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Rostock Kleingärtner kämpfen um Fläche für Grünschnitt
Mecklenburg Rostock Kleingärtner kämpfen um Fläche für Grünschnitt
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19:12 07.06.2019
Vorsitzender des Gartenvereins „Erlengrund“ Norbert Jeschke und seine Stellvertreterin Hanne Gührke schildern den Anwesenden ihr Problem. Quelle: Susanne Gidzinski
Rostock

Niedergeschlagen betreten Norbert Jeschke, Vorsitzender des GartenvereinsErlengrund“ und seine Stellvertreterin Hanne Gührke am Freitag den Versammlungsraum im Heidehaus Markgrafenheide. Hier hat der Ortsbeirat zum jährlichen Rundgang mit Vertretern der Stadtverwaltung und Bürgern geladen. Bereist zum zehnten Mal fand die Begehung statt. Ziel sei es Problemstellen anzuschauen und über mögliche Lösungsansätze zu beraten, wie der Ortsbeiratsvorsitzende Jürgen Dudek berichtet.

Ehemalige illegale Müllkippe

Ein Termin, den sich die beiden Kleingärtner nicht entgehen lassen wollten. Mit viel Mühe haben sie zwei Plakate vorbereitet, um ihr Anliegen zu veranschaulichen. Zeitungsausschnitte aus dem Jahr 2006 und Bilder dienen als visuelle Stütze. Zu sehen ist das Grundstück hinter ihrer Kleingartenanlage. Dieses wurde von Unbekannten lange Zeit als illegale Mülldeponie genutzt. Ob Autoreifen, alte Farbeimer oder Asbestplatten – „Dort wurde einfach alles Mögliche abgelegt“, erinnert sich Gührke. Sogar ein Auto-Motor haben sie gefunden. Mathias Laubisch, Mitarbeiter vom Umweltamt bestätigt: „Eine klassische Mülldeponie war das.“

Gartenfreunde räumen auf

Mittlerweile ist das gesamte Feld dank der Vereinsmitglieder von jeglichem Abfall befreit. Bereits 2006 haben sie in ihrer Freizeit einen gewaltigen Berg an Müll zusammen getragen und weggeschafft. Eigentümer des Grundstückes sei zu diesem Zeitpunkt noch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gewesen. „Als Dankeschön hat man uns den Erlengrund zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung gestellt“, sagt Gührke. Die Kleingärtner nutzten die Fläche überwiegend zum Abladen von Grünschnitt, berichtet Norbert Jeschke. 13 Jahre lang sei dies kein Problem gewesen.

Im Sommer vergangenen Jahres dann der Schock: „Das Amt für Stadtgrün hat uns den Zutritt zu dem Gelände verboten“, klagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende. Selbst nachdem die Stadt die Fläche von der Bima übernommen hat, wurde uns die Nutzung vom Amt erlaubt“, so Gührke weiter. Dem kann Laubisch nicht zustimmen: „Wir haben mit Sicherheit keine dauerhafte Nutzung zugesagt“, wirft er ein. In der gesamten Hansestadt gäbe es schließlich die Möglichkeit solche Abfälle kostenfrei zu entsorgen. „Jede beliebige Gartenanlage kann das machen. Wir sehen daher keinen Grund, wieso diese Fläche für Grünschnitt genutzt werden soll.“

Pachtung verweigert

Die Entsorgung von Grünschnitt auf dem ungenutzten Grundstück ist für die Gartenfreunde seit letztem Jahr verboten. Quelle: Susanne Gidzinski

Der Antrag des Vereins 100 Quadratmeter des Grundstücks zu pachten wurde seitens der Stadt ebenfalls abgelehnt. In einem an Jeschke gerichteten Schreiben vom Katasteramt stehe, dass die Lagerung von organischen Abfällen an dieser Stelle nicht möglich sei und somit auch einer Verpachtung widersprochen werden müsse, wie der Ortsbeiratsvorsitzende erzählt. Der Bereich zwischen der Kleingartenanlage und dem anliegenden Hochwasserschutzdeich sei demnach als „Grünfläche-Naturnahe Fläche“ ausgewiesen.

„Im Zuge der Verrottung kommt es zu einer unerwünschten ständigen Nährstoffzufuhr auf dieser Fläche“, liest Dudek die Stellungnahme des Amtes vor. Im geringen Abstand befinde sich zudem ein Graben. Durch das Gefälle würden sich in diesem Bereich im Laufe der Zeit freigesetzte Nährstoffe konzentrieren, wodurch es zu einer Beeinträchtigung der Lebensraumfunktion des Grabens kommen würde.

„Die Begründung ist doch albern. Wie soll Unkraut schädlich für die Natur sein“, fragt sich Gührke. „Ich finde, hier könnte man ein gewisses Maß an Toleranz zeigen. Jahre lang ist alles gut gegangen. Die Kleingärtner haben schließlich erst dafür gesorgt, dass das Grundstück in von Abfällen befreit wurde“, sagt der Ortsbeiratsvorsitzende. „Das war unser letzter Versuch. Wenn man uns damit nicht entgegenkommen möchte, müssen wir uns halt damit abfinden“, meint Gührke enttäuscht.

Susanne Gidzinski

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