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Rostock Ist das Matrosendenkmal noch sicher?
Mecklenburg Rostock Ist das Matrosendenkmal noch sicher?
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00:00 20.07.2018
Das Gelände am Matrosendenkmal ist bereits mit Bauzäunen abgesperrt. Quelle: Fotos: André Wornowski, Ove Arscholl
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Weiter warten auf die Sanierung des Matrosendenkmals am Kabutzenhof: Ursprünglich sollten die Bronzeskulptur und ihr Umfeld in diesem Herbst hergerichtet sein – genau zum 100-jährigen Jubiläum der Novemberrevolution. Nicht bedacht wurde dabei, dass der Munitionsbergungsdienst das Gelände vorher untersuchen muss. Der Termin für die Fertigstellung verschob sich dadurch aufs Frühjahr 2019. Nun könnte es sogar noch später werden: Weil bei der Errichtung des Denkmals im Jahr 1977 kein Standsicherheitsnachweis erbracht worden ist, muss dies jetzt nachgeholt werden, teilt Thomas Werner vom städtischen Kulturamt auf OZ-Anfrage mit.

Wir brauchen die Sicherheit, dass die Skulptur standfest ist.Thomas Werner Städtisches Kulturamt

Hintergrund: Bei einer Untersuchung der Skulptur stellte ein Metallrestaurator fest, dass eine Reihe von Verbindungen erneuert werden muss. „Die Figur ist nicht aus einem Guss, sondern besteht aus mehreren Teilen und einige sind nicht erreichbar“, sagt Werner. Die Stadt wolle die Skulptur jedoch nur ungern aufschneiden und von innen verstärken. Problematisch seien vor allem die Arme, so Werner. Aber auch die Köpfe könnten womöglich abstürzen. Ein Statiker prüft daher gerade, wie sicher der Halt dieser Teile ist.

Das Ergebnis des Gutachtens wird für Ende September erwartet. „Wenn die Untersuchung ergibt, dass die Skulptur in den Problembereichen noch 50 Jahre hält, können wir weiter machen wie geplant“, so Werner. Ist die Standsicherheit aber nicht gegeben, müssten zunächst verschiedene Varianten geprüft werden. „Das hat dann auch Auswirkungen auf den Bauablauf“, sagt Werner. Was das konkret heißen könnte, vermochte der Rathaus-Mitarbeiter noch nicht abzuschätzen. „Wir müssen erst einmal das Gutachten abwarten.“

Gute Nachrichten gibt’s vom Munitionsbergungsdienst: Dieser hat seine Arbeiten auf dem Gelände inzwischen abgeschlossen und grünes Licht für die Neugestaltung gegeben. „Wir können demnächst mit der Aufschüttung beginnen“, sagt Werner. Das Denkmal soll zum Wasser hin mit Terrassen und Sitzstufen erreichbar gemacht werden. Auch ist ein neuer und breiter Uferweg geplant.

Das frühere Traditionskabinett unter dem Sockel der Skulptur muss hingegen geschlossen und mit Beton aufgefüllt werden. Die Schäden sind zu groß, als dass der Unterbau erhalten werden kann, heißt es im Kulturamt. Ohne die derzeitige Absperrung bestehe für Fußgänger die Gefahr einzubrechen. Die Kosten für Sanierung und Umgestaltung belaufen sich bisher auf 3,3 Millionen Euro. Bevor der Hauptteil der Bauarbeiten beginnen kann, muss jedoch Klarheit über die Standsicherheit der Skulptur herrschen, betont Thomas Werner. Vor Ende September ist nicht damit zu rechnen.

Das Matrosendenkmal ist ein Relikt aus den Zeiten des „Sozialistischen Realismus“. Offiziell heißt es „Gedenkstätte revolutionärer Matrosen“. Die neun Meter hohe Bronzeskulptur symbolisiert den Kieler Matrosenaufstand zum Ende des Ersten Weltkrieges; die 20 Meter lange Reliefwand zeigt Szenen der Novemberrevolution. Direkt am Kabutzenhof machten im November 1918 Schiffe der aufständischen Matrosen aus Kiel fest, um Arbeiter zu den Kundgebungen zu bringen. Die Künstler Wolfgang Eckardt (1919-1999) und Reinhard Dietrich (1932-2015) erschufen das Denkmal. Die Einzelteile ihrer Skulptur wurden im früheren Leningrad gegossen. Schon im März 1976, eineinhalb Jahre vor der offiziellen Einweihung, erhielt die Bronzeplastik den Denkmalstatus. Der Unterbau wurde bereits 1970 fertiggestellt, das Traditionskabinett darin 1990 geschlossen.

André Wornowski

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