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Rostock Kempowski-Tage in Rostock sind eröffnet
Mecklenburg Rostock Kempowski-Tage in Rostock sind eröffnet
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18:59 26.04.2019
Jan Philipp Reemtsma hält einen Vortrag auf der Kempowski-Tagung. Quelle: Julia Melzow
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„Das sind notwendige Akklamationen (Zustimmung) für einen Autor, und es ist eine schöne Bestätigung der eigenen Arbeit", so äußerte sich Walter Kempowski einst über die Ehrungen und Preise, die der gebürtige Rostocker für seine schriftstellerischen Werke erhielt. Auch nach seinem Tod im Jahr 2007 bleibt der Sohn eines Reeders nicht nur im Gedächtnis der Rostocker Historie. Nationale und internationale Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Disziplinen schätzen die Publikationen des Autoren und Archivars und machen sie zum Gegenstand ihrer Forschungen.

Unter der Überschrift „Ich will Archiv werden“ findet nun die zweite Tagung zu Ehren Walter Kempowskis in Rostock statt. Vom 26. bis 29. April werden in der Aula der Universität Rostock Vorträge über den Schriftsteller und seine Werke zu hören sein. Die Themen sind dabei sehr unterschiedlich angelegt. „Walter Kempowskis Autorschaft zwischen archivarischer Quelle und strategischer Wertpolitik“ lautet der Untertitel des Symposiums, welches das Kempowski-Archiv gemeinsam mit der Universität Rostock organisiert hat.

Jan Philipp Reemtsma hält ersten Vortrag

Den Auftakt der Tagung übernahm der Rektor der Universität Rostock Wolfgang Schareck. Der Mediziner gab Einblicke in die Vergangenheit seines Großvaters, die Überschneidungen mit der Kempowskis aufweist. Den ersten Vortrag des Symposiums hielt Jan Philipp Reemtsma. Sein Beitrag „Alles umsonst?“ umfasst indirekte Darstellungsweisen bei Walter Kempowski. Reemtsma, der 1981 die Arno-Schmidt-Stiftung gründete, lockte auch Klaus Valentin nach Rostock. Der literaturbegeisterte Rentner reiste extra aus dem 800 Kilometer entfernten Saarbrücken an, um den Vortrag des Hamburger Publizisten zu hören.

Neben Studenten und Referenten sitzt auch das Ehepaar Hämnisch aus Rostock im Publikum. Der ehemalige Zahnarzt und seine Frau, die sich selbst als Kempowski-Fans bezeichnen, sicherten sich rechtzeitig Plätze für den gut besuchten Tagungseinstieg. „Ehemalige Patienten von uns waren Archivare und haben uns auf die Werke von Walter Kempowski aufmerksam gemacht“, erzählt Sabine Hämnisch. „Wir haben uns mit der Zeit immer mehr Bücher und Zeitschriften über den Walter Kempowski zugelegt“, ergänzt ihr Mann, Andreas Hämnisch. Ein Blick in das Programmheft weckt weiteres Interesse. „Wir planen auf jeden Fall, auch zu anderen Vorträgen zu gehen“, so Sabine Hämnisch, die in ihrer Freizeit selbst gerne Gedichte schreibt.

Archiv-Leiterin hofft auf neue Impulse

Die Leiterin des Kempowski-Archivs, Katrin Möller-Funck, hofft zum 90. Geburtstag des Rostocker Schriftstellers auf neue Impulse. „Neben der Würdigung seiner Werke steht für mich die weitere Bearbeitung der Desiderate in der Kempowski-Forschung im Vordergrund. Gibt es nach 10 Jahren neue Forschungsansätze? Wie wurden die Werke Kempowskis in der Zwischenzeit betrachtet?“, sagt Möller-Funck.

Die insgesamt mehr als 20 Vorträge sind in drei Sektionen eingeteilt. Am Freitag lautete das Motto „Archive lügen nicht“. Samstag folgen Referate zu „Macht – Archiv – Schreiben“. Sonntag wird die Tagungsreihe mit der Sektion „Archive des Politischen“ beendet. Ebenso stehen eine Stadtführung „Auf den Spuren von Familie Mann“ und ein Stadtrundgang durch die historische Altstadt auf dem Plan. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

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Julia Melzow

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