Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Kinder-Uni Rostock: Wenn die Eisenbahn über die Gleise schwebt
Mecklenburg Rostock Kinder-Uni Rostock: Wenn die Eisenbahn über die Gleise schwebt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:34 31.10.2019
Dr. Josef Tiggesbäumker entführt die Kinder in die Welt der Physik. Quelle: Dietmar Lilienthal
Anzeige
Rostock

Wie funktioniert ein Kompass und warum finden Störche ihre Nester immer wieder? In der Kinder-Uni am Mittwochnachmittag gab Dr. Josef Tiggesbäumker Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um das Thema Magnetismus. Mit äußerst anziehenden Experimenten brachte er das gesamte Publikum zum Staunen und animierte vor allem die kleinen Besucher zum Mitmachen. Doch Vorsicht war geboten: rasende Batterien und fliegende Aluminium-Ringe verwandelten den Hörsaal in ein physikalisches Versuchslabor.

Weintraube, Büroklammer, Papier

Verkleidet als Lukas der Lokomotivführer betritt Tiggesbäumker Rostocks Audimax. „Kennt ihr alle Jim Knopf“, fragt er die Jungen und Mädchen, die ihm lautstark zujubeln. „Dann will ich euch heute auf eine Reise zum Magnetberg mitnehmen“, so der Physiker. Anhand des Buches „Jim Knopf und die Wilde 13“ vom Schriftsteller Michael Ende und einfachen Tricks frei nach dem Motto: „Entweder es klappt, oder es klappt nicht“, führt er die Kinder in die Welt der Wissenschaft ein.

Für das erste Experiment benötigt der Dozent Weintrauben, Papier oder Büroklammern. Mit einem starken Magneten zeigt er den Kindern, welche der Gegenstände angezogen werden. Lediglich die Büroklammern bleiben haften. „Das weiß doch jedes Kind“, ruft einer der kleinen Studenten. Aber woran liegt das? Auch hier weiß der Junge die Antwort: „Weil da Eisen drinnen ist.“

Wie findet der Storch sein Nest?

Schwieriger scheint die Antwort auf die Frage, wieso die Kompassnadel stets nach Norden zeige. „Ähnlich wie in der Geschichte von Michael Ende glaubten die Menschen früher, dass am Nordpol ein Magnetberg steht, der die Nadel anzieht“, erzählt Tiggesbäumker. Ganz so sei es aber nicht. Die gesamte Erde sei ein Magnet. Die magnetische Kompassnadel richte sich immer nach dem Magnetfeld der Erde und helfe Menschen so den richt Weg zu finden.

Hunderte Nachwuchs-Studenten staunten am Mittwochnachmittag nicht schlecht, als Dr. Josef Tiggesbäumker den Hörsaal als Lukas der Lokomotivführer verkleidet betrat.

„Nicht nur wir Menschen, auch Tiere orientieren sich am Erdmagnetfeld“, verrät der Physiker. Viele Tierarten unternehmen im Verlauf des Jahres lange Wanderungen, zum Beispiel Störche. „Zugvögel haben einen speziellen Orientierungssinn und können sich am Erdmagnetfeld orientieren. So finden sie stets den Weg zu ihren Nestern“, erläutert der Doktor der Physik.

Experimente zum Mitmachen

Um den Heranwachsenden zu verdeutlichen, wie stark ein Elektromagnet sein kann, hat Tiggesbäumker sechs Kinder zu sich an die Tafel gebeten. Sie sollen beim „Tauziehen“ versuchen den Nord- und Südpol des Magneten auseinander zu bekommen. Doch keine Chance – ihre Kraft reicht nicht aus. „Dann will ich euch mal helfen“, sagt der Physiker und schaltet einen Hebel um. Prompt zerfällt der Magnet in zwei Teile. „Ich habe den Stromfluss durchbrochen“, erklärt Tiggesbäumker.

Mit Spannung verfolgt Johann das Geschehen. Besonders gefalle ihm die Raketenschleuder, die der Physiker und sein Team als nächstes vorstellen. Immer wieder lassen sie einen Aluminium-Ring in die Höhe schießen. „Ich hätte nicht gedacht, dass der bis an die Decke fliegen kann“, staunt der Siebenjährige. Auch die Batterie, die sich wie durch Geisterhand durch eine Silberdrahtspule bewegt gefällt ihm. „Richtig cool, wie schnell die ist.“

Lokomotive Emma lernt schweben

Mia und Oskar hingegen können ihren Blicke gar nicht mehr von Emma, der Modell-Lokomotive abwenden. Mit funkelnden Augen schauen sie zu, wie diese immer im Kreis fährt – oder eher schwebt. „Das habe ich noch nie gesehen“, staunt die Sechsjährige. Ganz ohne die magnetischen Schienen zu berühren, dreht die Lokomotive ihre Runden. Wie das ganze funktioniert, erklärt ihnen Norman Ive, Doktorand am Institut für Physik. „Das Experiment ist mit Abstand das coolste“, sagt Oskar.

Nächste Vorlesungen

Was hat St. Martin mit der Uni zu tun? – eine kurze Geschichte der Uni: 11. November 2019 um 15 Uhr in der Universitätskirche „Kloster zum Heiligen Kreuz“, Kleiner Katthagen 3, 18055 Rostock. Weil der Platz in der Kirche begrenzt ist, ist die Veranstaltung bereits ausgebucht. Nach der Vorlesung sind aber alle Kinder zum Martinsumzug eingeladen.

Kraftvoll in die Zukunft – wie funktioniert Rhythmus ohne Instrument?: 18. Dezember 2019 um 15 Uhr im großen Hörsaal Audimax in der Ulmenstraße 69. Für die Vorlesung ist keine Anmeldung nötig.

Von Susanne Gidzinski

Die evangelisch-lutherische Kirche in Rostock will sich wieder stärker in gesellschaftliche Prozesse einbringen – bei Veranstaltungen, Diskussionen und auch Demos. Möglich soll das ein neuer Stadtpastor machen: der 61-jährige Willfried Knees. Am Reformationstag wurde er in sein Amt eingeführt.

31.10.2019

Renovierungsbedürftige Räume, kaputte Möbel und ein defektes Auto behindern die Arbeit der Streetworker und Pfleger der Rostocker Caritas. Ein Blick hinter die Kulissen.

31.10.2019

Im November 2018 überfielen Jugendliche einen Supermarkt in Rostock-Toitenwinkel. Nun hat das Gericht einen 20-Jährigen der Beihilfe zum schweren Raub schuldig gesprochen – und „Reifedefizite“ festgestellt.

30.10.2019