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Rostock Kostenfreier Nahverkehr: Rostock will Modellregion werden
Mecklenburg Rostock Kostenfreier Nahverkehr: Rostock will Modellregion werden
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06:04 17.02.2018
Eine Straßenbahn hält in Rostock an der Haltestelle Am Kabutzenhof. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Nahverkehr zum Nulltarif, Busse und Bahnen künftig für alle kostenfrei: Diese Idee der Bundesregierung stößt in Mecklenburg-Vorpommern auf Zustimmung. Die größten Städte des Landes, Rostock und Schwerin, wollen sogar Modellregionen werden.

In Rostock fordert das die SPD. Wie keine andere Kommune im Nordosten leidet die Hansestadt unter zunehmendem Verkehr, Abgasen und Lärm: „Ein kostenloser Nahverkehr würde uns zum sozialen, touristischen und ökologischen Leuchtturm machen“, sagt SPD-Kreischef Julian Barlen.

Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) sieht einen umlagefinanzierten öffentlichen Nahverkehr sehr positiv: „Ein solches Projekt wäre umweltfreundlich, wirtschaftlich und sozial und würde unsere Straßen und Parkplätze entlasten.“ Für die Kostenfreiheit müssten mindestens 12 Millionen Euro aufgewendet werden.

Das Land signalisiert Hilfe. „Wir begrüßen die Debatte über eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs“, sagt eine Sprecherin von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Kritik übt der Städte- und Gemeindetag: „Angesichts der Kosten dürfte eine Umsetzung unrealistisch sein“, sagt Geschäftsführer Andreas Wellmann.

Weil in mehreren Städten die Abgas-Grenzwerte deutlich überschritten werden, drohen Strafen der EU. Deshalb will das amtierende Bundeskabinett in fünf Städten in den alten Bundesländern einen kostenlosen Nahverkehr testen. Rostock will dabei sein – und vorangehen: „Was wäre schöner als ein kostenfreier Nahverkehr?“, so Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Auch die Rostocker Straßenbahn AG ist interessiert: „Das geht aber nicht von heute auf morgen“, sagt RSAG-Vorstand Yvette Hartmann. Um den Nahverkehr kostenfrei anzubieten, seien über 55 Millionen Euro pro Jahr nötig.

In den Landkreisen wird die Idee eines kostenfreien Nahverkehrs begrüßt. Die Mittel dafür müsse aber der Bund aufbringen, heißt es unisono. „Ich überlege, wie wir das in Greifswald – oder noch besser in Vorpommern – umsetzen können“, sagt Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Sein Stralsunder Amtskollege Alexander Badrow (CDU) erklärt: „Hätten wir die finanziellen Mittel, unseren Nahverkehr zu verbessern, würde ich erstmal die Qualität erhöhen, insbesondere die Taktung.“

Für Kerstin Weiss (SPD), Landrätin Nordwestmecklenburgs, würde die Inanspruchnahme des Nahverkehrs sicherlich steigen. Aber nur, wenn das Angebot an schnellen Verbindungen zum Bedarf passt. Auch Ralf Drescher (CDU), Landrat von Vorpommern-Rügen, würde es begrüßen, wenn mehr Geld für den Nahverkehr bereitstehen würde. Und im Landkreis Rostock könnte mit mehr Bussen und Bahnen ein noch enger verknüpftes und getaktetes System in der Regiopolregion Rostock geschaffen werden, sagt Romuald Bittl, Dezernent für Wirtschaft und Bau. Seite<TH>6

Schmidtbauer Bernhard

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