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Rostock Jungpolitiker fordern mehr Mitsprache für Nachwuchs
Mecklenburg Rostock Jungpolitiker fordern mehr Mitsprache für Nachwuchs
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18:10 25.02.2019
Leo Radloff, 18, stellvertretender Vorsitzender des Landesschülerrates MV, befürwortet die Idee eines Jugendbeirates. Quelle: Aileen Raddatz
Rostock

Schon seit dem Jahr 2000 gibt es in Rostock einen Seniorenbeirat, der sich der Probleme der älteren Bevölkerung annimmt. Die 15 ehrenamtlich arbeitenden Vertreter aus Ortsbeiräten, Vereinen und Organisationen beraten die Bürgerschaft bei Themen, die besonders Senioren betreffen. Einen Beirat für die Jugendlichen gibt es jedoch bisher nicht. Dabei werden die Forderungen danach lauter.

In den vergangenen Jahren sind bereits bundesweit und auch in mehreren Städten Mecklenburg-Vorpommerns Initiativen gestartet, um Minderjährigen bei kommunalpolitischen Themen Gehör zu verschaffen. Projekte, wie Kinderparlamente, wurden vermehrt ins Leben gerufen. Tom Lüth, Spitzenkandidat der Jusos Rostock, hält viel davon, junge Leute mehr mit einzubeziehen: „Ich glaube, dass die gesamte Stadt davon profitieren kann, wenn junge Menschen sich zu den Themen einbringen, die sie betreffen.“ Besonders die Jugendhilfe und den Kulturbereich hält der 26-Jährige für Gebiete, in denen Jugendliche etwas zu sagen haben sollten.

Beirat als Chance

Lüth sieht in einem Beirat vor allem eine Chance für Schüler, die das gesetzliche Alter von 16 Jahren für Kommunalwahlen noch nicht erreicht haben. Hier könnten sie in einem regelmäßig tagenden Gremium ihre Gedanken, Ideen und Probleme ansprechen. Über Diskussionen könnten die Schüler dann konkrete Vorschläge oder Forderungen entwickeln und diese anschließend in den Ausschüssen der Stadt vortragen.

„Ich denke, dass ein Jugendbeirat nicht die Lösung aller Probleme für vermeintliche Politikverdrossenheit ist“, sagt Lüth. Aber es sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. „Es ist auch eine Geste der Anerkennung und zwar, dass die Interessen junger Menschen und ihre Fähigkeit, diese klug zu äußern, denen von älteren in nichts nachsteht.“

Kein Interesse bei Jugendlichen?

Aus Sicht von Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) besteht bei den Jugendlichen jedoch kein großes Interesse an einem Beirat. „Eine breit gefächerte Befragung junger Menschen ergab, dass Jugendliche in der Hansestadt aufgrund anderer Strukturen keinen Jugendbeirat wünschen“, sagt Bockhahn. Er verweist auf Aktionen und Zusammenschlüsse wie den Stadtschülerrat, das Jugendforum und den Rostocker Stadtjugendring. Gleichzeitig hebt der Senator das finanzielle Engagement der Stadt in dieser Sache hervor. „2019 ermöglicht bereits ein Fonds in Höhe von 25 000 Euro die Entwicklung und Umsetzung eigener Projekte. Damit geht die Hansestadt ihrer sogenannten Förderverpflichtung nach.“

Leo Radloff (Junge Liberale) sieht das anders. Der stellvertretende Vorsitzende des Landesschülerrats glaubt, dass das politische Interesse der Jugend durch ein solches Programm gefördert werden könnte. „Allerdings sollte eine solche Initiative von den Jugendlichen ausgehen und geleitet werden“, so der 18-Jährige. Er kann sich vorstellen, dass Erwachsene höchstens bei der Organisation oder schriftlichen Dingen, wie Anträgen, unterstützend mitwirken. „Die Jugendlichen müssen selbst Lust darauf haben“, findet er. Ein Vorteil des Beirates bestünde darin, dass dieser die Möglichkeit hätte, in Ausschüssen der Stadtpolitik dabei zu sein, in denen der bereits existierende Schülerrat bisher kein Mitspracherecht habe.

Initiativen in anderen Städten

In Greifswald hat die Bürgerschaft bereits im Februar 2017 mehrheitlich beschlossen, die Vorbereitung und Gründung eines solchen Gremiums zu unterstützen. Nach einer eher zögerlichen Anfangsphase bildete sich eine Gruppe engagierter Schüler heraus, die sich der Verantwortung annehmen wollen, junge Leute in der Politik zu vertreten.

Weniger erfolgreich lief es dagegen in Sassnitz auf Rügen: Hier musste der Jugendbeirat Anfang 2018 das eigens verwaltete Kulturhaus schließen, nachdem kein Geld mehr für die laufenden Kosten übrig war.

Carla Blecke

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