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Rostock Karls Erlebnis-Dorf: Das ändert sich ab April
Mecklenburg Rostock Karls Erlebnis-Dorf: Das ändert sich ab April
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14:18 31.03.2019
Einsteigen zur Testfahrt: Karls-Chef Robert Dahl in der neuen Achterbahn. Quelle: Claudia Labude-Gericke
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Rövershagen

 Wenn er über die aktuelle Großbaustelle in seinem Erlebnis-Dorf geht, fangen die Augen von Robert Dahl an zu strahlen. Es gibt zwar noch viel zu tun, um den Eröffnungstermin zu halten. Was da aber zwischen Parkplatz und den großen Spielplätzen Neues entsteht, begeistert den Karls-Chef schon jetzt genau so, wie künftig die Besucher. Ab 13. April dreht erstmal eine Achterbahn in Rövershagen ihre Runden. Dazu kommt mit dem Melkerturm eine zweite Attraktion, bei der alle, die auf Nervenkitzel stehen, aus 14 Metern Höhe das Gefühl des freien Falls testen können.

Wieder mit viel Liebe zum Detail eingerichtet – das neue Karls-Restaurant „Tregger-Grill“. Quelle: Karls Erlebnis Dorf

Da aller guten Dinge aber drei sind, öffnet an diesem Tag auch ein neues Restaurant: der Tregger-Grill. „Die Idee dazu kam durch unser Hotel. Wenn hier nach 19 Uhr alles geschlossen war und die Gäste Hunger hatten, blieb ihnen nur, eine Pizza zum Abendessen zu bestellen“, sagt Dahl. Damit soll nun Schluss sein: Der Lieferservice anderer Restaurants muss künftig nicht mehr nach Rövershagen kommen, denn der Tregger-Grill, der auf dem Platz des alten Dorfkrugs entsteht, öffnet bis 22 Uhr. „Und er ist auch vom Parkplatz zugänglich, kann also von jedem genutzt werden, der Hunger auf etwas Leckeres hat“, erklärt der 48-Jährige. Im Angebot wären unter anderem Kaffee, Kuchen, sogenannte Mecklen-Burger oder eigens hergestellte Rostbratwürste.

Raupen-Achterbahn im Sommer bis 22 Uhr geöffnet

Pluspunkt für alle, die mit Kindern kommen, die nicht so lange ruhig sitzen wollen: Nicht nur das Restaurant, sondern auch die Raupen-Achterbahn ist im Sommer bis 22 Uhr geöffnet. Auch die Spielplätze sind vom Tregger-Grill aus zugänglich. „Im hinteren Bereich des Restaurants, der bisher geschlossen war, kommen Glasscheiben hin“, sagt Dahl. So gibt es freien Blick auf die neue Tiershow im „Am-Vieh-Theater“, die derzeit vorbereitet und künftig immer um 17 Uhr zu sehen sein wird.

Sieben Millionen Euro investiert der Karls-Chef in diesem Jahr am Standort Rövershagen in das elf Jahre alte Erlebnis-Dorf. Nach den drei Neuerungen im Frühjahr soll nämlich auch das Tobeland erneuert und am 30. November dann wieder eröffnet werden. „Dafür haben wir einen Designer aus Holland engagiert“, verrät Dahl. Neben den Fahrgeschäften hätte er auch für ein neues Hochregallager sowie den Landwirtschaftsbetrieb investiert.

Kein Plastik mehr in der Gastronomie

Auf eines will der Unternehmer aber künftig verzichten: „Ab dem 13. April sind alle unsere Gastronomiebetriebe plastikfrei,wir verwenden dann nur noch komplett recycelbares Material“, sagt Dahl. Das soll aber nur der Anfang sein – das Unternehmen würde gerade in allen Bereichen mit Blick auf die Nachhaltigkeit untersucht, um Potenziale aufzudecken und Optimierungen vorzunehmen. Auch im Erdbeeranbau. „Auf den Feldern haben wir in diesem Jahr erstmals acht Meter breite Blühstreifen mit 42 verschiedenen Saaten drin, um das ganze Jahr über das Insektenleben zu fördern. Natürliche Fressfeinde sind besser als Fungizide“, sagt Dahl.

Auch die Plastefolien, die aktuell auf den Feldern liegen, seien mit Blick auf den ökologischen Fußabdruck des Familienbetriebes schon Thema gewesen. „Der Einsatz von diesen Folien, aber auch den sogenannten Wandertunneln – die langlebig, aber natürlich nicht ewig haltbar sind – ist eine Frage der Gewichtung: Denn durch die Verlängerung der regionalen Belieferung können die Kunden auf Erdbeeren aus anderen Ländern verzichten“, sagt Dahl.

Zudem gebe es weitere Müllmengen, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich wären: Nach der zweijährigen Ernte der Erdbeerpflanzen müssten die darunterliegenden Tropfschläuche raus. „Natürlich wäre kompletter Verzicht die effektivste Form der Müllvermeidung“, gibt er zu. Doch Dahl versucht auch andere Lösungen. Er sei gerade mit einem Entsorgungsbetrieb über die Nachnutzung der Plastik im Gespräch. Die Idee ist, aus dem Material Einkaufsnetze zu fertigen. Damit künftig auch auf die Tüten an den Verkaufsständen verzichtet werden könnte, würden die Kunden in diesem Jahr aktiv aufgefordert, eigene Beutel mitzubringen.

Früchtetransport per Streetscooter

Auch die Energiebilanz ist ein großes Thema im Unternehmen. Die Erdbeeranlieferung erfolge in dieser Saison erstmals per Streetscooter. Auf dem großen Parkplatz sollen Carports gebaut werden, welche die Autos überdachen, aber durch die darauf befindlichen Fotovoltaikanlagen einen Großteil des Stroms des Betriebes erzeugen sollen. Immerhin verbraucht das Unternehmen pro Jahr aktuell 4,2 Megawatt Energie. „Die Zeit ist reif, dass wir da endlich etwas tun“, sagt Dahl.

Claudia Labude-Gericke