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Rostock 200 Teilnehmer setzen Zeichen gegen Krieg
Mecklenburg Rostock 200 Teilnehmer setzen Zeichen gegen Krieg
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17:24 22.04.2019
Etwa 200 Rostocker nahmen am Ostermarsch 2019 in Rostock teil. Quelle: Doris Deutsch
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Rostock

Gegen ein neues Wettrüsten sind am vergangenen Sonnabend auch in Rostock knapp 200 Menschen auf die Straße gegangen. Der vom Rostocker Friedensbündnis organisierte Ostermarsch war einer von etwa 50 bundesweit.

Eine der Organisatorinnen, Cornelia Mannewitz, beobachtet eine „Militarisierung der Gesellschaft durch die Bundeswehr“. Als Beispiele zählt Mannewitz Besuche von Jugendoffizieren der Bundeswehr an Schulen auf und eine aktive Zusammenarbeit mit der Universität Rostock. „Es gibt Rüstungsaufträge, die die Universität unterstützt“, betont Mannewitz in ihrer Rede. Damit breche die Uni ihre „Zivilklausel“. So seien unter anderem 2014 bis 2017 über eine halbe Million Euro vom Bundesverteidigungsministerium an die Rostocker Alma mater geflossen. Gleichzeitig werden in Rostock weitere Korvetten stationiert. „Die Marine schafft die Strukturen für ein NATO-Hauptquartier“, kritisiert Mannewitz.

Mit Transparenten, Plakaten, Bannern zieht der Demonstrationszug vom Matrosendenkmal über das Werftdreieck bis zum Doberaner Platz. Teilnehmer der im Friedensbündnis vereinten Parteien und Gruppierungen ergreifen das Wort. Der junge Bürgerschaftskandidat Seyhmus Atag-Lichtermann (Linke), der seit 1999 in Rostock lebt, fordert „konsequente Abrüstung“ und „Exportverbot für Rüstungsgüter“. „Unsere Kinder sollen in Frieden und gegenseitigem Respekt aufwachsen“, sagt der aus der Türkei stammende Kurde, der vor drei Wochen zum zweiten Mal Vater wurde.

„Stoppt Rüstungsexporte und Rüstungsproduktion“ hat Regine Lück auf ihr selbstgebasteltes Pappschild geschrieben. „Wir müssen die Verteidigungsausgaben nicht drastisch erhöhen, sondern senken“, erklärt die ehemalige Landtagsabgeordnete der Linken. Das Geld werde für andere Bereiche gebraucht, an Schulen im Nahverkehr, im sozialen Wohnungsbau. „Doch solange noch 80 000 Euro für eine Flugstunde des Eurofighters ausgegeben werden, solange müssen wir weiter auf die Straße gehen“, sagt Lück.

„Genau“, pflichtet ihr Sophie Wetter aus Rostock bei, die das erste Mal mit ihrer Tochter am Ostermarsch teilnimmt. „Es gibt nichts Wichtigeres als Frieden“, sagt sie. Felix Winter (Bündnis 90/Die Grünen) macht den Exportstopp von Rüstungsgütern nach Saudi-Arabien und die Auswirkungen auf die Peenewerft in Wolgast zum Thema. „Wer Rüstung will, muss das Risiko tragen“, erklärt Winter in Richtung Schwerin. Es sei nicht der Auftrag des Landes, „Rüstungsprojekte mit Bürgschaften abzusichern“.

„Kriege als Mittel der Politik gehören verbannt“, ruft Raimund Ernst von der DKP dem „kleinen Häuflein“ bei der Abschlusskundgebung am Doberaner Platz zu. Die Bewahrung des Friedens erfordere Riesenanstrengungen.

Doris Deutsch

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