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Rostock Rostocker Familientradition: Ur-Ur-Ur-Ur-Opa gründete Brillen Krille
Mecklenburg Rostock Rostocker Familientradition: Ur-Ur-Ur-Ur-Opa gründete Brillen Krille
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09:00 26.10.2019
Frank Ammenn (l.) und sein Sohn Onno betreiben das Geschäft ihrer Vorfahren. „Brillen Krille“ ist ein Rostocker Traditionsunternehmen in der Kröpeliner Straße seit 1894. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Von Schwerin nach Rostock. Von der Blutstraße zur Kröpi. Von David bis Onno. Vom Hofoptiker zum Familienunternehmen in der freien Marktwirtschaft. Zwischen dem 19-jährigen Auszubildenden des Rostocker Optikerfachgeschäfts Brillen Krille, Onno Ammenn , und seinem Ur-Ur-Großvater Karl Ludwig Christian Wilhelm Krille (1876-1920) liegen zwei Jahrhunderte und jede Menge technischer Quantensprünge.

Brillen Krille wurde am 21. Oktober 1894 in der Blutstraße, wie die Kröpi damals hieß, von Karl Krille eröffnet. Eigentlich geht die Brillen-Dynastie bis auf das Jahr 1834 zurück. Da gründete der „Opticus mechanicus“ Johann Heinrich David Krille (1803-1868) in Schwerin die erste Firma „Brillen Krille“. Dessen Enkel Karl eröffnete 1894 die erste Krille-Filiale in Rostock.

Früher hieß es: „Ist’s die Brille, geh’ zu Krille!“

Wenn Onno also das Familienunternehmen in siebter Generation übernehmen wird, blickt er auf einen Ur-Ur-Ur-Ur-Opa zurück. Früher hieß es: „Ist’s die Brille, geh’ zu Krille!“ Inhaber Frank Ammenn (54), Vater von Onno, führt das Geschäft seit dem Jahr 2000 als Inhaber. 1981 begann er als Lehrling beim Vater Friedbert (85). Damals hätten sich noch alle Geschäftsleute in der Kröpi persönlich gekannt, erinnert sich Ammenn: „Es gehörte zu den alleredelsten Aufgaben des Lehrlings, morgens früh den Ofen mit Braunkohle anzuheizen. Das haben aber zu der Uhrzeit alle gemacht, so dass man vor lauter Kohle-Qualm nichts mehr gesehen hat.“

Dabei hat Ammenn auch nach der Wende noch den Durchblick behalten. Ab 1989 führt er das Geschäft mit seinen Eltern. Die Immobilie in der Kröpi 87 gehört der Familie seit den 20er-Jahren als Wohn- und Geschäftshaus.Frank Ammenn sagt: „Bei aller Internationalität können wir von Glück reden, wie sich die Innenstadt entwickelt hat. Wir haben eine attraktive Fußgängerzone, kaum Leerstand, einen bunten Mix, auch wenn nicht alles richtig gemacht wurde.“

Kunden kommen und nehmen sich Zeit

Warum sich Brillen-Krille auch nach der Wende habe halten können und sich Ammenn keine Sorgen um die Zukunft macht, liege in der Struktur seiner Branche: „Wir sind ein Familienunternehmen. Zu uns kommen die Kunden gezielt und nehmen sich die Zeit.“ Jeder Strukturwandel sei für jede Branche zu jeder Zeit eine Herausforderung gewesen. Ob politisch, gesellschaftlich oder digital. Seit der Wende verzeichne man Umsatzzuwächse. Auch wenn es immer mal schwierige Zeiten gab.

Über den Autor

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