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Rostock Heimatgeschichten sammeln: Chronisten tagen in Güstrow
Mecklenburg Rostock Heimatgeschichten sammeln: Chronisten tagen in Güstrow
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12:32 31.03.2019
Der Rostocker Dr. Joachim Lehmann nimmt an der Fachtagung für Ortschronisten in Güstrow teil. Quelle: Susanne Gidzinski
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Güstrow/Rostock

 Mit seiner Wahlheimat Rostock fühlt er sich auf eine ganz besondere Art und Weise verbunden. Dr. Joachim Lehmann lebt seit 55 Jahren in der Hansestadt und kann sich keinen schöneren Ort zum Wohnen vorstellen. Vor allem der Ortsteil Brinckmansdorf, in dem er seit über 26 Jahren zu Hause ist, hat es ihm angetan. „Als Historiker habe ich Interesse daran zu erfahren, was passiert ist. Also fing ich an ein paar Nachforschungen über unsere Gegend anzustellen“, sagt Lehmann. Eine anfängliche Neugier, die sich rasch zu einem Hobby entwickelte, wie er bestätigt. „Unser Haus gehört zu den ersten in Brinckmansdorf. Es hat eine lange Geschichte zu erzählen“, berichtet der 75-Jährige. „Und so kam eines zum anderem. Ich fing an mich immer mehr mit der Entstehung des Stadtteils zu befassen und einzelne Momente zusammenzutragen.“

Das kulturelle Gedächtnis bewahren

Mit seiner Vorliebe für die historische Entstehungsgeschichte eines Ortes steht der Rostocker längst nicht alleine da. Rund 50 Chronisten und Heimatforscher aus dem Landkreis trafen sich am Sonnabend in Güstrow zu einem Erfahrungsaustausch. Die Fachtagung – organisiert durch die Stiftung Mecklenburg – stand unter dem Motto: „Digitale Recherche und Veröffentlichung“. „Das ist eine gute Möglichkeit, um mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen und den Stand der Dinge zu vergleichen“, so Lehmann. Er ist das erste Mal bei der Tagung dabei und freut sich besonders auf die Vorträge seiner Kollegen.

„Ortschronisten sind wichtig für die Heimatpflege in unserer Region. Sie machen Zusammenhänge sichtbar, bewahren das kulturelle Gedächtnis und fördern die Heimatverbundenheit“, betont Landrat Sebastian Constien zu Beginn der Veranstaltung. In Zeiten in denen Informationen schnell über soziale Medien verbreitet werden können, sei es umso wichtiger diese mühevolle und sorgfältig recherchierte Arbeit zu wertschätzen. Das Internet könne zudem wesentliche Vorteile für die Chronisten bringen, wie Florian Ostrop von der Stiftung Mecklenburg ausführt: „Die Digitalisierung ermöglicht einerseits eine schnelle Vernetzung untereinander und andererseits erleichtert sie die Zugänglichkeit zu verschiedenen Werken.“ Damit könne ebenfalls eine jüngere Zielgruppe erreicht werden, hofft der Organisator.

100 Jahre Brinckmansdorf

Ein Thema, das auch für Joachim Lehmann immer interessanter wird. Zusammen mit anderen Bewohnern aus Brinckmansdorf hat er eine Interessensgemeinschaft gegründet, welche die Ortsentwicklung kleinteilig recherchiert und dokumentiert hat. Die Ergebnisse ihrer Arbeit haben sie sorgfältig auf einer speziell eingerichteten Internetseite zusammengetragen. „Wir machen das, weil es uns Freude bereitet und weil wir den Menschen zeigen wollen, was für Geheimnisse der Stadtteil verbirgt“, erklärt der 75-Jährige. Er würde sich wünschen, dass sich mehr Einwohner an der Erschließung der Geschichte beteiligen würden. „Brinckmansdorf ist nach dem Ersten Weltkrieg entstanden und feiert 2021 sein 100-jähriges Bestehen“, verkündet der Rostocker voller Vorfreude. „Für die Vorbereitungen des Jubiläums könnten wir durchaus noch weitere Fotos oder andere Materialien aus vergangenen Zeiten gebrauchen“, merkt der Historiker an. Aktuell beschäftige er sich mit der Entstehungsgeschichte der Tessiner Straße.

Ehrenamt mit Leidenschaft

„Ortschronisten sammeln und halten Materialien und Momente für die Ewigkeit fest“, erklärt Ostrop. Ziel der Ehrenamtler sei es die Geschichte am Leben zu erhalten und für die Nachkommen zugänglich zu machen. „Viele machen aber mehr als nur das. Sie stellen Zusammenhänge her und legen sehr viel Herzblut in ihre Arbeit.“ Auf den regelmäßigen Sitzungen bekämen sie schließlich die Möglichkeit die Früchte ihrer Arbeit zu präsentieren und sich untereinander auszutauschen. Jedes Jahr wieder sei der Organisator von der Vielzahl an Teilnehmern überwältigt. „Es ist schön zu sehen, dass Interesse so groß ist“, freut sich Ostrop.

Susanne Gidzinski

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