Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Ist die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde noch einsatzfähig?
Mecklenburg Rostock Ist die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde noch einsatzfähig?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
21:58 03.05.2019
38 aktive Kameraden sind derzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde tätig. Auch eine Jugendfeuerwehr wird ausgebildet. Quelle: Susanne Gidzinski
Anzeige
Rostock

 Sie retten Menschen und Tiere aus Zwangslagen, kämpfen gegen Hochwasser und löschen Brände. Die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde ist eine von insgesamt fünf Freiwilligen Feuerwehren in der Hansestadt Rostock. 38 aktive Kameraden haben Tag und Nacht Bereitschaft. In dem sozialen Netzwerk Facebook kursiert jedoch derzeit das Gerücht, dass es in der Vergangenheit des Öfteren zu Problemen bei der Einsatzbereitschaft gekommen sein soll. So beispielsweise am Morgen des 22. Aprils, als der Leitstelle gegen 01.27 Uhr ein Feuer im Ortsteil Warnemünde gemeldet wurde.

In einer Kleingartenanlage nahe der Stadtautobahn sollen nach Angaben des Brandschutz- und Rettungsamtes Sträucher, Komposthaufen und Regentonnen gebrannt haben. Zunächst sei die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde informiert worden. „Nachdem von dort kein Ausrücken zu verzeichnen war, wurde um 1.38 Uhr die Berufsfeuerwehr alarmiert und das Tanklöschfahrzeug zur Einsatzstelle gesandt“, heißt es vonseiten der Stadt. Diese traf zehn Minuten später an der Kleingartenanlage ein und konnte den Brand zügig löschen.

160 Einsätze pro Jahr

Dass die ansässige Feuerwehr nicht ausrücken konnte, hatte einen einfachen Grund, wie Olaf Schulz vom Rostocker Brandschutz- und Rettungsamt berichtet: „Zu diesem Zeitpunkt war kein Gruppenführer anwesend.“ Nachdem die Leitstelle darüber informiert wurde, gab diese die Anweisung nicht ohne Führungskraft auszurücken, erklärt der Brandoberamtsrat weiter. „Das ist sehr lobenswert, dass die Kameraden dies ehrlich mitgeteilt haben. Der Gruppenführer hat eine besondere Ausbildung und muss dabei sein.“

Eine Ausnahmesituation, versichert Wehrführer Thomas Hellwig: „Das ist das erste Mal, dass wir in diesem Jahr nicht ausrücken konnten. So etwas kommt nicht oft vor.“ Rund 38 Einsätze haben die Kameraden seit Beginn des Jahres bereits bewältigt und viele weitere sind zu erwarten. „Im Durchschnitt rücken wir 160-mal im Jahr aus“, so Hellwig. Um jeglichen Einschränkungen vorzubeugen sei es üblich, dass gleichzeitig auch die Berufsfeuerwehr ausrückt. „Alle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde sind berufstätig. Nicht jeder kann sofort an Ort und Stelle sein“, meint Schulz. „Aus diesem Grund haben wir diese Vereinbarung gemeinsam mit der Stadt getroffen.“

Das Gerücht, dass die Wehr Problemen bei der Einsatzbereitschaft haben soll, kann vonseiten des Wehrführers und dem Brandschutz- und Rettungsamtes nicht bestätigt werden. „Die Zahlen sprechen für sich. Die Frauen und Männer verdienen größten Respekt dafür, dass sie den Spagat zwischen den Einsätzen, der Öffentlichkeitsarbeit und ihrem Privatleben so gut meistern“, sagt Olaf Schulz.

Aktive Nachwuchsförderung

Um dies auch weiterhin so gut auf die Reihe zu bekommen, ist die Freiwillige Feuerwehr stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Erst im vergangenen Jahr haben acht neue Kameraden den Dienst aufgenommen. Lediglich zwei sind aus privaten Gründen ausgeschieden. „Das ist eine gute Quote. In manch anderen Wehren ist die Fluktuation deutlich höher“, meint Schulz.

Mitglied werden

Wer Zeit und Lust hat sich ebenfalls ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr Warnemünde zu engagieren, der kann sich jeden Dienstag um 18.30 Uhr auf dem Gelände im Wiesenweg 11b einfinden oder sich auf der Internetseite informieren.

Im Durchschnitt investiert jeder Kamerad rund 300 Stunden im Jahr für Einsätze, Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Kinder ab 10 Jahren können der Jugendfeuerwehr beitreten. Die Gruppe trifft sich jeden Freitag um 17 Uhr. Im Alter von 16 Jahren steigt man schließlich in den aktiven Dienst auf.

Um an Einsätzen teilnehmen zu können, ist zunächst eine Grundausbildung zum Truppmann notwendig.

„Es ist wichtig das Ehrenamt attraktiv zu halten und aktiv Öffentlichkeitsarbeit zu leisten“, findet Thomas Ebeling, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Groß Klein. Er weiß, wie schwierig es ist den Nachwuchs zu halten. Besonders junge Leute zieht es aufgrund von Arbeit und Ausbildung immer öfter in andere Städte. „Und selbst, wenn wir neue Kameraden gewinnen. Diese müssen zuerst angelernt werden. Bis sie zu Einsätzen mitfahren können, vergehen oft mehrere Jahre.“

Neue Fahrzeuge

Die Feuerwehr im Ostseebad ist gut ausgerüstet – nicht nur personell, sondern auch, was die Ausstattung betrifft. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Fahrzeugen sollen innerhalb der nächsten Jahre drei weitere folgen. „Unter anderem ein Strandfahrzeug, welches die Rettung von Personen aus schwierigen Situationen ermöglicht“, berichtet Schulz. Hinzu kommen ein Rettungsboot und ein sogenanntes Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. „Das haben sich die Kameraden gewünscht und das sollen sie auch bekommen. Uns ist es wichtig, die Wehr voranzubringen.“

Susanne Gidzinski

Faire Löhne als Wahlkampf-Thema Nummer eins: Während die Gewerkschaften dem parteilosen Kandidaten Claus Ruhe Madsen vorwerfen, zu niedrige Gehälter in seiner Firma zu zahlen, stellt sich ein Teil der Mitarbeiter und Branchenverbände hinter den Unternehmer. Im Netz wird das Thema viel diskutiert.

03.05.2019

Eine große Zahl von schnellen Sportwagen auf der A 20 ist am Donnerstag von der Polizei gestoppt worden. Am Freitag durften die Raser wieder auf die Piste. Sie bestreiten, dass es sich bei der Aktion um ein Rennen handelte.

03.05.2019
Rostock Bürgermeisterwahl 2019 – OZ stellt Kandidaten vor - Toni Reincke kandidiert in Stäbelow

Am 26. Mai ist Kommunalwahl. In 34 Umlandgemeinden wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Die Bewerber für das Ehrenamt werden in der OZ vorgestellt. Toni Reincke kandidiert in Stäbelow.

03.05.2019