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Rostock Hinter alten Gemäuern: Rostocks Denkmäler öffneten ihre Türen
Mecklenburg Rostock Hinter alten Gemäuern: Rostocks Denkmäler öffneten ihre Türen
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18:38 08.09.2019
Melanie (47) und Giulia (29) Germanotta zeigen die historische Deckenbemalung im Restaurant „Blauer Esel“ in der Eselföterstraße. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ – unter diesem Motto stand der bundesweite Tag des offenen Denkmals. In der Hansestadt und dem Landkreis haben am Sonntag zahlreiche historische Stätten ihre Türen für interessierte Besucher geöffnet. Vereine, Bauherren und Inhaber luden zu Ausstellungen und Führungen ein. Ob im Kröpeliner Tor, dem ehemaligen Hansakino oder im Munch-Haus in Warnemünde – in allen teilnehmenden Denkmälern drängten sich die Besucher, um spannende Geschichten über die Bauten zu erfahren und neue Blickwinkel einzunehmen.

Die Stadt mit anderen Augen sehen

„Es ist schön die Stadt einmal mit anderen Augen zu sehen und Orte zu erleben, denen man sonst keine oder nur wenig Beachtung schenkt“, sagt Miriam Wagner. Sie lebt seit zwei Jahren in Rostock und liebt es neue Ecken für sich zu entdecken. „Ich zeichne gerne und hole mir oft Inspiration aus der Umgebung“, erzählt die 27-Jährige. Besonders haben es ihr die alten Fischerhäuser im Ostseebad angetan. Ein Blick ins Heimatmuseum sei daher ein Muss.

Dorthin hat es auch Julia Klosters (29) und Ines Natho (55) verschlagen. Mutter und Tochter wohnen in zwei unterschiedlichen Städten und machen derzeit Urlaub in Warnemünde. „Wir haben geschaut, welche Denkmäler in der Nähe unserer Unterkunft sind“, berichtet Natho. Zufällig seien sie dann auf das Heimatmuseum gestoßen. „Hier kann man Geschichten erfahren, die nicht alltäglich sind und das finde ich schön“, ergänzt Klosters.

Warteschlangen und volle Stuben

Das alte Fischerhaus, dass Einblicke in das Leben, in die Wohnverhältnisse einer Warnemünder Familie um 1890 gewährt, ziehe jedes Jahr am Tag des offenen Denkmals zahlreiche Besucher an, wie Christoph Wegner, Leiter des Heimatmuseums, bestätigt. Bereits am frühen Morgen sind die Stuben gut gefüllt.

Ob Kirchen, Museen oder Bildungsstätten – zahlreiche Denkmäler in Rostock haben am Sonntag ihre Türen für Besucher geöffnet. Einen Einblick hinter die Gemäuer gibt es hier.

Ähnlich sehe die Situation am Hellingkran der Neptunwerft aus, wie Frank Wolter aus Satow berichtet. Gemeinsam mit seiner Frau wollte er die 124 Stufen zur Aussichtsplattform erklimmen. „Doch die Schlange dort ist so lang, dass wir erst einmal beschlossen haben, das Uni-Hauptgebäude zu besuchen.“ Für ihn ist der Ausflug in die Hansestadt wie eine kleine Reise in die Vergangenheit. „Ich habe früher auf dem Werftgelände gearbeitet und erinnere mich noch genau, wie es hier damals aussah.“

Einzigartige Deckenkunst

Um eine Vorstellung davon zu haben, wie die Zeecksche Villa eines Tages aussehen wird, braucht es noch ein wenig Fantasie. Im Inneren des Gebäudes in der August-Bebel-Straße dominiert aktuell eine Baustelle. „Wir wollten Interessierten aber dennoch die Möglichkeit geben, einen Blick in die Villa zu werfen“, sagt Bauherr und Arcona-Chef Alexander Winter. Eine Chance, die sich nur selten biete, denn das Haus, welches 1909 für die Kaufmannsfamilie Zeeck errichtet wurde, ist nicht öffentlich zugänglich.

Rosemarie Weber ließ sich nicht zweimal bitten. Die Rostockerin ist jedes Jahr am Tag des offenen Denkmals unterwegs, um genau solche „historischen Schätze zu erkunden“. „Ich war tatsächlich noch nie hier drinnen. Aus Stralsund kenne ich aber bereits andere Bauwerke der Familie Zeeck“, verrät sie. Eines habe die Rostocker Villa den anderen aber voraus. „Sie ist mit einer zentralen Staubsaugeranlage und einem für damalige Zeiten modernen Bad ausgestattet“, erzählt Arkona-Pressesprecherin Christiane Winter-Thumann. Dass das über 100 Jahre alte Haus bereits über eine solche Ausstattung verfügt, hätte Weber nicht gedacht. Im nächsten Jahr möchte sie sich das Gebäude im fertigen Zustand anschauen. „Ich hoffe, dass es dann wieder eine Führung geben wird“, sagt die Rostockerin, während sie die Rosettendecke im Speisesaal bewundert.

Mit seiner außergewöhnlichen Decke verzaubert auch das Restaurant „Blauer Esel“, die Gäste. Das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus geht auf die Zeit um 1550 zurück. Heute erinnern die alten Türen, Holzbalken und die Treppe an die damalige Zeit. „Das macht das Haus so besonders. Es hat eine ganz eigene Aura“, findet Geschäftsführerin Melanie Germanotta. Bereits im Februar wurde das Restaurant eröffnet. „Viele kennen das Schmuckstück aber noch nicht. Umso schöner ist es, dass sie sich heute die Zeit nehmen und das einzigartige Gebäude besichtigen“, so Germanotta. Sie erwartet knapp 3 000 Besucher.

Von Susanne Gidzinski

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