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Rostock Bierdeckel-Aktion soll Rostocks Stadthafen schöner machen
Mecklenburg Rostock Bierdeckel-Aktion soll Rostocks Stadthafen schöner machen
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21:36 15.06.2019
Bars, Spielplatz, Bänke? Mit einer Bierdeckel-Umfrage will Rost-Dock-Betreiber Sascha Hofmann herausfinden, was sich die Rostocker im Stadthafen wünschen und worauf sie lieber verzichten würden. Quelle: ANTJE BERNSTEIN
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Rostock

In der Sommerlounge Rost Dock gibt’s ordentlich eins auf den Deckel. Und zwar Ideen, die den Stadthafen attraktiver machen könnten. Wer im Freiluft-Lokal Brause oder Bier bestellt, bekommt sein Getränk auf einem besonderen Untersetzer serviert: Sascha Hofmann, der das Rost Dock zusammen mit Samuel Drews betreibt, verteilt Wunsch-Bierdeckel an seine Gäste.

Angebote für alle

„Öffentliche Orte wie der Stadthafen müssen Angebote für alle bereithalten. Erst dann werden sie lebendig“, sagt Sascha Hofmann. Was aber gefällt Rentnern? Was würde mehr Familien oder Teenies ans Warnowufer locken? Genau das möchte der Rost-Dock-Chef von Hafenflaneuren erfahren. Aber eben nicht durch nervtötende Umfragen, sondern auf die launige Tour per Pappuntersetzer. Frei nach dem Motto: „Eine gute Idee passt auf einen Bierdeckel“.

Bildergalerie: Das wünschen sich Rostocker im Stadthafen

Das wünschen sich Rostocker im Stadthafen

Impulsgeber gesucht

Mit der Aktion möchte Sascha Hofmann Öffentlichkeit erzeugen, bevor Politik und Verwaltung am grünen Tisch Fakten schaffen. Großprojekte wie die Buga 2025 würden „in relativ kurzer Zeit geplant und beschlossen. Da bleibt kaum Gelegenheit, zu fragen, was die Leute in der Stadt eigentlich wirklich wollen“, sagt er. Stadtplanung aber müsse die Menschen einbeziehen, wenn sie erfolgreich sein soll. „Sonst wird gebaut, was vielleicht niemandem gefällt.“ Und niemanden zum Abstecher in den Stadthafen reizt.

Was Bürgern gefällt

Was wollen Sie künftig im Haedge- und Christinenhafen unbedingt und was keinesfalls vorfinden? Was halten Sie von einem Anleger für Minikreuzfahrtschiffe und was vom Archäologischen Landesmuseum am Kai? Und wie wäre es mit einer Warnowbrücke? Je nach Bierdeckel beantworten die Rost-Dock-Gäste eine von sieben Fragen.

Mehr Grün gewünscht

Damit Bier- und Brause-Trinker frei von der Leber weg Wünsche und Kritik äußern, sind alle Deckelnotizen anonym. Die ersten Untersetzer sind bereits ausgefüllt – und was auf den Quadraten steht, ist nicht von Pappe: Kostenlose E-Bike-Ladestation, Freiluftkino, Bootsverleih, Spielplatz und Beachvolleyball-Platz – diese Ideen haben die Rost-Dock-Gäste schon notiert. Zwei Wünsche tauchen auf etlichen Bierdeckeln auf: mehr Grün und mehr Sitzgelegenheiten.

Kreativ gegen Banken-Krise

Für die Banken-Krise wünscht sich Sascha Hofmann kreative Lösungen. Dabei könne sich Rostock von anderen Städten inspirieren lassen. Paris etwa habe statt schmuckloser 08/15-Bänke kommunikative Sitzlandschaften an den Ufern der Seine aufgestellt. Die sehen nicht nur gut aus, sondern stellen einen sozialen Beitrag zum Stadtleben und zu mehr Miteinander dar.

Mit Status quo zufrieden

Unter den bisherigen Bierdeckel-Beschriftern gibt es auch einige, die mit dem Status quo im Stadthafen zufrieden sind. Die den großen Parkplatz schätzen oder die Freifläche nahe den Hafenkränen, die viele temporäre Nutzungen zulässt. Auch das sei legitim, sagt Sascha Hofmann. Entscheidend sei, dass die Entscheider – Politik und Stadtplaner – wissen, was die Rostocker wollen.

Aktion läuft bis 22. Juni

Rund 350 Bierdeckel will Sascha Hofmann bis einschließlich 22. Juni ausreichen. Hat er alle Antworten ausgewertet, will er die Ergebnisse veröffentlichen. „Ich hoffe, dass sie in die Stadtplanung einfließen.“

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