Warnemünde - Immer auf Abruf: Helfer im Dauereinsatz – OZ - Ostsee-Zeitung
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Rostock Immer auf Abruf: Helfer im Dauereinsatz
Mecklenburg Rostock Immer auf Abruf: Helfer im Dauereinsatz
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00:00 11.07.2015
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Warnemünde

„Es sind die schönsten zehn Tage im Jahr“, sagt Inge Regenthal, wenn sie an die Warnemünder Woche denkt. Seit fast 40 Jahren bestimmt die Veranstaltung das Leben der 62-Jährigen. Sie ist eine von unzähligen Ehrenamtlern, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen. Ob an Land oder auf dem Wasser — ohne die freiwilligen Helfer geht gar nichts. Auch Paul Ruchhöft und Rainer Arlt gehören dazu.

Noch zwei Tage, dann ist die 78. Warnemünder Woche geschafft. Für Paul Ruchhöft wird es noch einmal richtig stressig. Der 24-Jährige ist zuständig für den Fuhrpark. „Alles, was transportiert werden muss, liegt in meiner Verantwortung“, erklärt er. Zwischen 3000 und 5000 Kilometer legt er durchschnittlich in den zehn Tagen zurück, pendelt zwischen Rostock, Hamburg und Kiel. „Schlauchboote oder Hänger müssen abgeholt werden. Meist geschieht dies spontan, ich bin ständig auf Abruf.“ Seit sechs Jahren gehört er zum Team. Geld bekommt er dafür nicht. Dennoch: Missen will er den Einsatz nicht.

„Das tolle Team ist die Entschädigung für den Stress“, so Ruchhöft.

Während der Student durch Norddeutschland fährt, sitzt sein Kollege Rainer Arlt täglich zwischen Funkgeräten, Computern, Telefonen und beobachtet die Ostsee. Jedes Schiff, das den Seekanal passiert, hat er im Blick. „Ich bin so etwas wie die rechte Hand des Hauptwettkampfleiters“, erklärt der 54-Jährige und vergleicht es mit der Arbeit eines Fluglotsen. Ob Fähre oder kleine Jolle — alles muss so getaktet sein, dass sich niemand in die Quere kommt. „Da muss man sich ordentlich konzentrieren“, sagt Arlt.

Für das Landprogramm ist Inge Regenthal die Ansprechpartnerin. Seit 1976 engagiert sie sich für das Sommerfest. „Damals wurden bei uns auf der Warnow Werft Freiwillige gesucht“, erinnert sich die 62-Jährige. Seitdem bestimmt die Veranstaltung ihre Sommermonate. Als Mitglied im Warnemünde Verein ist sie vor allem für den Niegen Ümgang verantwortlich. „Früher mussten alle Betriebe mitmachen, dadurch war es damals vielleicht etwas vielfältiger.“ Doch noch heute würden sich alle Teilnehmer viel einfallen lassen. Nach all den Jahren sei sie stark verwurzelt mit der Woche. „Es ist mir ein Bedürfnis, da mitzuhelfen.“

Um die 300 Ehrenamtler sind im Dienst. Nicht genug, sagt Gesine Schuer von der Tourismuszentrale. „Es gibt immer was zu tun.“

• Kontakt:

info@warnemuender-woche.de



Sophie Pawelke