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Rostock Hip-Hop übern großen Teich: Rostocker Tanz-Duo startet bei WM in Orlando
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Hip-Hop übern großen Teich: Rostocker Tanz-Duo startet bei der Weltmeisterschaft in Orlando

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20:27 12.02.2020
Anika Preuss und Gordon Neumann (beide 32) wollen zur Hip-Hop-Weltmeisterschaft nach Orlando fliegen. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Rostock

Entspannen am Strand, auf den Spuren von Mickey Mouse durchs Disneyland schlendern oder im Kennedy Space Center die Geschichte der Raumfahrt erleben: Es gibt viel, was man in Orlando (USA) erleben kann. Schließlich gilt die Stadt im US-Bundesstaat Florida als Vergnügungsparadies. Doch die beiden Rostocker Anika Preuss und Gordon Neumann haben dafür keinen Sinn, wenn sie im April über den großen Teich fliegen.

Für die leidenschaftlichen Tänzer geht es in Orlando um alles: Sie treten mit dem Deutschen Hip-Hop-Nationalteam des Verbandes CCVD bei der Weltmeisterschaft an. „Für uns ist das eine riesige Ehre“, sagt Gordon Neumann. Dass sie es in den Kader geschafft haben, sei nicht selbstverständlich. „Wir sind die Ältesten im Team, es gibt auch Tänzer, die sind erst 13“, sagt der Rostocker.

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Tanzauftritt mit DJ Bobo

Anika und Gordon kennen sich aus Jugendtagen, haben bereits in den 90er Jahren zusammen getanzt. „Immer Hip-Hop“, sagt Anika, die aus ihrer Leidenschaft einen Beruf gemacht hat. Sie ist gelernte Sport- und Fitnesskauffrau und arbeitet bei der Rostocker Tanzschule Schimmelpfennig. Dort trainiert sie nicht nur Erwachsene, sondern gibt vor allem ihre Hip-Hop-Erfahrung an den Nachwuchs weiter.

Gordon arbeitet im Hauptberuf als Betriebstechniker in der Rostocker Universitätsklinik. „In der Freizeit bin ich aber auch Trainer – bei der Dance Factory“, erzählt der junge Rostocker.

Rostocker Tänzer hoffen auf Unterstützer

Im Tanzsportbereich gibt es viele verschiedene Verbände und dadurch auch diverse Meisterschaften, selbst weltweit. Die beiden Rostocker Anika Preuss und Gordon Neumann haben es in den Nationalkader des CCVD geschafft und starten im April bei der Hip-Hop-Weltmeisterschaft in Orlando, Florida. Weil ihr Verband nur klein ist, müssen die Athleten viel selbst bezahlen. Deshalb hoffen die Rostocker auf Unterstützer und haben eine Online-Spendenaktion gestartet, die noch bis Ende Februar läuft. Je nach Höhe der Prämie können sich Spender auch über Auftritte des Duos oder Tanzkurse freuen: https://www.99funken.de/rostocktanztwm

Nur Lehrer zu sein, reichte beiden aber nicht. „Nach einer Verletzungspause und als wir beide 30 wurden, haben wir uns überlegt, es noch mal als Duo zu versuchen. Nach dem Motto: ,Wenn nicht jetzt, wann dann?’“, erinnert sich Anika Preuss.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die beiden Freunde fuhren zu einem Casting, bei dem Tänzer für die Tour von Popstar DJ Bobo gesucht wurden. Und das Duo überzeugte. „Wir durften dann bei den Auftritten in Schwerin, Kiel und Hamburg auf der Bühne mittanzen“, so die 32-Jährige.

Schneller Erfolg und viele Meistertitel

Die Rostocker „Duo-Dancers“ können aber nicht nur Show, sondern meisterten auch Wettbewerbe. „Bei den offenen Streetdance-Meisterschaften in Schwerin haben wir dann im Duo-Bereich den ersten Platz gemacht“, zählt Anika nur einen ihrer Erfolge auf.

Dazu kamen bis heute ein norddeutscher Meistertitel, der dritte Platz bei einer deutschen Meisterschaft sowie der Vize-Titel bei einer Weltmeisterschaft. „Im Gegensatz zu anderen Sportarten gibt es beim Tanzen viele verschiedene Verbände und deshalb auch diverse Meisterschaften“, klärt die Profitänzerin auf.

Anika Preuss und Gordon Neumann (beide 32) wollen zur Hip-Hop-Weltmeisterschaft. Quelle: OVE ARSCHOLL

Der Erfolg des Duos sorgte auch weit über Rostock hinaus für Aufmerksamkeit in der Branche. Es folgte die Einladung zum Casting für die Nationalmannschaft Hip-Hop des Verbandes CCDV. Seit Herbst wissen Anika und Gordon, dass sie es ins Team geschafft haben. „Die Freude ist natürlich groß, aber die Kosten sind es auch“, sagt der 32-jährige Gordon, der mit Frau und Sohn in Rostock lebt.

Teammitglieder müssen die Kosten selbst tragen

Um sich perfekt auf die WM vorzubereiten, müssen sich die Mitglieder des Nationalteams, die aus der ganzen Republik kommen, nicht nur individuell vorbereiten. Da sie in Orlando in der Gruppe auftreten, gibt es regelmäßige Trainingswochenenden an den verschiedensten Orten Deutschlands. Fahrtkosten, Unterkunft – da kommt einiges zusammen. „Ich bin meinem Arbeitgeber schon sehr dankbar, dass er mir den Rücken freihält und für Vertretung sorgt, wenn ich wegen des Trainings mal nicht in Rostock bin“, sagt Anika.

Anders als bei vielen Ballsportarten gebe es beim Tanzen auch kaum Sponsoren. Und der Verband sei zu klein, um die Athleten zu finanzieren. Die Mitglieder des Nationalteams müssen deshalb Flug, Unterkunft und Teamoutfit selbst bezahlen.

Per Internet-Spendensammlung hoffen die beiden Rostocker nun auf ein bisschen Unterstützung, damit ihr Traum vom Titelkampf in Amerika wahr wird. Je nach Höhe des Betrages bedanken sich beide dafür bei ihren Spendern auch mit Auftritten oder auch Tanzkursen. Noch bis Ende Februar läuft die Aktion im Netz.

Große Kulisse bei der WM in Amerika

Neben ihren Jobs treffen sich die Duo Dancer aktuell ein- bis zweimal die Woche am späten Abend, um zu trainieren. Je näher der Wettkampf rückt, desto intensiver wird natürlich auch das Üben. Auch ein gemeinsames Trainingslager der Nationalmannschaft steht noch an, bevor der Flieger am 18. April Richtung Orlando abhebt.

Was dort passiert, wissen beide nur vom Hörensagen. „Aber da die Hip-Hop-Wettbewerbe Teil der Cheerleading-Weltmeisterschaften sind und das in Amerika super beliebt ist, wird es bestimmt eine überragende Kulisse sein“, freut sich Anika schon jetzt auf den bisher wichtigsten Wettbewerb ihrer Tänzerkarriere.

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Von Claudia Labude-Gericke

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