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Rostock Wie in Warnemünde aus Krankenpflegern Lehrkräfte werden
Mecklenburg Rostock

In Warnemünde werden aus Krankenpflegern Lehrer

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08:27 15.02.2020
Dr. Sascha Flemnitz präsentiert den Flyer für den neuen Studiengang „Berufspädagogik im Gesundheitswesen“. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Wer in Deutschland als Lehrkraft in Pflege-, Sozial- und Gesundheitsberufen arbeiten und dazu beitragen will, Krankenpfleger, Sanitäter, Logopäden oder Physiotherapeuten auszubilden, muss infolge einer Gesetzesänderung im Pflegebereich neben fachlichen nun auch pädagogische Kompetenzen vorweisen können.

Das Institut für Personalentwicklung des SeminarCenters in Warnemünde hat dies zum Anlass genommen, gemeinsam mit der Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen Saarland ein neuartiges Projekt zu entwickeln. Was dahintersteckt und wieso das Konzept in seiner Form einmalig ist, verrät der stellvertretende Geschäftsführer Dr. Sascha J. Flemnitz.

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Bundeslandübergreifendes Projekt

„Wir haben lange nachgedacht, wie wir zur Förderung der Lehrerbildung in Mecklenburg-Vorpommern beitragen können“, erinnert sich Flemnitz. Das Ergebnis der Überlegungen: eine Kombination aus Weiterbildung und Studium. „Die Teilnehmer können sich aussuchen, ob sie lediglich die Zertifizierung zum Fachpraxispädagogen erlangen oder zusätzlich einen Bachelorabschluss machen wollen“, erklärt er weiter.

Einmalig sei das Projekt, insofern es bundeslandübergreifend und zeitgleich in zwei nicht benachbarten Bundesländern stattfinde. „Beide zeichnen sich durch ähnliche Strukturen aus und haben mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen“, erklärt Flemnitz. Grund dafür seien der mittlerweile hohe Altersdurchschnitt der Berufsschullehrer und der fehlende Nachwuchs in der Branche. „Das Konzept richtet sich daher nach den Bedürfnissen in der Praxis. Mit höherer Qualifikation steigt auch die Chance, die Mitarbeiter langfristig an die Unternehmen zu binden“, meint Dr. Franz Lorenz, Professor und Rektor an der Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen im Saarland.

Lernen zu lehren

Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass es sich bei den eingeschriebenen Studenten um Berufstätige handle, die schon viel Erfahrung mitbringen. „Das sind keine unbeschriebenen Blätter mehr. Die meisten haben bereits ein Konzept im Kopf, wie sie ihren Unterricht später gestalten wollen“, sagt Dr. Martin Schwarz, Professor für Methodik und Didaktik. Der Studiengang Berufspädagogik im Gesundheitswesen vermittle daher Inhalte, Methoden und Fertigkeiten, die für die fachpraktische Lehrtätigkeit in Sozial- und Gesundheitsberufen notwendig sind.

Lehrer Tonio Nieszery und Studentin Maria Groth veranschaulichen im Unterricht, wie eine Herzzelle aufgebaut ist. Quelle: Susanne Gidzinski

„Und das ist wirklich wichtig“, weiß Tonio Nieszery. Der 24-Jährige ist seit September als Lehrer am Institut für Personalentwicklung tätig und kennt die möglichen Tücken eines Wechsels in die Lehre. „Auch wenn die Leute gut in ihrem Fach sind, bedeutet dies nicht, dass sie die Inhalte auch automatisch verständlich vermitteln können“, meint er. Dies bedürfe zunächst einer pädagogischen Grundausbildung. „Man muss quasi lernen zu lehren.“

Und genau das soll den Studenten vermittelt werden. Auf der Grundlage ihrer abgeschlossenen Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf erhalten sie durch das Studium die Fachqualifizierung für den Unterricht an Schulen der Pflege-, Sozial- und Gesundheitsfachberufe.

Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie

Eingeschrieben haben sich für das laufende Semester unter anderem Notfallsanitäter, Krankenpfleger, Berufsschullehrer und sogar ein Arzt. Eine von ihnen ist Maria Groth. Schon lange habe sich die 28-Jährige gewünscht, eine Lehrtätigkeit auszuüben. Bislang sei eine entsprechende Fortbildung für die Mutter eines drei Jahre alten Kindes aber nicht möglich gewesen. „Durch das dual berufsintegrierende Konzept kann ich sowohl das Studium als auch meinen Job und die Familie unter einen Hut bekommen“, berichtet Groth.

Vor allem die frühzeitige Bekanntgabe der Präsenzstunden und die Möglichkeit, die Seminare aus der Ferne über Laptop oder Smartphone live begleiten zu können, sei dabei eine große Hilfe. „Ich bin schon sehr gespannt, wie das funktionieren wird“, meint die Studentin. Zwar haben die Module für die Ausbildung zum Fachpraxispädagogen bereits begonnen, doch die Vorlesungen würden erst am 21. Februar starten. „Das wird bestimmt eine ganz besondere Erfahrung.“

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Von Susanne Gidzinski

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