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Rostock Rostocker Kirche in Gefahr: Orgel birgt Brandrisiko
Mecklenburg Rostock Rostocker Kirche in Gefahr: Orgel birgt Brandrisiko
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17:12 12.09.2019
Dank an die „Principal-Spender“: Karl-Bernhardin Kropf (2. v. l.), Kantor der Marienkirche, freut sich über Unterstützung der Rostocker Kaufmannschaft, hier vertreten von René Geschke (v. l.), Tobias Blömer und Prof. Ingo Richter. Quelle: Claudia Labude-Gericke
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Rostock

Zweimal gab es schon Explosionen – 2016, innerhalb eines Gottesdienstes mit Taufe. „Das hat geknallt wie Schüsse“, erinnert sich Karl-Bernhardin Kropf, Kantor der Rostocker Marienkirche. Die Geräusche stammten aus der Orgel, wo zwei Elektrolytkondensatoren explodiert waren.

So prächtig das Instrument am westlichen Ende des Kirchenschiffes einst aussah und klang, so gefährdet ist es aktuell. Und damit auch das gesamte Gotteshaus. „Jeder Tag ist ein Brandrisiko. Die Schwachstromanlage stammt noch aus dem Jahr 1938, es gibt Kabel, die mit Baumwolle umsponnen und Lötbrücken, die ohne Isolierung am Holz befestigt sind “, sagt Kropf.

Er denkt dabei auch an die verheerenden Bilder des Feuers in der Pariser Kathedrale Notre Dame. So etwas soll in Rostock nicht passieren. Immer wieder gebe es deshalb Treffen mit der Feuerwehr, um für einen möglichen Ernstfall gewappnet zu sein. Wichtiger wäre allerdings die dringend notwendige Instandsetzung des Instruments.

Instandsetzung ist dringend nötig, wird aber teuer

Doch die Sanierung der Orgel wird teuer. Das Äußere wurde zuletzt 1885 überarbeitet – eine Instandsetzung dürfte mehrere hunderttausend Euro erfordern. Im Inneren kostet allein die Herstellung der Betriebssicherheit auch noch einmal etwa 100 000 Euro. Allein für die notwendigen Voruntersuchungen sind dem Kantor zufolge rund 50 000 Euro notwendig.

Die Hälfte des Geldes sei bereits zusammengesammelt worden. Den fehlenden Restbetrag zum Startschuss für die Untersuchungen gibt es von der Jahresköste der Kaufmannschaft zu Rostock. Öllermann Tobias Blömer sicherte Karl-Bernhardin Kropf mindestens 25 000 Euro zu. „Das Geld wird am 18. Oktober bei unserem traditionellen Festmahl gesammelt“, so Blömer, der nicht ausschließen will, dass die Summe weiter steigt.

Im Jubiläumsjahr der Gründung der Rostocker Universität hätte die Kaufmannschaft entschieden, das Geld für die Kirche einzusetzen, in der die Alma Mater der Hansestadt ihren Ursprung hat. Weitere 10 000 Euro aus der Sammlung beim Festmahl der Kaufleute werden dafür investiert, eine bisher im Archiv gelagerte Bildersammlung von Paul Moennich (1855-1943) künftig dauerhaft im Universitäts-Hauptgebäude auszustellen.

Orgel und Astronomische Uhr ziehen Besucher an

Der größte Teil der diesjährigen Spenden ist aber für die dringend sanierungsbedürftige Orgel gedacht. „Die Marienkirche ist elementar für die Hansestadt und das Zentrum Rostocks. Und die Orgel gehört untrennbar dazu“, so Blömer. Das zeigen auch die zahlreichen Besucher des Gotteshauses, die gleichermaßen von der Astronomischen Uhr sowie von dem historischen Instrument, das 1770 vom Rostocker Paul Schmidt vollendet wurde, angezogen werden. Auf die Frage, welche Zukunft er für die Orgel sieht, kann Karl-Bernhardin Kropf auch durch die großzügige Spende der Jahresköste jetzt ein wenig zuversichtlicher als sonst antworten: „Eine strahlende!“

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Von Claudia Labude-Gericke

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