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Rostock Fehlende finanzielle Mittel: Hilferuf von der Rostocker Caritas
Mecklenburg Rostock Fehlende finanzielle Mittel: Hilferuf von der Rostocker Caritas
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14:12 31.10.2019
Frank Kapler, Leiter des Kontaktladens, präsentiert die neue und frisch renovierte Küche. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Sie unterstützen Menschen in Not und beraten in jeder Lebenslage. Rund 330 Mitarbeiter und 400 Ehrenamtler der Rostocker Caritas sind täglich für andere im Einsatz. Nun aber benötigen sie selbst Hilfe. Marode Schränke, kaputte Fußböden und ein defektes Fahrzeug stellen den Verein immer wieder vor neue Herausforderungen.

„Wir haben einige Baustellen, die wir nach und nach angehen müssen“, sagt Andreas Meindl, Regionalleiter der Caritas in Rostock. Betroffen seien vor allem die Sozialstation Warnemünde und der Kontaktladen in der Innenstadt. Während einige Problemstellen mit Hilfe finanzieller Unterstützung der Ortsbeiräte und Ämter bereits ausgebessert werden konnten, warten andere darauf, behoben zu werden.

Ortsbeirat will Sozialstation fördern

Die Sozialstation der Caritas in der Warnemünder Wachtlerstraße bietet seit 1991 ambulante Alten- und Krankenpflege zur Unterstützung von Menschen mit Hilfebedarf in ihrer häuslichen Umgebung. Genauso alt wie das Büro sei mittlerweile auch die Küche, wie Birgitta Schützel in der Sitzung des Ortsbeirates Mitte Oktober berichtete.

Die Arbeitsflächen seien beschädigt, der Teppichboden abgenutzt und die Türen würden aus der Verankerung fallen. „Die Station ist nach all der Zeit stark in die Jahre gekommen“, sagt die stellvertretende Pflegedienstleiterin. Eine Renovierung sei daher dringend notwendig. „Doch aus eigener Tasche können wir das nicht berappen“, berichtet Schützel und bittet den Ortsbeirat um Hilfe.

Einstimmig gewähren die Mitglieder des Gremiums die Zuwendung von 1000 Euro – unter Vorbehalt der Förderfähigkeit. „Wir wollen alles unterstützen, was gut für Warnemünde ist. Am Ende aber entscheidet die Verwaltung, ob das Projekt einen Zuschuss erhält oder nicht“, erklärt der Ortsbeiratsvorsitzende Alexander Prechtel (CDU).

Neue Küche für den Kontaktladen

Wie gut das funktionieren kann, zeigt sich am Beispiel des Kontaktladens im Rostocker Stadtzentrum. „Wir haben 500 Euro beim Ortsbeirat Stadtmitte für die Renovierung der Küche beantragt und das Geld bekommen“, erzählt Meindl. Die Arbeiten sind erst vor wenigen Tagen beendet worden.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Schränke bis an die Decke, eine moderne Spüle und eine nagelneue Abzugshaube. „Einige der alten Geräte haben wir behalten, weil sie noch gut funktioniert haben“, berichtet Frank Kapler, Leiter des Kontaktladens. Er ist erleichtert, dass die alten Schränke nun der Vergangenheit angehören. „Die sind regelrecht auseinandergefallen.“

Ein Bus für alle Fälle

Nichtsdestotrotz gebe es noch einige andere renovierungsbedürftige Ecken im Kontaktladen. „Am meisten drückt aber, dass wir kein vernünftiges Fahrzeug haben“, erklärt Meindl. Der Bus, den sich die Streetworker mit der Behindertenhilfe teilen, stehe ihnen manchmal mehrere Wochen nicht zur Verfügung. Aktuell befinde er sich in der Werkstatt. „Wir mussten ihn zur Notreparatur geben“, so der Regionalleiter weiter.

Fatal, denn das Fahrzeug werde dringend benötigt. „Unter anderem funktioniert der mobile Spritzentausch über das Auto“, sagt Max Marquart, Fachdienstleiter der Suchthilfe. Hierbei werde Drogenkonsumenten die Möglichkeit geboten, benutzte Spritzen gegen neue Spritzen umzutauschen. Damit verringere sich das Risiko von Infektionen. „Wir sind für Menschen da, die von anderen Hilfesystemen nicht zu erreichen sind. Wir müssen sie erreichen können – egal an welchem Ort. Und dafür brauchen wir das Fahrzeug.“

Blickdicht müsse es sein. Mit einer Sitzecke für Gespräche, einer Heizung und ausreichend Stauraum für jegliche Materialien und Akten. Die Anschaffungskosten für ein Wohnmobil, das all diese Kriterien erfüllt, schätzt Marquart auf etwa 20.000 Euro. „Doch das Geld fehlt.“

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Von Susanne Gidzinski

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