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Rostock Kreuzfahrt-Hafen Rostock: Ist das Millionen-Geschäft in Gefahr?
Mecklenburg Rostock Kreuzfahrt-Hafen Rostock: Ist das Millionen-Geschäft in Gefahr?
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06:45 29.10.2019
Die „Aidadiva“ läuft aus Warnemünde aus: Hunderte Schaulustige an Land, am Kreuzfahrt-Terminal und auf Ausflugsbooten verfolgen das Auslaufen. Quelle: Andreas Meyer
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Rostock

Das Geschäft mit Kreuzfahrt-Anläufen – es wird für der Nordosten immer mehr zum wichtigen Wirtschaftsfaktor: Allein 2018 spülten Reedereien, Crews und Passagiere 45,9 Millionen Euro in die Kassen von Händlern, Hotels und Hafen-Betreibern in MV. Das geht aus einer neuen Studie des Kieler Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (kurz: NIT) hervor.

Doch ob das Wachstum in dem Bereich auch weiterhin anhalten wird, ist offen. Vor allem in Rostock, Deutschlands zweitgrößtem Kreuzfahrthafen, drohen Probleme: Fahrwasser und Anleger sind zu klein für die neueste Generation von Luxuslinern. „Ab 330 Metern Länge ist bei uns bisher Schluss. Mehr geht eigentlich nicht“, sagt Rostocks Hafen-Kapitän Falk Zachau.

Andere Städte profitieren kaum

Die Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der Kreuzschifffahrt hatte der Hafen-Betreiber Rostock Port gemeinsam mit der Rostocker Reederei Aida Cruises und dem Hafenamt in Auftrag gegeben. Dafür wurden Unternehmen, aber auch Crew-Mitglieder und Passagiere befragt. Insgesamt kamen 2018 allein in Rostock gut 500.000 Passagiere an, in Wismar – dem zweiten Kreuzfahrthafen des Landes – waren es im selben Jahr knapp 5000.

Das waren alle Kreuzfahrt-Anläufe in MV in diesem Jahr:

Schiffegucken in Rostock, Wismar, Sassnitz und Stralsund: 47 Kreuzfahrtschiffe nehmen Kurs auf MV.

Von den fast 50 Millionen Euro, die im Land ausgegeben wurden, entfielen rund 17 Millionen Euro auf Ausgaben der Reedereien – für Lotsen, Liegegebühren, Treibstoff, Proviant. Das meiste Geld bringen die Passagiere selbst: Insgesamt gaben die Urlauber 24,3 Millionen Euro im Land aus – für Ausflüge, für Parkgebühren, Bahn- und Bustickets, in Restaurants und Geschäften. Den Löwenanteil des Geschäfts macht die Hansestadt mit rund 20 Millionen Euro. Andere Orte im Land profitieren bisher kaum – obwohl auch Schwerin, Bad Doberan und Güstrow zu den Ausflugszielen der Passagiere gehören: Gerade mal 4,3 Millionen Euro gaben die Besucher außerhalb Rostocks aus.

Am attraktivsten für das Land sind jene Kreuzfahrtgäste, deren Urlaub in Rostock startet und endet: Sie geben viermal so viel Geld in MV aus wie jene, die nur einen Tag Station machen. Und: Ein Geschäftsfeld haben die Verantwortlichen bisher offenbar unterschätzt: Die mehr als 150 000 Crewmitglieder, die pro Jahr in MV an Land gehen, gaben ebenfalls knapp fünf Millionen Euro aus. „Da ist noch Potenzial“, sagt Rostocks Hafen-Chef Jens Scharner. Er will mit Einzelhändlern den Crews neue Shopping-Angebote in Kai-Nähe machen.

Wachstum in Gefahr

Sorgen bereitet den Rostockern aber die wachsende Größe von Kreuzfahrtschiffen: „Der Seekanal ist nur 120 Meter breit. Ab 330 Metern Länge wird es bei uns für Schiffe eng“, sagt Hafen-Kapitän Falk Zachau. Sollte Rostock noch größere Schiffe – zum Beispiel die neueste Generation der Rostocker Reederei Aida – abfertigen wollen, müssten neue Liegeplätze her. „Auch über einen Ausbau der Molenköpfe und der Wendeplatte müssen wir dann reden.“ Aida-Vize Hansjörg Kunze fordert eine neue „Debatte zu den Liegeplätzen“.

„Geld stinkt nicht – aber Kreuzfahrer“, so kommentiert Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des Umweltverbandes BUND, die Zahlen der Studie. „Neben den Millionen bringen die Kreuzfahrt-Anläufe eine Schadstoffbelastung, die zum Teil das 80- bis 100-fache an großen Hauptverkehrsstraßen übersteigt.“

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Von Andreas Meyer

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