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Rostock Kein Nachschlag geplant: Kantinen-Aus läutet Umzug des Rostocker Behördenzentrums ein
Mecklenburg Rostock Kein Nachschlag geplant: Kantinen-Aus läutet Umzug des Rostocker Behördenzentrums ein
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08:12 24.11.2019
Matthias Witt (v. l.), Sascha Scholz und Claudia Matzka stehen mit leeren Tabletts vor dem Behördenzentrum in der Erich-Schlesinger-Straße. In wenigen Wochen schließt vor Ort die Kantine, danach ziehen sukzessive auch die Landesämter aus. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Nicht süß, sondern richtig bitter: So empfinden viele Mitarbeiter aus dem Behördenzentrum in der Erich-Schlesinger-Straße das Aus für ihre Kantine. An mangelnder Kundschaft kann es nicht gelegen haben. Die Tür zur Versorgungseinrichtung im Erdgeschoss des Hochhauses kommt vor lauter Hungrigen kaum zum Stehen; die Tische sind voll, die Schlange an der Essenausgabe teilweise lang.

Dennoch ist in wenigen Wochen Schluss. Der Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes MV hat dem Schweriner Kantinenbetreiber B+F Catering gekündigt. „Wir sind selbst nur Mieter dieses Gebäudes und unser Vertrag läuft aus“, sagt BBL-Sprecher Christian Hoffmann. Deshalb hätte auch der Untermietvertrag mit der Kantine fristgerecht gekündigt werden müssen.

Blücherstraße wird erst 2023 fertig

Damit fällt in der Rostocker Erich-Schlesinger-Straße der Startschuss für das große Kistenpacken. Bis April 2021 werden die Landesbehörden dort sukzessive ausziehen. Und das, obwohl der für sie geplanten Neubau noch gar nicht fertig ist. Das ehemalige Polizeirevier in der Rostocker Blücherstraße soll zukünftig der Sitz für die mindestens 400 Mitarbeiter werden.

Aktuell wird der Bau für rund 44,2 Millionen Euro saniert. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 geplant. Dann wird das markante Gebäude zum Dienstsitz für das Landesamt für Gesundheit und Soziales, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg, das Landesamt für Verkehr und Straßenbau sowie das Amt für Raumordnung und Landesplanung Region Rostock.

Eigentümer des Hauses sitzt in Berlin

„Diese Dienststellen des Landes werden bis zum Ende der Sanierung und Erweiterung des Behördenzentrums Blücherstraße in geeigneten Liegenschaften in Rostock untergebracht“, sagt BBL-Sprecher Hoffmann. Diese liegen in einer alten Villa in der Stephanstraße und im Gebäude der alten Hanseatische Weiterbildungs- und Beschäftigungsgemeinschaft An der Jägerbäk in Marienehe sowie am Friedrich-Engels-Platz. „Der Hauptauftrag ist, dass alle Dienststellen auch bis zur Fertigstellung in der Blücherstraße ordentlich arbeiten können“, erklärt er.

Der BBL müsse die angemieteten Räume des aktuellen Behördenzentrums in der Erich-Schlesinger-Straße frei übergeben. Deshalb sei der Kantine auch jetzt schon gekündigt worden, obwohl auch im kommenden Jahr noch Mitarbeiter im Haus verbleiben. Ein möglicher Weiterbetrieb der Versorgungseinrichtung liege Hoffmann zufolge ausschließlich in der Hand des Gebäudeeigentümers, einer Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Berlin.

Hanse-Jobcenter zieht als neuer Mieter ein

Auf OZ-Nachfrage war dort niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Bemühungen des Schweriner Caterers, am Standort Schlesinger-Straße bleiben zu dürfen, sind allerdings bereits gescheitert. Dabei steht das Hochhaus in der Südstadt auch künftig nicht leer: Das Hanse-Jobcenter zieht ein. Dessen bisherige Standorte Friedrich-Engels-Platz und Schweriner Straße werden „ab Ende 2020 am Standort Schlesinger-Straße zusammengefasst“, kündigt Maria Vespermann, Sprecherin der Agentur für Arbeit Rostock an. Die Fläche der Kantine würde vom Jobcenter aber nicht angemietet. Ob der Besitzer des Hauses dort wieder einen Essensversorger einziehen lässt, ist derzeit nicht bekannt.

Für die Mitarbeiter der Landesbehörden ist die Zeit ohne warmes Mittag im Haus aber schon mal eine gute Übung. Im neuen Dienstsitz in der Blücherstraße wird erst gar keine Kantine eingebaut. Der BBL sei dafür auch gar nicht zuständig, sagt Christian Hoffmann: Man dürfe nach entsprechender Beauftragung nur die baulichen Voraussetzungen für den Betrieb einer Kantine schaffen und entsprechende Konzessionen erteilen, aber nicht selbst Betreiber sein.

Aufgrund der Lage in der Innenstadt sei im alten Polizeirevier Blücherstraße bewusst gegen die Einrichtung einer Mittagsversorgung entschieden worden, weil mit Mensa und anderen Betriebskantinen und Restaurants in der Nähe eine ausreichende Versorgung der Mitarbeiter gewährleistet sei.

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