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Rostock Holzwärter auf Wildschwein: Neue Skulptur vor Strandresort Markgrafenheide zeigt historische Szene
Mecklenburg Rostock Holzwärter auf Wildschwein: Neue Skulptur vor Strandresort Markgrafenheide zeigt historische Szene
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17:20 21.11.2019
Holzbildhauer Harald Wroost Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Stolz verfolgt Holzbildhauer Harald Wroost, wie sein ­neuestes Werk vor dem Strandresort Markgrafenheide in Position gebracht wird. Mit schwerer Maschine und äußerster Präzision wird die Skulptur „Förster Strömanns Ritt auf dem wilden Keiler“ auf dem Fundament fixiert. Gar nicht so einfach, denn die Zapfen passen nicht auf Anhieb in die vorgebohrten ­Löcher. „Dieser Moment ist jedes Mal spannend. Man weiß nie, ob ­alles klappt, wie man es sich vorstellt“, sagt Wroost. Am Ende aber steht die Figur – und dem Künstler ist die Erleichterung anzumerken.

Künstler fertigt nur Unikate

Mit den Arbeiten an der Holzskulptur habe der Rostocker bereits im Frühjahr 2018 begonnen. Den Auftrag für das Projekt erteilte Irmin Stintzing. Der Geschäftsführer des Strandresorts Markgrafenheide hatte sich ursprünglich eine von Wroosts bekannten Skulpturen für seine Anlage gewünscht. Eine Nachbildung einer seiner früheren Werke kam für den Holzbildhauer jedoch nicht infrage. „Ich fertige ausschließlich Unikate an“, betont er. Für seine jüngste Figur habe er sich von einer wahren Geschichte inspirieren lassen.

Szene ereignete sich 1898

Bei einer Drückjagd im November 1898 in der Rostocker Heide sei Holzwärter Carl Friedrich Theodor Strömann als Treiber von einem ausgewachsenen Keiler auf dessen ­Rücken bugsiert worden. Mehrere Meter weit ritt er über Stock und Stamm, bis er schließlich in den Schnee purzelte. „Das ereignete sich ganz in der Nähe von hier“, ­verrät Wroost, der diese Szene nun mehr als 120 Jahre später in Holz verarbeitet hat.

Doch bevor es ans Holz ging, hat er sich die passende Literatur zur Hand genommen und alles über diesen einen Vorfall gelesen, was er finden konnte. Daraufhin entwarf der Holzbildhauer zunächst eine erste Skizze, aus der schließlich der endgültige Entwurf entstand.

Holz einer 200 Jahre alten Eiche

Aus einer einzigen Astgabel einer rund 200 Jahre alten Eiche aus der Rostocker Heide hat er den knapp 1,70 Meter großen Reiter und sein Gefährt geschaffen. Stets zur Hand hatte er dabei seine Ketten­säge, eine Schleifmaschine und – nicht zu vergessen – ein Stecheisen. „Die bildhauerische Gestaltung ist vielfältig und bedarf unterschied­licher Werkzeuge“, macht Wroost deutlich.

Tafel erzählt Geschichte

Der Standort auf der Hotelanlage sei nicht zufällig gewählt, wie der Holzbildhauer bestätigt. Mit dem Strandresort und dem Spielplatz im Hintergrund sehe es so aus, als ob der Keiler zurück in den Wald ­rennen würde. Neben dem Kunstwerk soll zukünftig eine Informationstafel stehen, die von der ­Ge­schichte des Holzwärters erzählt.

Für Künstler Harald Wroost ist dies längst nicht die einzige Skulptur, die er in und um Rostock ­geschaffen hat. Über­lebensgroß steht Fürst Heinrich ­Borwin III. am Rande der Ros­tocker Heide. Am ­Anleger der ­Reederei Kammel entstand im Jahre 2014 der hölzerne Schnatermann und im Rhododendronpark in Graal-Müritz lebt die ­gefallene Lyrikbuche mit Buch und Feder weiter.

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