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Rostock Trotz Krise am Aktienmarkt: Rostocks Vapiano entwickelt sich positiv
Mecklenburg Rostock Trotz Krise am Aktienmarkt: Rostocks Vapiano entwickelt sich positiv
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17:27 31.08.2019
Benny Müller (hinten, Mitte, dann im Uhrzeigersinn) betreibt das Rostocker Vapiano-Restaurant als Franchise-Nehmer. Zu seinem Team gehören Katrin Borowitz, Oliver Klug, Simone Kessler, Nora Lange, Alex Junge und mehr als 50 weitere Mitarbeiter. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Die Restaurantkette Vapiano ist zuletzt in die Schlagzeilen geraten: Erst erwirtschaftete das Unternehmen ein Minus, dann rutschten die Aktienkurse ab. Nun ist von Standort-Schließungen die Rede. Doch das Restaurant am Neuen Markt in Rostock ist davon nicht betroffen: „Der Standort Rostock ist nicht einmal ansatzweise in Gefahr“, betont Geschäftsführer Benny Müller.

Der gebürtige Rostocker ist Franchise-Nehmer: Gegen eine Gebühr darf er Idee, Name und Geschäftskonzept von Vapiano nutzen. Im Jahr 2012 eröffnete er das Restaurant am Neuen Markt. Zuvor hatte er das Eckgebäude für 1,5 Millionen Euro aufwendig umgebaut. „Wir hatten 200 000 Gäste in unserem ersten Jahr. Das heißt statistisch gesehen, jeder Rostocker war einmal bei uns zu Besuch. Das ist ein super Ergebnis“, sagt Müller. Danach habe sich das Geschäft stets positiv weiterentwickelt. „Wir haben Jahr für Jahr ein kleines Umsatzplus im einstelligen Prozentbereich.“

Rund 60 Mitarbeiter am Standort Rostock

Die Zahl der Mitarbeiter ist inzwischen von anfangs 42 auf rund 60 angestiegen – sie alle haben einen Vertrag mit der Müller Systemgastronomie GmbH. „Außer Brot und Getränken produzieren wir im Restaurant alles selbst“, sagt der Inhaber. Der Aktienkurs von Vapiano habe keinerlei Auswirkungen auf den Betrieb. „Wir bieten die gleichen, frischen und gesunden Waren wie immer an.“

Allerdings kratzen die negativen Schlagzeilen am Image der Marke. „Wir bekommen das beim Umsatz zu spüren, wenn dadurch weniger Gäste kommen. Das ist ärgerlich. Denn viele meiner Kollegen sind hier seit Jahren mit viel Einsatz und Leidenschaft dabei, damit unsere Gäste bei uns ein tolles Essen-Erlebnis haben“, sagt Müller. Auch würden Besucher mitunter fragen, ob sie eine Vapiano-Aktie kaufen sollten oder lieber nicht. „Wir können aber nur empfehlen, dass unser Gast zum Beispiel Rucola zu einem bestimmten Gericht nehmen sollte.“

Kette arbeitet an neuer Strategie

Hintergrund: Das Unternehmen Vapiano ist zuletzt rasant gewachsen. Die Gesamtzahl der Lokale stieg weltweit auf 234. Im vergangenen Jahr musste die Restaurantkette jedoch bei einem Umsatz von rund 372 Millionen Euro einen Verlust von 101 Millionen Euro hinnehmen. Dies lag vor allem an hohen Abschreibungen und höheren Betriebskosten im Zuge der Ausdehnung. Der Schuldenberg wuchs deutlich an.

Blick auf das Vapiano-Restaurant an der Ecke Neuer Markt/Glatter Aal in der Rostocker Innenstadt. Quelle: Ove Arscholl

Vapiano arbeitet nun an einer neuen Strategie: „Wir wollen unser Restaurant-Netz durch die Kooperation mit erfahrenen Franchise-Partnern optimieren“, sagt Werner Engels, Director Real Estate bei Vapiano, auf OZ-Nachfrage. Der Standort Rostock steht dabei nicht im Fokus. „Hier arbeiten wir bereits erfolgreich mit einem starken Franchise-Partner zusammen, mit dem wir positiv in die Zukunft blicken“, so Engels.

Um die Wartezeit für Gäste zu verkürzen, sollen die Abläufe innerhalb der Vapiano-Restaurants jedoch generell optimiert und die Speisekarte abgespeckt werden. Auch will das Unternehmen sein Wachstumsverhalten verändern. Spätestens ab 2021 soll die Kette dann wieder Gewinne erzielen.

Inhaber hofft auf Trendwende

Zur künftigen Ausrichtung der Vapiano SE will sich Müller nicht äußern. „Das kann ich aus meiner Position nicht seriös beurteilen.“ Er hoffe aber, dass Vapiano schnell die Trendwende schafft. „Weg von negativen Schlagzeilen, Kapital- und Aktienmarkt betreffend, hin zu Gästen und Produkten mit hervorragender und frischer Pasta, Pizza und Salaten.“ Schließlich geben er und seine Mitarbeiter sich jeden Tag viel Mühe. „Es wäre schön, wenn wieder darüber gesprochen wird“, sagt Müller.

234 Restaurants in 30 Ländern

Vapiano ist ein 2002 gegründetes Unternehmen der Systemgastronomie. Es hat seinen Sitz in Köln. Aktuell gibt es 234 Vapiano-Restaurants in mehr als 30 Ländern, darunter Australien, China, Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten. Rund ein Drittel der Lokale sind in Deutschland.

Die Restaurants werden mehrheitlich von Franchise-Partnern oder als Joint Venture betrieben, rund ein Drittel sind komplett in der Hand des Unternehmens. Insgesamt beschäftigt Vapiano mehr als 7200 Mitarbeiter.

Der Name Vapiano setzt sich aus den italienischen Wörtern va (deutsch: „geht“) und piano („langsam“) zusammen. Der Slogan des Unternehmens lautet: „Chi va piano, va sano e va lontano“. Frei übersetzt bedeutet das so viel wie: „Wer das Leben locker und gelassen angeht, lebt gesünder und länger.“

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Von André Horn

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