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Rostock KTV-Fest so bunt wie das Viertel selbst
Mecklenburg Rostock KTV-Fest so bunt wie das Viertel selbst
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13:43 26.05.2019
Kinderschminken: Der vierjährige Florian und seine Mama Nicole Zwadlo aus Groß Lüsewitz freuen sich auf den Drachen, den Katharina Rieder (l.) malt.
Kinderschminken: Der vierjährige Florian und seine Mama Nicole Zwadlo aus Groß Lüsewitz freuen sich auf den Drachen, den Katharina Rieder (l.) malt. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

KTV – das Kürzel der Kröpeliner-Tor-Vorstadt konnte am Sonnabend auch anders ausgelegt werden: „Klasse Tag im Viertel“, rief einer der tausenden Besucher, die zwischen Doberaner Platz und Margaretenplatz die Straßen und Bürgersteige bevölkerten.

Die Neuauflage des KTV-Festes zog wieder alle Generationen in ihren Bann: Freitagnachmittag und tagsüber am Sonnabend standen die Familien im Mittelpunkt. „Wir sind hergekommen, weil es viel für Kinder geben soll. Unsere Tochter Jonna freut sich schon auf die Hüpfburg und wir wollen noch zur Gospelandacht in die Kirche“, nannte Nele Heidtmann ihre Motivation.

Tausende Besucher kamen am Freitag und Sonnabend zum KTV-Fest zwischen Doberaner Platz und Margaretenplatz.

Die Erwartungen der 33-Jährigen wurden nicht enttäuscht: Ihre dreijährige Tochter und unzählige andere Jungen und Mädchen erfreuten sich am Kinderschminken und dem Stelzenclown oder probierten sich auf dem Hof der Margaretenschule beim Aikido aus. „Wir sind schon mehrfach beim KTV-Fest dabei gewesen“, sagte Hannes Panwitt von der Aikido-Schule Rostock, nachdem er mit Liane Helms einige Übungen auf den Matten vorgeführt hatte. Ihr Sport, den schon Kinder ab fünf Jahren und Erwachsene bis ins hohe Alter ausüben könnten, sei „eine friedvolle Art, sich selbst zu verteidigen. Wettkämpfe machen wir nicht“, so Panwitt.

Salsa-Show, kreatives Handwerk und Livemusik

Vor der Bühne auf dem Margaretenplatz animierten am Nachmittag Reinaldo Villalobos und Frauke Raddei das Publikum, die Hüften kreisen zu lassen. Der Chilene und die Rostockerin, die in Reutershagen Salsa-Tanzkurse geben, zeigten ihr Können sowohl zu zweit, als auch mit der Gruppe „Los Diamantes“. Der Auftritt vor der Bühne war aber nicht ihre einzige Präsentation: Auch vor ihrem Stand in Barnstorfer Weg gaben sich beide der Musik hin und animierten immer wieder Passanten, es ihnen gleich zu tun.

Die Gruppe "Los Diamantes" tanzte Salsa auf dem Margaretenplatz. Quelle: Ove Arscholl

Schräg gegenüber hatte Lucia Weiberg in einer Parkbucht einen Traubogen aufgestellt. Aber nicht, damit sich Feierfreudige darunter das Ja-Wort geben konnten, sondern, um ihre Fingerfertigkeiten zu beweisen: Der Bogen war mit Makramee dekoriert, einer speziellen Knüpftechnik aus dem Orient, die aus Garn Wandteppiche, Schmuck, Blumen-Hängeampeln oder Schlüsselanhänger entstehen lässt. „Ich baue mir damit gerade etwas auf, will Makramee-Workshops anbieten“, sagte die 27-Jährige, die hauptberuflich an der Universität arbeitet.

Ebenfalls im Barnstorfer Weg entstand aus einer Palette der „Turmbau zu Barni“. Martin und Kathrin von der Produzentengalerie Artquarium hatten Farben, Holz und diverses anderes Material bereitgestellt, aus dem ein Kunstwerk für einen Tag entstand. „Es gibt keine Vorgaben – was am Ende herauskommt, ist ganz individuell und entsteht durch Eigendynamik“, sagte Martin, der mit Freude beobachtete, wie viele Kinder spontan stehen blieben und es genossen, frei drauf los malen und hämmern zu können.

Obwohl er selbst mit am Grill stand und die Besucher mit Bratwürsten versorgte, konnte Andy Szabó auch das Fest genießen, das er als Vorsitzender mit dem KTV-Verein organisiert hatte. „Es ist voll, es ist bunt und genau so, wie es sein sollte. Ich denke, es ist das bisher größte KTV-Fest unter dem aktuellen Organisationsteam. Wir sind schon voller Vorfreude auf 2020“, sagte Szabó bereits am Nachmittag, noch bevor das Abendprogramm startete und das diesjährige Fest bei den Aftershow-Parties in den umliegenden Clubs ausklang.

Claudia Labude-Gericke