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Rostock Kein Abschied auf Dauer: HMT-Professor geht in den Ruhestand
Mecklenburg Rostock Kein Abschied auf Dauer: HMT-Professor geht in den Ruhestand
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16:32 25.03.2019
Prof. Hartmut Möller arbeitet an einer Neuausgabe des „Rostocker Liederbuchs“. Quelle: Susanne Gidzinski
Rostock

 Fast ein viertel Jahrhundert hat er als Musikwissenschaftler in Rostock gewirkt und Studenten an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) unterrichtet. Nun geht Professor Dr. Hartmut Möller in den Ruhestand, doch Abschied möchte er sobald nicht nehmen. „Es warten noch einige Projekte auf mich, die ich weiter betreuen werde“, erklärt er.

Von 1993 bis 1999 unterrichtete Hartmut Möller an der Universität Rostock und der 1994 neugegründeten HMT. Dann unterbrach er seine Tätigkeit in der Hansestadt für zwei Jahre, um eine Professur in Freiburg zu übernehmen. Im Mai 2001 kehrte er nach Rostock zurück und wurde auf die Professur für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater Rostock berufen. „Ich blicke auf eine ereignisreiche Zeit voller Glücksmomente zurück“, sagt der heute 65-Jährige erfreut.

Mehr Zeit für Familie und Forschung

Nun aber möchte er etwas kürzer treten und sich seiner Forschung und in erster Linie der Familie widmen. „Meine kleine Tochter wird bald vier Jahre alt und da bin ich froh mehr Zeit mit ihr verbringen zu dürfen und ihre Entwicklung miterleben zu können“, meint Möller. Doch auch seine studentischen Schützlinge werden nicht auf ihn verzichten müssen, wie er bestätigt. Ein bis zwei Mal die Woche wird er an der Hochschule sein und seinen laufenden Projekten nachgehen. Ob die Betreuung von Doktorarbeiten oder das Mitwirken an Publikationen – seine Aufgabenliste ist lang. „Meine Frau hat schon Angst, dass ich es vielleicht nicht ganz so ruhig angehen lasse, wie ursprünglich geplant“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Aktuell sitzt er gemeinsam mit seinen Kollegen Franz-Josef Holznagel und Udo Kühne an einer Neuausgabe des „Rostocker Liederbuchs“, welche noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Mittels sogenannter Multispektralaufnahmen haben die Wissenschaftler die alte Schrift lesbar gemacht. „Wir machen die Noten wieder spiel- und singfähig“, meint Möller.

Der Professor lernt von seinen Studenten

Als emeritierter Professor stehe ihm die Möglichkeit offen auch weiterhin Vorlesungen und Lehrveranstaltungen zu halten. Eine Option, die er sich für die Zukunft offen hält. „Erst einmal will ich meinen beiden Nachfolgern Prof. Dr. Yvonne Wasserloos und Prof. Dr. Friederike Wißmann den Weg überlassen und hier nicht herumgeistern. Veränderungen sind wichtig und bieten neue Möglichkeiten und Sichtweisen.“ Genauso, wie seine Studenten von ihm, habe auch er von ihnen gelernt, wie Möller anmerkt. „Durch den Austausch mit den jungen Leuten bin ich jung geblieben und habe neue Blickwinkel kennengelernt.“

Weil er neben der Lehre nur wenig Zeit zum Musizieren gefunden hat, möchte er sich jetzt wieder vermehrt seiner Leidenschaft zuwenden. „Ich habe früher so gerne E-Cello gespielt. Da haben schon mal die Glasscheiben gewackelt, wenn ich den Verstärker aufgedreht habe“, erinnert sich Möller. „Ich habe damals Unterricht bei einem Hochschulstudenten genommen. Er hat mir ganz neue Techniken gezeigt. Das war sehr inspirierend.“

Abschiedsvorlesung

Zum Abschied hält der gebürtige Stralsunder eine Vorlesung mit dem Titel „Finishing the hat“, zu Deutsch: den Hut fertigstellen. Worum es konkret gehen wird, möchte er aber noch nicht verraten – auch nicht, was es mit dem Hut auf sich hat. Es werde aber eine Kombination aus Kunst und Wissenschaft sein. Mit einer Reihe von Musik- und Wortbeiträgen. „Wer außer mir noch alles eine Rede hält und wie das weitere Programm aussieht weiß ich selbst nicht. Ich möchte mich überraschen lassen“, sagt Möller. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 10. April, um 15.15 Uhr im Foyer der HMT Rostock statt. „Ich freue mich über jeden, der kommt. Wer Lust hat, darf gerne vorbei schauen.“

Hartmut Möller an der HMT

Von 1993 bis 1999 unterrichtete Hartmut Möller an der Universität Rostock und der 1994 neugegründeten Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT).

Ab 1999 übernahm er an der Staatlichen Hochschule für Musik Freiburg die Professur für Musikwissenschaft als Nachfolger von Ulrich Konrad.

Im Mai 2001 kehrte er nach Rostock zurück und wurde auf die Professur für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater Rostock berufen, an der er von 2001 bis zur erfolgreichen Einführung des Studiengangs Pop/World-Music 2004 auch als Rektor wirkte.

Im April 2017 wurde er mit einem Forschungsstipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen des Kurt von Fritz-Wissenschaftsprogramms ausgezeichnet.

Susanne Gidzinski

Der 39-jährige Fußball-Trainer betreut seit zwei Jahren die C-Junioren von Hansa Rostock. Vorher war der Mecklenburger schon für den HSV und die Fußballschule René Schneider tätig. Nun ist er bei seinem Herzensclub der Kindheit gelandet.

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