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Rostock Totes Baby im Blumentopf – Eine stille Tragödie
Mecklenburg Rostock Totes Baby im Blumentopf – Eine stille Tragödie
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06:38 21.02.2019
Gerald Kleine Wördemann glaubt nicht, dass die Behörden im Fall des toten Rostocker Säuglings Fehler gemacht haben. Quelle: Montage, Fotos: Frank Söllner / Stefan Tretropp
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Rostock

Eine Frau bringt heimlich ein Kind zur Welt und vergräbt es, weil es nicht mehr lebt, in einem Blumentopf. Nach Angaben von Verwandten, die nach langer Zeit Anzeige erstattet haben, soll der Säugling bei der Geburt nicht mehr gelebt haben. Verständlicherweise sorgt so ein Vorfall für Entsetzen. Warum half bloß niemand der jungen Frau? Zumal sie ja schon vorher, bis 2016, vom Jugendamt unterstützt wurde.

An Angeboten hat es nicht gemangelt. Eine Beratungsstelle ist nur wenige Meter von ihrem Wohnhaus entfernt. Hier hätte sie alles über staatliche Hilfen für ihr drittes Kind, aber auch über anonyme Geburt und Babyklappe erfahren. Sie wollte – oder konnte – aber nicht. Einiges spricht dafür, dass die Frau ihre Schwangerschaft in einer Art seelischem Notstand verdrängte. In solchen Fällen scheitert selbst das allerbeste Fürsorgesystem.

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Nur ein Überwachungsstaat mit medizinischen Zwangskontrollen hätte eine solche Tragödie verhindern können. Und möglicherweise Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn. Manche werden sich nun fragen, ob sie denn wirklich nichts gemerkt haben. Diese Verantwortung – die jeder für sein soziales Umfeld hat – kann ihnen niemand nehmen.

Gerald Kleine Wördemann

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