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Rostock In Rostocks Altstadt wird der Adventskalender lebendig
Mecklenburg Rostock In Rostocks Altstadt wird der Adventskalender lebendig
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20:32 28.11.2019
Öffnen beim lebendigen Adventskalender die Türen für Besucher (v. l.): Almut Kaplan, Angela Goudefroy, Cornelia Mickel und Jürgen Möller. Quelle: Claudia Labude-Gericke
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Rostock

Vor allem Kinder können es kaum erwarten: Nur noch wenige Male schlafen, dann darf am Sonntag das erste Türchen des Adventskalenders geöffnet werden. Was schon bei den Schokoladenvarianten für leuchtende Augen sorgt, gibt es in Rostock auch in einer viel größeren Variante.

Zum dritten Mal haben einige Bewohner der Östlichen Altstadt einen lebendigen Adventskalender organisiert. „Jeden Abend treffen sich alle, die Interesse haben, um 17.30 Uhr vor der Grundschule auf dem Alten Markt“, sagt Initiatorin Almut Kaplan. Von dort aus geht es dann gemeinsam zu einem Haus, Laden, Büro oder Vereinsraum, in eine Kirche oder in die Schule.

Programm ist so unterschiedlich wie die Gastgeber

Am Tagesziel angekommen, erwartet die Teilnehmer ein kleines Programm. „Es ist ganz unterschiedlich, was von den jeweiligen Gastgebern angeboten wird – Gesang, eine Lesung, Puppentheater oder gemeinsames Basteln“, zählt Angela Goudefroy vom Organisationsteam auf. Verbindend ist dabei nur eines: Das Programm ist kostenlos, für alle Altersgruppen geeignet und soll für ein bisschen Besinnlichkeit sorgen.

Im dritten Jahr des lebendigen Adventskalenders konnten die Organisatoren schon auf einige Erfahrungswerte zurückgreifen. „Wir freuen uns, dass wir nicht nur bei denjenigen, die mitgehen, viele haben, die regelmäßig dabei sind; auch bei den Gastgebern gibt es Wiederholungstäter“, sagt Almut Kaplan.

Musik ja, aber nicht aus der Konserve

Einer davon ist Jürgen Möller. Der Chef des Altstadtvereines öffnet sein historisches Wohnhaus auch in diesem Jahr wieder für die besondere Adventsaktion. Was es bei ihm als Programm gibt, wird natürlich nicht vorher verraten. „Ich finde, ein solches Angebot passt zur Altstadt“, sagt Möller. Und ganz besonders zu seinem Haus, denn an der Außenseite gibt es noch Fensterläden. „Wenn die dann abends aufgemacht werden, wirkt es tatsächlich wie bei einem Adventskalender.“

Es sei Sache der Gastgeber, zu entscheiden, wie weit sie sich und ihr Haus für Besucher öffnen. „Es gibt da keine Regeln – manchmal bleiben wir draußen oder gehen in den Flur oder in den Innenhof. Das ist so individuell, wie es auch die Menschen sind, die mitmachen“, erklärt Angela Goudefroy. Vonseiten der Organisatoren gebe es nur eine Regel: „Musik ist toll und muss auch nicht immer live sein. Aber es sollte nicht der Hauptprogrammpunkt sein, dass wir gemeinsam eine CD anhören“, so Almut Kaplan.

Rückkehr zur Besinnlichkeit

Eine ganz besondere Verbindung zum lebendigen Altstadt-Adventskalender hat Cornelia Mickel. Nachdem sie in den vergangenen beiden Jahren regelmäßig Teilnehmerin war, wechselte sie jetzt auf die Seite der Organisatoren. „Ich habe das immer bewundert, was die beiden Frauen so stemmen und wollte auch etwas zurückgeben“, beschreibt sie ihre Motivation.

Die Aktion selbst sei eine ganz besondere in heutigen Zeiten: „Ich bin nicht so der Adventsfan, da ist mir mittlerweile zu viel Konsum dahinter. Umso mehr hat mich der lebendige Adventskalender berührt, weil er wieder zum Ursprungsgedanken zurückkehrt und für Besinnlichkeit sorgt“, so Cornelia Mickel.

Stempelkarte für treue Teilnehmer

Für Kinder gibt es noch einen besondern Anreiz: „Wir haben eine Stempelkarte. Und wer an mindestens 14 Terminen mitkommt, erhält am Ende noch eine kleine Überraschung“, erzählt Almut Kaplan. Die Besucherzahlen seien schwankend. „An den Wochenenden kommen meist mehr Menschen als unter der Woche. Es sind immer so zwischen 5 und 40 Teilnehmer, jeden Tag sind auch neue Gäste dabei und nicht nur Anwohner der Altstadt“, weiß die Organisatorin. Von der Zeit her passe der Adventskalender genau zwischen das Heimkommen nach der Arbeit und das Abendbrot.

„Es ist schön, dass man dadurch auch mehr Menschen aus dem Viertel kennenlernt. Da bekommt so manches Haus plötzlich ein Gesicht“, sagt Angela Goudefroy. Außerdem würde jeder Gastgeber gut sichtbar die Zahl des jeweiligen Tages am Gebäude anbringen. „So kann man am Ende das ganze Viertel abgehen und es leuchtet immer mehr, wie ein richtiger Adventskalender“, freut sich die Organisatorin.

Als großes Finale treffen sich alle auch Heiligabend – dann aber um 19.30 Uhr zum Turmblasen in der Petrikirche.

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Von Claudia Labude-Gericke

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