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Rostock Hundehaufen rund um Rostocker Spielplatz verärgern Anwohner
Mecklenburg Rostock

Hundehaufen rund um Rostocker Spielplatz verärgern Anwohner

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15:31 15.01.2020
Edeltraud Weber (82) zeigt auf die Hundehaufen in den Blumenbeeten vor ihrem Haus. Quelle: Stefanie Adomeit
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Rostock

„Das ist eine Riesenschweinerei“, ärgert sich Edeltraud Weber. Die 82-Jährige wohnt in der Nördlichen Altstadt und ist wütend. Überall in den Beeten und rund um den Spielplatz an der Grapengießerstraße liegen Hundehaufen. Die 82-Jährige pflegt seit 30 Jahren die Beete vor ihrem Haus, aber ständig liege zwischen den Blumen und in Sträuchern Hundekot. „Wir lieben Tiere, aber dafür muss man sich wirklich schämen“, sagt die Anwohnerin.

Viele Touristen würden hier langgehen, auch viele Kreuzfahrer aus dem Ausland – und dann so ein Dreck, auch auf Gehwegen. Das sei kein schönes Aushängeschild für die Hansestadt. Besonders ärgere die Seniorin, dass einige Hundebesitzer noch blöde Kommentare machen. „Es wurde mir schon gesagt, der Hunde-Urin ist Dünger. Aber davon gehen meine Blumenzwiebeln ein“, sagt Weber.

Picknick auf der Wiese ist nicht möglich

„Wir gehen mit unseren Kleinen hier gar nicht mehr auf den Rasen“, sagt eine Tagesmutter von den „Stadtkrabben“. Früher hätten sie im Sommer gern draußen ein Picknick gemacht, aber das ist aufgrund der Hundehaufen nicht mehr möglich. „Das ist sehr schade. Denn das war immer sehr schön.“ Jetzt gehen die beiden Tagesmütter mit ihren Ein- bis Dreijährigen lieber in den Klostergarten, in die Wallanlagen oder auf den Spielplatz am Reifergraben.

Eltern sind verärgert: Rund um den Spielplatz liegen Hundehaufen. Quelle: Stefanie Adomeit

„Die Hunde können ja nichts dafür, das sind die Menschen“, sagt eine von ihnen. Beide sind ebenfalls Hundebesitzerinnen und sprechen sich keinesfalls gegen die Vierbeiner aus, sondern dafür, dass Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner beseitigen. Deshalb fordern sie Hundetoiletten. „Hier gibt es nirgends eine. Das wäre wirklich gut.“ „Die Standorte werden entsprechend den Vorschlägen aus den Ortsämtern oder von Bürgerhinweisen aus dem ’Klarschiff-Portal’ ausgewählt“, erklärt Stadtsprecherin Kerstin Kanaa. Aber dies sei eben nicht geschehen. „Ich habe ja schon bei der Stadtreinigung angerufen, aber bisher hat sich nichts getan“, sagt Edeltraud Weber enttäuscht.

Nur sechs Hundetoiletten in der Innenstadt

Das Amt für Umweltschutz bewirtschaftet in der Innenstadt gerade mal sechs Hundetoiletten und fünf Beutelspender. Einmal pro Woche werden diese geleert. Die Hundetoiletten und Beutelspender werden zudem einmal wöchentlich mit einhundert Tüten bestückt. „Hunde haben auf unseren Kinderspielplätzen nichts zu suchen. Ich erwarte von Hundehaltern, dass sie sich an Gesetze halten“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus.

Weitere Gefahren lauern

Aber nicht nur Hundehaufen rund um den Spielplatz sind ein Problem. In den Spielplatz-Sand verrichten Katzen ihr Geschäft, auf dem Rasen liegen neben Hundekot Flaschen und Zigarettenkippen. „Das ist wirklich gefährlich mit kleinen Kindern“, ärgern sich die Tagesmütter, die sich um die Gesundheit ihrer Sprösslinge sorgen.

Mihaela Toma besucht jeden Tag mit ihren Kindern den Spielplatz. Aber derzeit ist die 34-Jährige einfach nur verärgert. „Die Kinder spielen ja auch Fußball auf dem Rasen oder Fange um den Spielplatz, und in letzter Zeit hatten die Kinder ständig Hundekot an den Schuhen“, sagt sie. Sie habe überhaupt nichts gegen Hunde, ganz im Gegenteil, aber das geht einfach nicht. „Ich wünsche mir, dass die Besitzer die Haufen einfach aufsammeln.“

Von der Stadt heißt es: „Der Spielplatz Grapengießerstraße/Lastadie wird einmal wöchentlich kontrolliert sowie gereinigt. Werden Verunreinigungen festgestellt, werden zusätzliche Reinigungsgänge durchgeführt.“ Von April bis Oktober sind außerdem Mitarbeiter mit Abfallsaugern unterwegs, um den Hundekot zu beseitigen.

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Von Stefanie Adomeit

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