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Rostock Kleiner Bootshafen vor dem Aus?
Mecklenburg Rostock Kleiner Bootshafen vor dem Aus?
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18:11 25.06.2018
Kleiner Bootshafen, breiter Strand: So sah die ursprüngliche Vision für Nienhagens Küste aus. Quelle: Inros Lakner Se
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Nienhagen

Dass es an Nienhagens Küste in absehbarer Zeit mal einen kleinen Bootshafen geben könnte – dieser Gedanke wird wohl nur ein Wunschtraum bleiben. „Es geht bei dem Projekt einfach sehr schleppend voran“, sagt jetzt Bürgermeister Uwe Kahl (CDU). „Uns läuft die Zeit weg – ich befürchte, dass wir so aus der Förderperiode bis zum Jahr 2019 rausfallen.“Hintergrund: Im Ostseebad sollen nach ambitionierten Plänen neben einem Wasserwanderrastplatz mit 80 Liegeplätzen zwischen Hauptstrand und Aufgang Schulweg auch ein Bootsverleih sowie eine Surfschule eingerichtet werden. Am Hauptstrand Richtung Osten sind neue Buhnenreihen sowie eine Strandverbreiterung von 15 auf 20<TH>Meter vorgesehen.

Die Gemeinde ist bei dem Millionenprojekt auf Fördermittel angewiesen. „Bis 2019 muss ein entsprechender Antrag gestellt werden“, so Kahl. „Dann wäre eine Förderung bis zu 90 Prozent möglich.“ Weil die Planungen bereits im vergangenen Sommer ins Stocken geraten waren, hatte Nienhagen Ende Juli 2017 die Minister Till Backhaus (Umwelt) und Harry Glawe (Wirtschaft) eingeladen, um vor Ort über das Projekt zu informieren. „Innerhalb eines Monats sollten wir danach Informationen zu technischen und genehmigungsrechtlichen Fragen bekommen“, erinnert sich Uwe Kahl. „Letztlich hat das alles ein dreiviertel Jahr gedauert.“

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Das Umweltministerium hatte der Gemeinde schließlich vor zwei Monaten entsprechende Empfehlungen gegeben – und eine Machbarkeitsstudie für notwendig erachtet, „in der auch eine fundierte Abschätzung der Einnahmen und der zu erwartenden Folgekosten für Betrieb, Instandhaltung und Instandsetzung vorzunehmen ist“. Aktuell werde eine Ausschreibung für diese Machbarkeitsstudie durch das Amt Bad Doberan-Land vorbereitet, so Kahl: „Die Kosten im höheren fünfstelligen Bereich werden immerhin zu 75 Prozent gefördert.“

Für Wolfgang Lange wäre das herausgeworfenes Geld: „Im Schreiben des Ministeriums sind etwa beim Naturschutz oder der Infrastruktur so viele Hürden aufgebaut“, sagt der Sprecher der „Bürgerinitiative Gemeinsam für Ostseebad Nienhagen“. „Das kann die Gemeinde doch gar nicht stemmen.“ Deshalb hoffe er, dass spätestens vor der tatsächlichen Beauftragung „die drei, vier Leute, die noch für den Hafen sind, ein Einsehen haben und von dem Projekt Abstand nehmen“, so Lange. „Diese 20 000, 30 000 Euro können wir sparen.“ Dabei kritisiert Lange nicht nur diese möglichen Ausgaben: „Ein Wasserwanderrastplatz am Nienhäger Strand wäre wirtschaftlicher Wahnsinn – deshalb glaube ich auch nicht, dass der Hafen gebaut wird.“

Uwe Kahl fühlt sich indes von den Entscheidungsträgern im Stich gelassen. „Wir sind hier ehrenamtlich zum Wohle der Bürger tätig – es ist nicht in Ordnung, wie man auf Seiten der Ministerien mit uns umgeht.“ Was Nienhagens Bürgermeister auch ärgert: „Ursprünglich wollten wir nur unseren Strand verbreitern – aber uns wurde ja gerade empfohlen, auch einen Wasserwanderrastplatz zu bauen, weil so die Aussicht auf Fördermittel viel höher wäre.“Letztlich würde oft an anderer Stelle über das Wohl und Wehe des Ostseebades bestimmt, meint Kahl: „Und da haben offenbar viele Angst, finale Entscheidungen zu treffen . . .“

Plottke Lennart

25.06.2018
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