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Rostock Hier entsteht ein Wohnblock für Werftarbeiter in Rostock
Mecklenburg Rostock Hier entsteht ein Wohnblock für Werftarbeiter in Rostock
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09:26 13.07.2019
Im Fritz-Triddelfitz-Weg, direkt hinter dem Elbotel, sollen zukünftig bis zu 238 Arbeiter aus dem europäischen Ausland unterkommen und auf der Neptun Werft arbeiten. Quelle: Moritz Naumann
Rostock

Vom Fritz-Triddelfitz-Weg aus kaum ersichtlich, direkt hinter dem Elbotel, befindet sich ein Häuserblock aus der DDR-Zeit. Dieser steht nun schon einige Zeit leer, doch schon bis zum Ende des Jahres könnte er wieder mit Leben gefüllt werden. Denn die Phereclus International GmbH, ein Düsseldorfer Korrosionsschutz-Unternehmen, will das Haus für Werftmitarbeiter aufbereiten. So könnte hier, ähnlich wie in Wismar, ein Wohnquartier für Angestellte einer Fremdfirma entstehen.

„Wir stehen dem Vorhaben wohlwollend und offen gegenüber“, sagt Peter Jänicke (Linke), Ortsbeiratsvorsitzender von Reutershagen. Im Rahmen einer Beiratssitzung stellte Nazmi Mante-Hassan, Leiter der Geschäftsentwicklung der Phereclus International GmbH, das Bauvorhaben für das Gebäude im Fritz-Triddelfitz-Weg vor. „Wir freuen uns, dass das Haus nicht verwahrlost oder gar dem Vandalismus zum Opfer fällt“, sagt Jänicke. Früher sei das Gebäude in Nutzung der Bauunion gewesen. Später befand sich dort das Wohnungsbaukombinat.

Arbeitskräfte aus Bulgarien, Griechenland und Skandinavien

In den knapp 90 Zimmern sollen bis zu 238 Arbeiter Platz finden – und zwar schon zum Ende dieses beziehungsweise Anfang nächsten Jahres. Die Arbeiter kämen ausschließlich aus dem europäischen Ausland – demnach aus Bulgarien, Griechenland und Skandinavien. Jeweils sollen sie nur wenige Wochen bzw. Monate in Rostock eingesetzt werden. „Da wird es wohl eine hohe Fluktuation geben“, sagt Jänicke.

Am Gebäude selbst befindet sich schon ein großes Gerüst, an dem jetzt schon zahlreiche Arbeiter beschäftigt sind. Auf Nachfrage sagen sie, dass sie für Phereclus arbeiten und die Außenfassade sanieren. Dabei sei der Bauantrag bei der Stadtverwaltung noch gar nicht durch. „Wir warten noch auf die abschließende Genehmigung“, sagt Nazmi Mante-Hassan. Der Leiter der Geschäftsentwicklung bestätigt, dass man Bauherr sei und verweist auf die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt und Rostock Business. Darüber hinaus will er sich aber nicht näher zu dem Vorhaben äußern.

Die Außenfassade der geplanten Unterkunft wird bereits saniert. Quelle: Moritz Naumann

Mitten im Planungsprozess

Rostock Business ist der Ansprechpartner für Neuansiedlungen und Vernetzungen von Unternehmen in Rostock. Peggy Eitel, verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, sagt, dass es zu diesem Projekt bisher noch nichts Spruchreifes zu vermelden gebe. „Wir befinden uns mitten im Bau- und Planungsprozess.“ Jedoch liege ihr die Unternehmenspräsentation zu dem Vorhaben im Fritz-Triddelfitz-Weg vor.

Demnach soll der Komplex mit einer Kantine ausgestattet sein. Jedes Zimmer bekommt eine Küche und es gebe Pläne für ein Mobilitätskonzept. „Die Arbeitskräfte sollen vom Flughafen bis zur Unterbringung gebracht werden. Außerdem soll ein Shuttle dafür sorgen, dass sie von der Unterkunft zur Arbeit gelangen.“ Das gehe auch mit neuen Arbeitsstellen für Rostock einher. „Für dieses Projekt werden Köche, Fahrer, Hotel- und Verwaltungspersonal gebraucht.“

Erfahrungen in der Region

Phereclus International ist Geschäftspartner der Meyer Werft GmbH und saniert die Unterkunft für Arbeiter der Warnemünder Neptun Werft. Das Unternehmen kann diverse Erfahrungen vorweisen. „Wir haben auch schon für die Werft in Papenburg gearbeitet“, sagt Mante-Hassan. Darüber hinaus wird auf der Internetseite des Unternehmens ersichtlich, dass die Firma an der Fertigstellung der zweiten Strelasundquerung beteiligt und beim Bau der Aidastella alleinig für den Korrosionsschutz verantwortlich war.

Das Vorhaben erinnert an die Unterbringung von Fremdfirmen-Mitarbeitern in Wismar. Hier soll am Alten Holzhafen ein Wohngebäude entstehen. Im Moment kommen die Arbeitskräfte noch auf dem Wohnschiff „Superstar Libra“ unter, das seit Juni im Wismarer Hafen liegt. Dieses soll dann, sobald das Gebäude steht, verkauft werden.

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Moritz Naumann