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Rostock Jugend forscht: Rostocker feiern Doppelsieg
Mecklenburg Rostock Jugend forscht: Rostocker feiern Doppelsieg
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10:14 14.03.2019
1. Preis Fachgebiet Biologie Thema: Bestimmung des Rostocker Stadtklimas mithilfe von Flechten als Bioindikator Svea Lübke, Frieda Engel und Franziska Masberg vom Innerstädtisches Gymnasium Rostock Quelle: Stephan Rudolph-Kramer
Rostock

 Die Siegerinnen stehen fest. Zwei Mädchengruppen aus Rostock setzten sich beim diesjährigen Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ durch. Mit ihren Projekten zu Luftverschmutzung und Mikroplastik vertreten sie MV beim Bundeswettbewerb im Mai. Viele junge Forscher beteiligten sich mit Untersuchungen zu den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit. Die Veranstalter unterstützen das. „Wir glauben, dass wir die Herausforderungen der Energiewende schon heute anpacken müssen“, sagt Stadtwerke-Vorstand Ute Römer. Die Natur zu schonen und effizienter zu wirtschaften, ginge nur durch die gemeinsame Arbeit aller Wissenschaftsbereiche.

Die Flechte als Indikator für Luftqualität

Auch den Landessiegerinnen im Fachbereich Biologie, Svea Lübke (18), Frieda Engel (17) und Franziska Masberg (17), ist das Thema wichtig. Die drei Schülerinnen des Innerstädtischen Gymnasiums Rostock untersuchten das Klima der Hansestadt mithilfe von Flechten. Diese sind gute Bioindikatoren, da sie empfindlich auf Luftverschmutzung reagieren. „Wir sind durch einen Zeitungsartikel über Rostocks Luftqualität von 2016 auf die Idee gekommen“, erzählt Svea Lübke. „Wir wollten überprüfen, wie sich das mittlerweile verändert hat.“

Die Methode der jungen Forscherinnen: Kartierung – also das Erfassen von Lebensräumen in einem bestimmten Gebiet. Die Mädchen beobachteten das Flechtenwachstum an Bäumen in verschiedenen Stadtteilen. „Wir haben dann geguckt, welche Arten wie häufig vorkommen“, erklärt Svea Lübke. An Orten mit sauberer Luft würden besonders viele Gattungen wachsen.

Die Schülerinnen kamen zu dem Schluss, dass Qualität, Temperatur und Feuchtigkeit der Luft in Rostock „ausgeglichen“ sei. „Auffällig ist aber, dass das Stadtklima in stark bebauten Gebieten ziemlich schlecht ist“, erklärt Lübke. Mit ihrer Forschung wollten die drei auch auf die Bedeutung von Grünflächen eingehen und das Bewusstsein der Menschen gegenüber der Umwelt schärfen, sagt sie. „Parks sollten nicht nur als Deko angesehen werden.“

Bootslack als Umweltschädling

Landessieger im Bereich Chemie waren Lara Jessica Stohklasek, Franka Freytag und Alina Guljam. Auch sie gehen auf das Innerstädtische Gymnasium Rostock. Für sie war der Lack an vielen Booten ein Problem. Der Einsatz der „Antifouling“-Farben sei sinnvoll, um den Bewuchs von Organismen an den Wassergefährten zu verhindern. Jedoch würde das Abplatzen dieser Partikel freisetzen, die sich am Meeresboden sammeln. Dies sei schädlich für das Ökosystem. „Ein einfacher Bootsausflug kann schnell zum Schrecken für Meerestiere werden“, heißt es in der schriftlichen Beschreibung des Projektes.

Für ihre Forschung untersuchten die Gymnasiastinnen die Gewässer am Alten Strom und am Fischereihafen. Mit der sogenannten RAMAN- und der Infraspektroskopie analysierten sie die Lackarten, die sich am Boden des Wassers sammelten. Das Ziel: Eine Datenbank zu erstellen mit der Lacke und deren Inhaltsstoffe verglichen werden können.

Kreativität beeindruckt Jury

Für die Bewertung der Forschungen gebe es drei Kriterien, sagt Jury-Mitglied Stefan Rieke. „Am wichtigsten ist natürlich die schriftliche Arbeit, die bei uns eingereicht wird.“ Daran ließe sich bereits erkennen, welche Forschungsansätze die Schüler verwendeten und ob sie fachlich korrekt arbeiteten. Die zwei anderen Punkte seien die mündliche Vorstellung des Themas sowie die Qualität des Ausstellungsstandes.

Stefan Rieke ist seit acht Jahren Jury-Mitglied bei „Jugend forscht“. Ihn erstaunt das Engagement der Schüler immer wieder. „Ich bin jedes Jahr überrascht, wie kreativ die Schüler sind. Es ist irre, was sie an Wissen ansammeln und für Ergebnisse liefern.“ Er betont die Wichtigkeit des Wettbewerbs. „Der einzelne Schüler kann bei dieser Veranstaltung nur wachsen und etwas mitnehmen“, findet Rieke. Auch für die spätere Karriere würde die Teilnahme nicht schaden.

Anh Tran

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