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Rostock Historische Fotoalben zeigen zerbombtes Rostock
Mecklenburg Rostock Historische Fotoalben zeigen zerbombtes Rostock
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05:03 29.03.2019
In der Langen Straße entstanden enorme Schäden durch die Bomben.. Quelle: Archiv Gill
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Rostock

Für Historiker stellen die drei Fotomappen eine kleine Sensation dar. Seit November vergangenen Jahres sind sie in Besitz von Dr. Hartmut Gill (62). Der bekannte Rostocker Arzt und Buchautor erwarb die außergewöhnlichen Alben im Auktionshaus „Küstenhammer“ in der Langen Straße. „Als sie zur Versteigerung aufgerufen wurden und ich hörte, dass sie Aufnahmen enthalten, die unmittelbar nach den alliierten Bombenangriffen vom 20. Und 21. April 1943 auf Rostock entstanden, war ich fest entschlossen, diese seltenen Dokumente zu ersteigern“, erzählt Gill. Als Meistbietender hielt er sie wenig später in der Hand mit „einem Gefühl, zwischen Gänsehaut und Faszination“. Eine verständliche Reaktion, denn die Mappen enthalten mehr als 200 Fotos, die teilweise in den noch rauchenden Trümmern der alten Hansestadt gemacht wurden.

Ein Rostocker Arzt und Autor hat Fotoalben mit Aufnahmen nach dem Zweiten Weltkrieg ersteigert. Sie dokumentieren die Schäden in der Stadt. Jetzt soll aus dem Material ein Buch werden.

Fotograf muss offiziellen Rang gehabt haben

Wer aber hatte damals auf den Auslöser gedrückt? Die zerstörten deutschen Städte im Bild festzuhalten, war von den Nazis streng verboten worden. Wer dem zuwider handelte, musste mit hohen Strafen rechnen. „Solche Repressalien hatte der Autor dieser Fotografien offenbar nicht zu befürchten, denn er hat sie erkennbar nicht heimlich gemacht. Also muss er einen offiziellen Status besessen haben“, schlussfolgert Hartmut Gill.

Dr. Hartmut Gill mit den Fotoalben, die Aufnahmen der von Bomben zerstörten Stadt Rostock zeigen. Quelle: Werner Geske

Um der Lösung des Rätsels näher zu kommen, versuchte er den Vorbesitzer der Mappen zu ermitteln. Dabei erfuhr er, dass der Fotoschatz einem bereits verstorbenen Rostocker gehört hatte. Seine Witwe trennte sich jetzt von den Alben, wollte sie aber in guten Händen wissen.

Von ihr erhielt Gill den Tipp, dass es sich bei dem Fotografen vermutlich um den damaligen Stadtbaurat Plath handeln könnte, der berechtigt war, die Kriegsschäden zu dokumentieren. „Wahrscheinlich gehört er auch zu einer Gruppe von Männern und Frauen, die sich vor dem Ratskeller zum Gruppenfoto aufgestellt hatten. Dieses Bild stellt quasi den Einstieg in einen fotografischen Rundgang durch das zerstörte Rostock dar“, meint Dr. Gill. Bei den vor dem Rathaus Versammelten handelt es sich um Baufachleute aus Belgard in Pommern, Hirschberg in Schlesien, Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Heilbronn in Württemberg und Sonneberg in Thüringen, was sich aus der Bildbeschriftung ablesen lässt.

Werner Geske

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