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Rostock Baumsterben auf Neuem Friedhof in Rostock: Fichten von Borkenkäfern befallen
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Klimawandel: Baumsterben in Rostock: Fichten auf Neuem Friedhof von Borkenkäfern befallen

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08:47 19.12.2019
Christian Fietkau, städtischer Baumkontrolleur, neben einem der von Borkenkäfern befallenen Bäume auf dem Neuen Friedhof in Rostock. Quelle: Flemming Goldbecher
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Rostock

Für das ungeschulte Auge sind sie kaum sichtbar und doch zeugen die Löcher in den Baumrinden der Fichten auf dem Rostocker Neuen Friedhof von einem Problem mit verheerender Auswirkung. Zwei Fichtenalleen, insgesamt 65 Bäume, sind vom Borkenkäfer befallen. Das Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege hat nun beschlossen, im Januar 2020 mit der Fällung der befallenen Pflanzen zu beginnen. Diese werde voraussichtlich drei Wochen dauern.

Amtsleiterin Ute Fischer-Gäde hält die Maßnahmen für unumgänglich, schon allein, um die Verkehrssicherheit auf dem Friedhof zu gewährleisten. Abgestorbene Bäume hielten starken Stürmen nur schwer stand und stellten so potentielle Gefahren für Besucher dar. Dennoch treffe man die Entscheidung nicht leichtfertig. Immerhin stehen die Fichtenalleen unter Denkmalschutz. „Wir werden ein Wahrzeichen des Neuen Friedhofs verlieren“, so Fischer-Gäde. Spätestens im Herbst 2021 wolle man mit der Neubepflanzung der dann kahlen Flächen beginnen.

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Larven hungern Bäume aus

Beim Betrachten der befallenen Bäume fallen zunächst die bräunlich verfärbten Nadeln auf. Außerdem trügen Borkenkäfer dazu bei, dass die Verzweigung der Bäume zurückgehe, erklärt Christian Fietkau, städtischer Baumkontrolleur. Laut ihm sind es die Larven der Käfer, die für das Absterben der Bäume sorgen, nachdem sich der Käfer unter die Rinde gebohrt und seine Eier dort abgelegt hat. Sind die Larven geschlüpft, verstopfen sie die Leitungsbahnen der Bäume, was den Nährstofftransport unmöglich macht.

Lesen Sie auch: Trotz Klimawandel: Warum in MV so viele Bäume wie nie gefällt werden

Seit 2016 seien bei den jährlichen Kontrollen des Baumbestandes auf dem Friedhof immer wieder starke Schäden an den Fichten durch Käferbefall festgestellt worden. „Da hatten wir noch Hoffnung, dass es nicht so schlimm wird“, meint Fietkau. In der jetzigen Situation bleibe aber keine Alternative, als alle betroffenen Bäume so bald wie möglich zu fällen, da der Käfer sonst auf die Bäume in der Umgebung übersiedle.

Trockenheit begünstigt den Befall

Die meisten der Fichten, so Fietkau, weisen bereits die Vitalitätsstufe vier auf. „Das heißt, sie stehen kurz vor dem Ende.“ Schuld daran seien jedoch nicht allein die Borkenkäfer. Die vergangenen zwei Sommer haben besonders den Fichten auf dem Friedhof zugesetzt und den Befall durch die kleinen Tierchen begünstigt. „Durch die Trockenheit sind die Bäume nicht mehr so wehrhaft, verlieren ihre Vitalität und fallen den Käfern leichter zum Opfer“, erklärt Fietkau. Die geplante Fällung der 65 sterbenden Fichten falle jedoch bei einem Gesamtbestand von 5500 Bäumen nicht so sehr ins Gewicht. Noch nicht.

Klimawandel wird Probleme verschärfen

Steffie Soldan, Teamleiterin des Teams Stadtbäume vom Naturschutzamt Rostock, ist überzeugt: besonders der Klimawandel verursache durch ausbleibende Niederschläge und Hitzeperioden das Sterben der Bäume. Daher müsse man nun prüfen, welche Baumarten den klimatischen Belastungen der Zukunft am ehesten standhielten. „Fichten werden wir wahrscheinlich nicht wieder pflanzen“, so Soldan. Man wolle sich vor allem in wärmeren Gegenden Europas umschauen, um womöglich Arten zu finden, die sich als resistenter erweisen.

Wahrscheinlich sei, dass durch Wetterextreme verursachte Schäden an den Bäumen der Stadt zunehmen werden. Auf das Naturschutzamt kommen damit große Herausforderung zu. „Welche Krankheiten und Schädlinge sich hier in Zukunft etablieren, können wir jetzt noch nicht vorhersehen,“, sagt Soldan. „Solche Fällungen wie im kommenden Januar werden aber sicherlich häufiger vorkommen.“

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