielle Tafeln und Wegeführungen installiert, die es zum Beispiel Sehbehinderten möglich machen, sich im Gebäude zu orientieren.

Doch aus Sicht der Nutzer sei längst nicht alles optimal im Haus, beklagt Richterin Hansje Eidam, Sprecherin des Landgerichtes. „Der Endzustand ist noch nicht erreicht.“ Die klimatischen Bedingungen in Büros seien teilweise nicht die besten, der Keller in den ersten Bauabschnitten feucht und die Akustik im großen Verhandlungssaal lasse Verhandlungen kaum zu. Vor allem bei den großen Strafprozessen mit einem vollen Saal gebe es erhebliche Verständigungsschwierigkeiten, so dass teilweise darauf verzichtet werde, den Raum zu nutzen.

Das Problem mit der mangelhaften Akustik im Verhandlungssaal sei dem BBL seit geraumer Zeit bekannt, erklärt Projektleiter Holger Richter. Inzwischen befinde sich der Bauherr in einem Rechtsstreit mit den ausführenden Firmen. Gleichwohl habe der BBL dem Justizministerium zugesagt, die Probleme unabhängig vom juristischen Verfahren zu beseitigen. Gerade bei solchen Bauvorhaben sei das Nachbessern nicht unüblich, erklärt Christian Hoffmann: „Das ist ein ständiger Prozess.“ Und die Kellerräume waren zunächst als Lager angefordert worden – und da gebe es weniger strenge klimatische Anforderungen als für Archive, ergänzt Holger Richter: „Das Haus war nicht für die Justiz gebaut worden.“

Die Sanierung des denkmalgeschützten Baus aus den 1950er Jahren habe den BBL vor besondere Herausforderungen gestellt, erläutert Holger Richter. So gab es die Auflagen, Fassaden oder Treppenhäuser im Stil des „nationalen Historismus“ jener Zeit zu erhalten. „Wir konnten nicht so bauen, wie wir wollten, die Justiz nicht so arbeiten, wie sie wollte.“ Im Vorfeld fiel die Entscheidung, die Sanierung in drei getrennten Bauabschnitten zu erledigen. So erkläre sich auch die lange Bauzeit von acht Jahren, erläutert Holger Richter. So mussten in dieser Zeit für die Gerichte Räume in der alten Post am Neuen Markt angemietet werden.

Mit jedem fertigen Bauabschnitt wurden wieder Kisten gepackt, und die Justiz-Mitarbeiter mussten auch innerhalb des Hauses mehrfach umziehen. Im zweiten Bauabschnitt entstand ein ganz neuer Trakt für die Sitzungssäle.

Bestandteil des dritten Bauabschnittes war außerdem der Abriss des Verbindungsbaus zwischen Gerichtsgebäude und dem Bau der Telekom. Ziel der Stadt war es, den „grünen Weg“ als Verbindung von der August-Bebel-Straße in Richtung Bahnhof zu öffnen, erläutert Christian Hoffmann. Die Übergabe des dritten Bauabschnittes an die Nutzer erfolgte nun im April. In unmittelbarer Nachbarschaft investiert das Land nun weitere knapp drei Millionen Euro in die Sanierung der ehemaligen Stasi- Untersuchungshaft. Im Zuge der Arbeiten soll auch der Haupteingang in die Dokumentations- und Gedenkstätte in den „grünen Weg“ verlegt werden.

Ehemalige Bezirkszentrale

18,1 Millionen Euro sind insgesamt in das Haus der Justiz investiert worden. Zuständig für Bauarbeiten und Bewirtschaftung

ist der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL). Die ehemalige Bezirkszentrale der Staatssicherheit wird seit Mitte 2010

saniert. Mit dem dritten Bauabschnitt ist jetzt die Sanierung abgeschlossen. Das 1954 erbaute Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Thomas Niebuhr

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