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Rostock „Ihr seid spitze!“ 39 Zeitzeugen berichten über Rostocks Sportgeschichte
Mecklenburg Rostock „Ihr seid spitze!“ 39 Zeitzeugen berichten über Rostocks Sportgeschichte
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18:26 31.01.2019
Buchvorstellung im Thalia. (v.l) Kersten Krüger, NDR-Moderator Bernd Kalauch und Günter Kosche Quelle: Anh Tran
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Rostock

71 Olympische Medaillen – davon 26 goldene – erkämpften Leistungssportler aus Rostock zwischen 1956 und 1988. Jede achte in der DDR gewonnene Medaille ging damit auf das Konto der Hansestadt. Das seien Leistungen, die nicht vergessen werden sollten, finden die Historiker Kersten Krüger und Günther Kosche. Für den ersten Band ihrer Reihe „Ihr seid spitze! Weltrekorde und Medaillen“ befragten die Professoren der Uni Rostock 39 Zeitzeugen.

In ausführlichen Berichten schildern diese ihre sportlichen Erlebnisse in der DDR. „Wir sollten uns glücklich schätzen, dass so viele Sportler für uns ausgesagt haben, denn sonst wäre dieses Kapitel der Rostocker Erfolgsgeschichte schlicht vergessen“, sagte Kersten Krüger während der Buchvorstellung am Donnerstagabend in der Buchhandlung Thalia in der Breiten Straße.

Lebensnahe Darstellung

Auf 396 Seiten präsentieren Kosche und Krüger die Sportgeschichte Rostocks. Von der Gründung des ersten Sportvereins der Hansestadt 1884 – dem Segelclub Greif – über die Verbreitung verschiedenster Sportarten bis hin zur Wendezeit bekommt der Leser viele geschichtliche Einblicke. Dabei waren die Vereine F.C. Hansa, SC Empor und ASK Vorwärts wichtig. Aus ihnen seien viele Athleten hervorgegangen, die das sportliche Bild Rostocks prägten. Die Aussagen dieser Sportler seien eindrucksvoll, findet Günter Kosche „Es lohnt sich wirklich, die Berichte zu lesen – nicht nur wegen der sportlichen Erfolge, sondern auch wegen der vielen persönlichen Details.“

Zehn der 39 Zeitzeugen waren bei der Präsentation anwesend. Darunter: Radsporttrainer Peter Sager, der Profis wie Jan Ulrich und Andre Greipel ausbildete, 13-fache Kanuweltmeisterin Ramona Portwich, F.C. Hansa-Urgestein Juri Schlünz und die mehrfache Olympiasiegerin im Schwimmen, Caren-Mahn Methschuk. Zeitzeugen und Besucher lobten das Buch. „Meine hohe Anerkennung an die beiden Herausgeber, dass ein Werk mit so lebensnaher Darstellung des Leistungssportes in der DDR entstanden ist“, findet Zeitzeuge Manfred Baumann.

Zahlreiche ehemalige Spitzensportler der DDR erschienen bei der Vorstellung des Werkes. Quelle: Anh Tran

Einzige Dokumentation des Rostocker Leistungssports

Besonders Stolz ist Kersten Krüger auf die Tatsache, dass das Werk „den Anspruch hat, die einzige Dokumentation des Leistungssports dieser Stadt zu sein.“ Das gesammelte Wissen sei so wertvoll, weil es sonst kaum noch Akten zu dem Thema gebe, betonte er.

Als die beiden Historiker 2011 das erste Mal über das Projekt nachdachten, stellten die schnell fest, dass viele Aufzeichnungen zu Rostocks Sportgeschichte bereits vernichtet waren. So hätte es beim SC Empor Regale voller Akten gegeben. „Die wurden 2012 aber leider geschreddert, weil sich niemand dafür interessierte“, erzählt Krüger. Durch gute Verbindungen soll sein Kollege Günter Kosche aber ehemalige Leistungssportler für das Werk gewonnen haben.

Studenten arbeiten mit

Kosche und Krüger luden die Zeitzeugen seit Herbst 2012 über drei Semester lang in ihre Geschichtsseminare ein. Dort erzählten die Sportler ihre Geschichte vor zahlreichen Studierenden und beantworteten Fragen. Ein Tongerät nahm die Gespräche auf. Die Seminarteilnehmer werteten die Aufnahmen aus und brachten sie auf Papier. „Das war teilweise ein kleiner Wettbewerb zwischen uns, wer gerade die beste Geschichte bearbeitet“, scherzte einer der Studenten nach der Buchvorstellung.

Während der Auswertungen achteten Professoren und Studierende auf akribische Nachweise. Sie recherchierten im Internet und in der Literatur nach Namen, Orten und Vereinen, die die Zeitzeugen nannten. „Wenn ein Verein erwähnt wurde, wollten wir wissen, ob es ihn wirklich gab“, erzählt Krüger. Die Sportler steuerten Bilder bei und autorisierten die fertigen Berichte. Bis Ende des Jahres soll der zweite Band erscheinen, in dem weitere 19 Zeitzeugen zu Wort kommen.

Anh Tran

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