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Rostock Kündigung von Intendant Latchinian: Streit setzt sich fort
Mecklenburg Rostock Kündigung von Intendant Latchinian: Streit setzt sich fort
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16:17 05.01.2018
Das Volkstheater in Rostock:  Quelle: Bernd Wüstneck/archiv
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Rostock

Der Rechtsstreit zwischen dem Volkstheater Rostock und seinem ehemaligen Intendanten Sewan Latchinian ist auch nach dem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) von Dezember nicht beendet. „Die Volkstheater Rostock GmbH (VTR) hat Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof eingereicht“, teilte das Theater am Freitag mit. Das OLG hatte im Dezember vergangenen Jahres die Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Rostock zurückgewiesen. Dieses hatte ein Jahr zuvor die Kündigung Latchinians vom Juni 2016 für unwirksam erklärt.

Das OLG hatte zwar keine Berufung zugelassen, weil dem Fall keine grundsätzliche Bedeutung beizumessen sei. Das Volkstheater hat nun aber die Möglichkeit genutzt, mit der Nichtzulassungsbeschwerde eine Berufung zu erreichen. Weitere Details zum Vorgehen wollte die VTR nicht nennen.

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Latchinian war nach langem Streit fristlos gekündigt worden. Ihm war unter anderem ein Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht und seine öffentliche Kritik an der geplanten Umstrukturierung des Theaters vorgeworfen worden. Das Landgericht und auch das OLG waren der Ansicht, dass Latchinians öffentliche Äußerungen vom Grundrecht auf Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt waren. Und der Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht rechtfertigte nicht die Kündigung. Die Ära Latchinians währte knapp zwei Jahre. Diese Zeit war hauptsächlich von öffentlichem Twist um die künftige Struktur und Finanzierung des Volkstheaters geprägt.

dpa/mv