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Rostock Mecklenburg-Vorpommern 2.0: Schafft der Nordosten die digitale Wende?
Mecklenburg Rostock Mecklenburg-Vorpommern 2.0: Schafft der Nordosten die digitale Wende?
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13:08 03.10.2019
Mit der virtuellen Brille ins digitale Mecklenburg-Vorpommern: Anne-Kathrin Hirsch und Max Knospe zeigten am Rand der Konferenz digitale Technik. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Vom Holzbeinschnitzer zum digitalen Vorzeigebetrieb: Als der Rostocker Orthopädietechniker Ralph Scharpenberg sich Ende der 1990er Jahre selbstständig machte, war er vor allem Handwerker. Heute arbeitet er mit Rechner und 3-D-Drucker, zu seinen Mitarbeitern gehören Ingenieure. „Wir gehen das locker an“, sagte der erfolgreiche Unternehmer am Dienstag bei der regionalen Digitalkonferenz des Schweriner Infrastrukturministeriums im Medienhaus der OSTSEE-ZEITUNG. Die Lockerheit funktioniert: Mittlerweile hat Scharpenberg sieben Filialen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

In Mecklenburg passiert bekanntermaßen alles ein bisschen später. Bei der Digitalisierung soll das nicht gelten. Das ist zumindest das Ziel der Digitalagenda der Schweriner Landesregierung. Wie weit sind Hansestadt und Landkreis Rostock beim Übergang vom Analogen in die Welt der Bits und Bytes inzwischen gekommen, was muss noch passieren? Darüber diskutierten rund 100 Gäste aus Unternehmen, Forschung und Verbänden.

Lob für Nerds vom Uni-Rektor

„Manche werden in die digitale Welt hineingeboren, andere müssen sich hineinleben“, sagte OZ-Geschäftsführerin Imke Mentzendorff. Das gilt auch für die Zeitung: Wo früher jeder Tag unweigerlich mit dem Redaktionsschluss endete, produzieren Redakteure heute beinahe rund um die Uhr Nachrichten, das Internet schläft ja schließlich auch nicht. Rostocks Uni-Rektor Wolfgang Schareck räumte ein, seine Digitalkompetenz sei nicht spitze, aber auch nicht ganz schlecht. Dafür wäre er offen und kenne „die richtigen Leute, die es können“. Das wichtigste ist eine offene Einstellung: „Ich finde es hoch innovativ, ein Nerd zu sein“, so der Uni-Rektor.

„MV ist der helle weiße Fleck“, sagte Mareike Donath, Leiterin der Stabsstelle für Digitalisierung im Infrastrukturministerium in Anspielung auf die allgemein eher schlechte Internetanbindung im Land. Zugleich bietet der Wandel im ländlich geprägten Bundesland viele Chancen, weil innovative Tüftler und Unternehmer ihren Laptop überall einstöpseln können und nicht in Berlin oder München arbeiten müssen. Dass das geht, zeigten die erfolgreichen Forscher, Start-ups und Unternehmen im Nordosten.

Langsamer Breitbandausbau

Vertreter der Schweriner Ministerien stellten digitale Vorhaben und Fördermöglichkeiten vor. Wirtschafts-Dezernent Romuald Bittl aus dem Landkreis bat um Verständnis, dass der Glasfaserausbau nicht so schnell vorangeht, wie es viele digital abgehängte Einwohner hofften. „Wir arbeiten sehr intensiv daran.“ Aber weil „Steuergeld in Größenordnungen“ verbaut wird, sei Sorgfalt geboten.

Torsten Gebert, Rostocker Digital-Unternehmer der ersten Stunde und heute als Berater tätig, beklagte die schleppende Umsetzung in den Ämtern. Ein Beispiel von vielen: Donnerstag wurde bundesweit die digitale Kfz-Zulassung freigeschaltet. In Rostock klappte das noch nicht, musste Gebert feststellen. Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos), der dazu vielleicht etwas hätte sagen können, war nicht zur Konferenz gekommen. Auch die Uni könne mehr tun, legte Gebert nahe. Gerade einmal knapp 40 Studenten machen im Jahr in Rostock einen Abschluss in Wirtschaftsinformatik. Das ist viel zu wenig, bemängelt der Fachmann. Also alles schlecht? Nein, überhaupt nicht, meinte Gebert, der einen digitalen Aufbruch im Land spürt.

Kongress und OZ-Gründerpreis

Zwei Tage lang dreht sich im November alles um Start-Ups, digitale Kreative und Existenzgründer. Im Rahmen der Landesinitiative „digitales MV“ startet am 6. und 7.11. der landesweite Digitalkongress Nørd, in Rostock, Greifswald, Wismar, Schwerin, Stralsund und Neubrandenburg.

Nach dem Auftakt am ersten Tag in Greifswald finden am zweiten Tag Veranstaltungen in Rostock im alten Rechenzentrum und im Fraunhofer IGP statt, es geht ums Vernetzen, Diskutieren und Entwickeln.

Am Abend wird im OZ-Medienhaus der OZ-Existenzgründerpreis vergeben, anschließend wird bei der „Night of Community“ lange gefeiert.

Von Gerald Kleine Wördemann

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