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Rostock Karriereberatung an der Uni: „Die Möglichkeiten sind riesig!“
Mecklenburg Rostock Karriereberatung an der Uni: „Die Möglichkeiten sind riesig!“
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07:27 12.08.2014
Anja Klütsch (l.), Leiterin des Careers Service, und Kathrin Krüger-Borgwardt vom Zentrum für Entrepreneurship an der Universität Rostock Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Jedes Jahr stehen Uni-Absolventen vor den gleichen Fragen: Wie weiter nach dem Studium? Einen guten Job finden oder sogar selbst der Chef werden? OSTSEE-ZEITUNG sprach mit Anja Klütsch, Leiterin des Careers Service, und Kathrin Krüger-Borgwardt vom Zentrum für Entrepreneurship an der Universität Rostock über Möglichkeiten und Hilfen für Studenten, die sich selbstständig machen wollen.

OSTSEE-ZEITUNG: Sie beraten Studenten zu Fragen der Karriereplanung, zu Jobmöglichkeiten oder zum Thema Selbstständigkeit. Ist denn Studenten am Ende ihres Studiums nicht klar, was sie danach machen wollen?

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Anja Klütsch: Es gibt nur noch wenige Studiengänge, bei denen das Berufsfeld völlig klar umrissen ist. Die Wahlmöglichkeiten sind riesig. Aber natürlich benötigen Informatiker oder Maschinenbauer weniger Beratung – die haben schon vor dem Abschluss des Studiums fünf Jobangebote...

OZ: Und Unentschlossenen geben Sie dann schlaue Tipps und helfen bei Entscheidungen?

Kathrin Krüger-Borgwardt: Ja. Es gibt viele verschiedene Anlaufstellen – zum Beispiel bei uns an den Unis, die Agenturen für Arbeit, Patentinformationsstellen. Den größten Einfluss auf berufliche Entscheidungen haben aber Freunde und Familie.

OZ: Mal angenommen, ich stehe kurz vor dem Master-Abschluss und überlege, mich selbstständig zu machen. Wie können Sie mir helfen?

Krüger-Borgwardt: Bei der so genannten Erstberatung sprechen wir über Ideen. Sie erzählen uns, worüber Sie vielleicht geforscht haben und wo Ihre Interessen liegen. Dann geben wir Hausaufgaben auf: Als angehender Firmengründer müssen sie sich klarmachen, was Sie wirklich wollen. Sie müssen die Konkurrenzsituation erforschen, Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten auftun, einen Businessplan aufstellen. Und wir unterstützen Sie dabei.

OZ: In welchen Branchen sehen Sie denn besonders gute Entwicklungsmöglichkeiten?

Krüger-Borgwardt: Also derzeit boomen Internet-Startups überproportional – Stichwort New Economy. Ob im Online-Handel, beim Programmieren von Apps, in Sachen Home-Automatisation – überall werden gute Ideen und Leute gesucht. Und auch die Märkte wachsen – Osteuropa, China... Ich sage immer: „Think big!“ Junge Leute sollten global denken, sich nicht nur auf MV beschränken.

OZ: Welche Eigenschaften muss ein angehender Firmengründer mitbringen?

Krüger-Borgwardt: Also – gerade die im Studium erworbene Fachkompetenz ist schon ein Vorteil. Firmengründer müssen mehr arbeiten als Angestellte, sie müssen kreativer sein, Vertrauen in ihre Idee haben. Und sie brauchen ein gewisses Maß an Sturheit.

Anja Klütsch: Und sie sollten auch nicht zu langsam sein. Die Märkte verändern sich rasend schnell. Man kann gute Ideen adaptieren, anpassen – darf damit aber nicht zu lange warten, sonst kommt die Konkurrenz.

OZ: Wie dramatisch ist es, wenn eine Idee scheitert, eine Firma pleite geht?

Krüger-Borgwardt: Das kann natürlich passieren – und das Thema darf nicht totgeschwiegen werden. In Deutschland wird ein Unternehmer schnell stigmatisiert, das ist zum Beispiel in den USA ganz anders.

Anja Klütsch: So tragisch eine Pleite auch ist – auf jeden Fall hat man dazugelernt. Man erwirbt Kompetenzen – lernt den Umgang mit Kunden, wie Marketing geht, wie ein Finanzplan funktioniert – das ist langfristig wichtig.

 

Der OZ-Existenzgründerpreis:

Drei Preise werden vergeben: der mit 5000 Euro dotierte „Gründerpreis der OZ“ sowie die Sonderpreise „Mut zur Selbstständigkeit“, gestiftet von der Creditreform von der Decken KG in Rostock, und „Interessante Gründerstory“, gesponsert von den Volksbanken und Raiffeisenbanken in MV. Die beiden Sonderpreise sind mit je 1500 Euro dotiert. Zur Teilnahme berechtigt sind alle Firmen, die ihren Sitz in MV haben, vor dem 1. Juni 2013 gegründet wurden und nicht älter als fünf Jahre sind.

So bewerben Sie sich: Einfach online einen kurzen Fragebogen ausfüllen und abschicken oder postalisch senden an: OSTSEE-ZEITUNG, Thomas Luczak, Ressort Wirtschaft, Richard-Wagner-Str. 1a, 18055 Rostock. Der Fragebogen kann unter www.ostsee-zeitung.de/existenzgruender direkt online ausgefüllt und abgeschickt werden. Auf Anfrage unter 0381/36 53 81 bzw. existenzgruenderpreis@ostsee-zeitung.de wird er auch zugesandt.

Bewerbungsschluss: 9. September 2014



Interview von Thomas Luczak