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Rostock In diesem Forum tauschen sich Studierende und Stadtvertreter aus
Mecklenburg Rostock In diesem Forum tauschen sich Studierende und Stadtvertreter aus
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12:10 29.10.2019
Das Rostocker Rathaus. Quelle: Plottke
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Rostock

Karsten Kolbe kennt die typischen Studentenprobleme. Hohe Mieten, lange Wege zur Uni oder zu wenig Zeit, um zwischen den über Rostock verteilten Hörsälen zu wechseln –der ehemalige Politik- und Geschichtsstudent hat vieles davon selbst erlebt. „Es war schon schwierig, innerhalb von dreißig Minuten von einem Standort zum anderen zu kommen“, erinnert sich der 32-Jährige. „Wenn der Dozent dann auch noch länger macht und man eine Bahn verpasst, konnte man Pünktlichkeit sowieso vergessen“, scherzt Kolbe, der heute für die Fraktion Linke im Schweriner Landtag sitzt. Dass solche Herausforderungen in der Öffentlichkeit als „Luxusprobleme“ wahrgenommen werden, störte ihn. Deshalb begann er, sich im Kommunalpolitischen akademischen Forum (KAF) zu engagieren, das seit 2016 regelmäßig über aktuelle Anliegen im universitären Leben der Hansestadt berät.

Gegenseitiges Verständnis und Austausch ermöglichen

Das im Herbst 2015 von der Bürgerschaft beschlossene Forum nahm im April 2016 das erste mal die Arbeit auf. Sechs Studierendenvertreter – fünf aus der Uni Rostock und einer aus der Hochschule für Musik und Theater – sowie sechs Bürgerschaftsmitglieder beraten seither mindestens einmal im Semester über aktuelle Themen. Zu den öffentlichen Sitzungen werden auch Stadtsenatoren eingeladen. Ziel des Forums ist es, gegenseitiges Verständnis für die Anliegen von Stadt und Studierendenschaft zu schaffen und Austausch zu fördern. „Beteiligung schafft schließlich Akzeptanz“, meint KAF- und Bürgerschaftsmitglied Martin Warning (SPD). Besonders für die Attraktivität von Rostock als Universitätsstandort sei das wichtig.

Dauerbrenner sind die Themen Wohnungsnot und Mobilität. So musste das Studierendenwerk zu Beginn des Semesters 1300 Anträge auf Wohnheimplätze ablehnen, weil die Kapazitäten nicht ausreichten. „An sich ist das Ländersache, weil die Werke öffentlich rechtliche Anstalten des Landes sind“, erklärt Karsten Kolbe. Trotzdem müsse diskutiert werden, wie die Stadtverwaltung für günstigere Mieten sorgen und mehr Wohnraum durch Bauprojekte schaffen kann. Das KAF hofft dabei auf die Zusammenarbeit mit der Wiro. Auch die Einrichtung von Verkehrslinien, mit denen Studierende vor und nach ihren Vorlesungen andere Universitätsstandorte rechtzeitig erreichen, steht auf der Tagesordnung.

Forderungen nützen auch anderen Stadtbewohnern

„Solche Themen sind natürlich nicht nur exklusive Anliegen der Studierendenschaft“, betont Martin Warning. Auch Anliegen wie der Ausbau von Fahrradwegen – unter Studierenden gibt es viele Radfahrer – seien relevant. „Infrastruktur steht jedem zur Verfügung und von den meisten Forderungen würde auch die Kommune profitieren“, meint der 32-Jährige. Als ehemaliges Mitglied im Allgemeinen Studierendenausschuss kennt er schließlich beide Seiten. „Wir machen das ja nicht nur für die Studierenden, sondern auch weil wir gerne in dieser Stadt sind und sie für alle zu einem lebenswerten Ort machen wollen.“

Andreas Tesche (Grüne), Bürgerschaftsmitglied und Leiter der Stabsstelle Diversity an der Uni Rostock, sieht das ähnlich. „Wenn man 15 000 Studierende in einer Stadt hat, sollte man die sozialen Verhältnisse auch entsprechend ausgestalten.“ Tesche hofft zudem, dass das KAF zukünftig mehr in der Stadtgesellschaft wahrgenommen wird und dort als wichtiger Mitspieler an der Gestaltung Rostocks mitwirken kann. „Außerdem sollten wir uns vermehrt für das Personal und die Mitarbeiter von Forschungs- und Hochschuleinrichtungen einsetzen‘‘, ergänzt er.

Die Zusammenarbeit im KAF liefe bisher gut und mit Ausnahme der AFD seien auch alle Bürgerschaftsfraktionen am Dialog mit Studierenden beteiligt, sagt der Vorsitzende Marcus Neick. „Was aber häufig zugesagt und was am Ende umgesetzt wird – das ist leider oft nicht zufriedenstellend“, bedauert er. Für Karsten Kolbe zeigten sich seit Gründung des KAF trotzdem Verbesserungen. „Ich denke, es hat sich bewährt, auch wenn noch Luft nach oben ist.“

Von Anh Tran

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