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Rostock Jugendliche diskutieren mit Forschern und Politikern
Mecklenburg Rostock Jugendliche diskutieren mit Forschern und Politikern
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18:05 20.02.2018
Jugendliche aus fünf Rostocker Schulen nehmen teil. Quelle: Christina Milbrandt
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Rostock

Südstadt. Fahrerlose Transportsysteme, die Entwicklung der Digitalisierung, die Zukunft der Mobilität in Städten – diese anspruchsvollen Themen stehen beim 2. Schülerparlament auf der Agenda, das gestern im Forschungsgebäude Life, Light and Matter (LL&M) auf dem Südstadt-Campus der Uni startete. Bis Donnerstag werden Jugendliche aus fünf Rostocker Schulen in verschiedenen Arbeitsgruppen miteinander diskutieren und für jeden der insgesamt vier Themenbereiche ein Resolutionspapier erarbeiten. „Sie können ihre Meinung vertreten, Streitgespräche führen und am Ende dann diese gemeinsame Entscheidung treffen“, erklärt Patricia Huber vom Vorstand des Vereins „Rostock denkt 365 Grad“, der das Schülerparlament bereits zum zweiten Mal ausrichtet.

Meinung und Fragen der Schüler sind erwünschtGleich zu Beginn stellten die Schüler ihr Interesse am diesjährigen Thema „The Future of Mobility“ unter Beweis: Prof. Udo Kragl von der Uni Rostock, Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus und Ulf Klammer, Geschäftsführer des IT-Unternehmens „Data Group“ mussten schon in der Eröffnungsdiskussion einige Fragen beantworten. Eine Schülerin wollte zum Beispiel wissen, woher der Strom für die E-Tankstellen in der Stadt denn genau komme. Einer ihrer Mitschüler interessierte sich dafür, ob die Stadt plant, auch im Zentrum noch weitere Möglichkeiten zum Aufladen von Elektroautos zu schaffen. Die Antworten des Senators diskutierten die Schüler selbst in den Pausen noch miteinander. „Ich finde das alles wahnsinnig interessant“, sagte Linnea Ritter von der Ecolea. Es sei toll, sich mit Schülern von anderen Schulen auszutauschen und so zu erfahren, was sie denken. Ihre Mitschülerin Nicole Steuer freute sich ebenfalls, dabei zu sein. „Ich mache mit, weil mich das Thema interessiert. Später möchte ich auch mal Biochemie studieren“, erzählte die 18-Jährige. Lehrerin Yvonne Vaughan, die die Jugendlichen gestern begleitete, war stolz darauf, wie sich ihre Schüler von Anfang an einbrachten und zeigte sich vom Format selbst überzeugt: „Es ist gut, dass die Schüler direkt in die Diskussionen eingebunden werden.“

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Alle Diskussionen auf EnglischNeben dem inhaltlichen Anspruch, gibt es noch eine weitere Herausforderung: Alle Debatten werden auf Englisch geführt. Der Grundstein dafür wurde in der ersten Runde vor zwei Jahren gelegt, als die Schüler aus eigenem Antrieb damit anfingen, erzählt Patricia Huber. „Das war fantastisch. Sie sind abends entsprechende Vokabellisten durchgegangen und haben dann sehr gut über die fachlichen Themen diskutiert.“ Nachdem die Jugendlichen sich nach der Eröffnung gestern schon in ihren Gruppen zusammenfanden, können sie ihre Arbeit heute vertiefen. Zusätzlich zum theoretischen Teil können sie auch verschiedene – themenrelevante – Einrichtungen besuchen, darunter die RSAG und der Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren an der Fakultät für Maschinenbau.

Abschlussdebatte im BürgerschaftssaalSeine Ergebnisse präsentiert das Schülerparlament morgen bei der Abschlussdebatte im Bürgerschaftssaal. Die Resolutionspapiere werden an Rostocks Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski übergeben. „So können sich auch die Kommunalpolitiker ein Bild davon machen, ob sich für sie Anregungen daraus ziehen lassen“, sagt Patricia Huber.Im Sommer werden fünf Schüler des Rostocker Parlaments ins französische Toulouse zum Europäischen Schülerparlament reisen, um dort mit Delegierten aus anderen Ländern gemeinsam an einer Abschlussresolution zu arbeiten.

Milbrandt Christina

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